Am Mittwoch hob die US-Notenbank ihren Zielsatz für die Federal Funds Rate auf 0,25 %-0,5 % an. Dies ist der Zinssatz, der auf bei der Fed gehaltene Bankreserven gezahlt wird.
Die Erhöhung war weithin erwartet worden, da die Fed sie im Voraus signalisiert hatte. Nachdem die Edelmetallpreise vor der Bekanntgabe etwas nachgegeben hatten, erholten sie sich mit der Ankündigung ein Stück weit, ehe sie gestern wieder fielen. Gold fiel von $1072 beim Schlusskurs am vergangenen Freitag auf $1054, und Silber fiel von $13,93 auf $13,75 im frühen europäischen Handel heute Morgen.
Die Logik hinter der Zinserhöhung ist offenbar, dass die inländische Kreditvergabe mit einer moderaten Rate von etwa 4 % wächst, was eine anziehende Nachfrage des nichtfinanziellen Sektors widerspiegelt. Typischerweise werden damit Käufe von Wohnimmobilien und teuren Anschaffungen wie Kraftfahrzeugen finanziert, und die Fed wertet dies als Beleg für eine sich erholende Nachfrage. Die Fed hofft, dass ein maßvoller und allmählicher Zinsanstieg, möglicherweise in vier Quartalsschritten im kommenden Jahr, die Inflation kontrolliert in Richtung des Ziels von 2 % steigen lässt, insbesondere nachdem die jüngsten Rückgänge der Energie- und Rohstoffpreise am hinteren Ende aus den Inflationsstatistiken herausfallen. Lässt man außer Acht, dass sich jedes Mal, wenn die Fed eine Politik sanft steigender Zinsen einschlägt, herausstellt, dass diese nicht sanft ist und am Ende einen Börsencrash auslöst, gilt der Plan allgemein als glaubwürdig.
Die Schuldensituation wurde dabei nicht berücksichtigt: Die Renditeaufschläge weiten sich besorgniserregend aus, und rohstoffbezogene Schulden dürften 2016 das große Thema bei Zahlungsausfällen werden. Ebenso wenig berücksichtigt wird die zunehmende Evidenz für einen schweren Einbruch des Welthandels und damit für eine Wirtschaftskrise überall außer in Amerika. Fed-Chefin Yellen wies diese Bedenken in der Pressekonferenz nach der Zinsbekanntgabe zurück.
Der große amerikanische Satiriker Tom Lehrer lieferte in seinem Lied über Wernher von Braun, Hitlers Raketenwissenschaftler, der nach dem Zweiten Weltkrieg für Amerika arbeitete, eine Vorlage für die Politik der Fed: „Once the rockets are up, who cares where they come down? / That's not my department,“ said Werner von Braun. („Wenn die Raketen erst oben sind, wen kümmert es, wo sie herunterkommen? Das ist nicht mein Ressort“, sagte Werner von Braun.) Ähnlich behauptet die Fed, ihre Aufgabe sei die Steuerung der US-Geldpolitik, und die wirtschaftlichen Angelegenheiten anderer Länder gingen sie nichts an.
Man kommt kaum um den Schluss herum, dass diese Haltung der Fed zum Verhängnis werden wird, da alle Märkte nachweislich von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt sind. Die schwarzen Schwäne werden unruhig.
Zur Veranschaulichung zeigt die nachstehende Grafik abschließend, wie extrem die Positionen der Hedgefonds im Papiergoldmarkt der Comex geworden sind.

Nur ein einziges Mal in der Geschichte der disaggregierten Comex-Daten waren die Spekulanten der Vermögensverwaltungsbranche netto short, und zwar am 28. Juli dieses Jahres. Die heutige Position ist noch extremer. Zweifellos bestehen ähnliche Positionen auch in anderen Rohstoffkontrakten. Die Geschichte lehrt, dass die Umkehr schnell, unerwartet und brutal erfolgt, wenn ein Trade, hier long Dollar und short alles andere, so einseitig wird.
Nächste Woche
Montag
Japan: Gesamtindex der Wirtschaftsaktivität.
Großbritannien: CBI-Umfrage zum Handel.
Eurozone: Verbrauchervertrauen.
Dienstag
Großbritannien: GfK-Verbrauchervertrauen, Neuverschuldung des öffentlichen Sektors.
USA: FHFA-Hauspreisindex, Verkäufe bestehender Wohnimmobilien.
Mittwoch
Großbritannien: BIP (3. Schätzung), Dienstleistungsindex.
USA: Core-PCE-Preisindex, Auftragseingang langlebiger Güter, persönliche Einkommen, persönliche Ausgaben, Verkäufe neuer Wohnimmobilien.
Donnerstag
Großbritannien: BBA-Hypothekenbewilligungen.
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Japan: Verbraucherpreisindex, reale Haushaltsausgaben, Arbeitslosigkeit.
Freitag
Japan: Bauaufträge, Wohnungsbaubeginne, Frühindikator, Erzeugerpreisindex für Dienstleistungen.
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