Marktbericht: Feste Verfassung bei Gold und Silber

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Gold und Silber zeigten sich in dieser Woche ruhig und fest. Gold notierte im europäischen Morgenhandel bei 1.738 US-Dollar, 10 US-Dollar über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Silber bei 26,02 US-Dollar, 12 Cent mehr im selben Zeitraum. Vielleicht unspektakulär, doch der Markt macht einen soliden Grundeindruck. Jeden Morgen stellen wir fest, dass die Preise in Asien über Nacht niedriger lagen und sich anschließend erholten, außer heute Morgen: Sie eröffneten höher und gaben dann leicht nach.

Niedrigere Preise in Asien sind widersinnig, denn die indische Nachfrage nach physischem Metall ist stark, und China verkauft gewiss nicht. Im Februar beliefen sich die Entnahmen von der Shanghai Gold Exchange auf über 92 Tonnen – zwar weniger als die 159 Tonnen im Januar, aber fast das Dreifache der inländischen Minenproduktion. Es gibt nur einen stichhaltigen Schluss: Die Versuche der Edelmetallbanken, die Preise in diesen inflationären Zeiten nach unten zu steuern, konzentrieren sich auf die Zeiten außerhalb der US-Handelszeiten.

Das große Thema dieser Woche waren weiter steigende Anleiherenditen, und unsere nächste Grafik zeigt die Verluste bei zehnjährigen US-Staatsanleihen.
 
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Wir hatten diesen Aufwärtstrend erwartet und unsere Leser in diesen Berichten darauf hingewiesen, als sich im November vergangenen Jahres das Golden Cross bildete. Der Anstieg von 75 % seit dem 1. Februar verlief jedoch schneller als erwartet, und die reguläre Mitteilung des FOMC am Mittwoch sorgte nicht, wie von vielen erwartet, für Beruhigung. Die einzige wesentliche Änderung in der Mitteilung war die Erhöhung des Engagements bei Reverse-Repo-Gegenparteien von 30 Mrd. auf 80 Mrd. US-Dollar, wodurch der vorübergehende Anstieg bei den Geldmarktfonds infolge von Bidens Konjunkturpaket aufgefangen werden kann.

Es gab keine Aussage dazu, die Aussetzung der zusätzlichen Verschuldungsquote (Supplementary Leverage Ratio) zu verlängern, die in diesem Monat ausläuft. Es wird spekuliert, dass die Banken sie nicht benötigt haben, da 90 % der Anleihekäufe in die Bankportfolios gingen und nur 10 % von deren Broker-Dealern gehalten werden. Jay Powel kündigte hierzu in Kürze eine Erklärung an.

Da die Anleiherenditen entgegen der Annahme derer, die sie für zu schnell und zu stark gestiegen halten, weiter steigen, scheint der Anleihemarkt eine Neubewertung hin zu grundlegend höheren Renditeniveaus zu durchlaufen. Dafür spricht ein wachsendes Bewusstsein für die Folgen der beispiellosen Ausweitung der weltweiten Geldmengen für das Preisniveau. Doch wie wirkt sich das auf die Gold- und Silberpreise aus?

Man sollte bedenken, dass Papierwährungen und Gold grundlegend verschiedene Zinssätze haben und zwischen beiden keine Verbindung besteht. Der Mythos, Gold werfe keine Zinsen ab, während Papiergeld dies tue, beruht auf einem Missverständnis und einem fehlerhaften Vergleich. Physisches Gold und Banknoten werfen keine Zinsen ab, wohl aber das Verleihen beider an Dritte. Allerdings werden in einer Welt des Papiergelds Goldpositionen mit Papiergeld finanziert, und es besteht oft ein vorübergehender Einfluss zwischen höheren Zinsen auf Papiergeld und dem Goldpreis. Dieser ist jedoch nur in einem Markt von Bedeutung, in dem Spekulanten Papiergeld geliehen haben, um Gold zu kaufen, was derzeit nicht der Fall ist.


Deshalb drückt eine deutliche Neubewertung der Anleiherenditen nach oben die Gold- und Silberpreise – zumindest bislang – nicht nach unten. Sie destabilisiert lediglich die Papiergeldmärkte. Letztlich führt sie zu einem steigenden Goldpreis, wie das Jahrzehnt der 1970er Jahre gezeigt hat.


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