
Diese Woche hat die Fed die allgemein erwartete Anhebung der Federal Funds Rate auf eine Zielspanne von 0,5 – 0,75 % bekannt gegeben. Im Laufe des Jahres 2017 werden voraussichtlich drei weitere Erhöhungen folgen.
Wie zu erwarten, geriet der Goldpreis erneut unter Druck und fiel gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 26 Dollar auf 1.132,50 Dollar. Silber verlor bis zum frühen europäischen Handel heute Morgen 88 Cent und notierte bei 16,05 Dollar.
Gold liegt in Dollar gerechnet seit Jahresbeginn nur noch 6,3 % im Plus, nachdem es zur Jahresmitte zeitweise bis zu 29 % im Plus gelegen hatte. Silber liegt 16 % im Plus, nachdem es am 2. August noch 49 % im Plus gelegen hatte. Die Schwäche von Gold ist das Gegenstück zur Stärke des Dollars. Da jedoch die Industriemetalle kräftig steigen (Kupfer hat seit dem 1. Oktober um 22 % zugelegt, während Gold um 14 % gefallen ist), werden die Bewertungen überdehnt. Die Stärke der Basismetalle hat Silber im Verhältnis zu Gold gestützt, was sich in der Grafik zum Gold-Silber-Verhältnis zeigt.
Dass Gold im Verhältnis zu Basismetallen und Silber fällt, zeigt uns, dass Gold überverkauft ist und die Annahme eingepreist wird, die erwarteten Erhöhungen der Federal Funds Rate würden die Preisinflation irgendwie abwürgen. Wäre das zutreffend, würden die Preise für Basismetalle und andere Rohstoffe nicht kräftig steigen.
Um eine Vorstellung davon zu geben, warum die tonangebenden Kommentatoren so pessimistisch sind, zeigt die nächste Grafik Gold mit seinen gleitenden Durchschnitten.
Diese Grafik zeigt technischen Analysten, dass sich Gold eindeutig in einem etablierten Bärenmarkt befindet. Nahezu alle Kommentare zu Gold laufen auf Charts hinaus, weil nur wenige Menschen verstehen, worum es bei Gold geht. Technische Analysten räumen ein, dass Gold überverkauft ist und eine Konsolidierungsrally erleben könnte, erwarten danach aber weitere Kursverluste. Ebenso befand sich Gold bis Januar 2016 in einem Bärenmarkt, bevor es explosionsartig nach oben schoss. Diese Form der technischen Analyse sagt uns lediglich, dass ein Trend so lange ein Trend ist, bis er keiner mehr ist; tatsächlich aber kennt niemand die Preise von morgen.
Wie ich in früheren Berichten dargelegt habe, kommt es auf die Handelsposition des spekulativen Kapitals (Hedgefonds) im Verhältnis zu den Edelmetallbanken (als Swaps ausgewiesen) an der Comex an. Wenn die Edelmetallbanken ihre Short-Positionen geschlossen haben und vielleicht moderat long gegangen sind, wird der Preis steigen. Waschen, spülen, wiederholen. Mit einem Viertelprozentpunkt mehr oder weniger bei der Federal Funds Rate hat das wenig zu tun. Bei dieser Analyse ist noch ein kleines Stück Weg zurückzulegen.
Auf diesem Preisniveau ist die Nachfrage nach physischem Metall sehr stark, wobei in Indien und China erhebliche Aufschläge gemeldet werden. Zugegeben, diese Aufschläge gehen in Indien auf staatliche Importbeschränkungen zurück, und in China auf eine (unbestätigte) Meldung, die chinesische Regierung beschränke ebenfalls die Goldeinfuhren. Entscheidend ist jedoch, was uns gesagt und was uns nicht gesagt wird. Offiziell erfasste Bewegungen von Edelmetall sind eine Sache, nicht erfasste eine andere. Aufschläge bestehen nicht, ohne nicht erfasste Bewegungen von physischem Gold anzuregen.
Wir können nicht sicher sagen, dass Gold hier seinen Boden findet, doch die in den asiatischen Aufschlägen zum Ausdruck kommende physische Nachfrage legt nahe, dass wir nahe daran sein müssen. Die Auslieferungen der Shanghai Gold Exchange stiegen im November auf 214,72 Tonnen, nach 153,25 Tonnen im Oktober. Die niedrigeren Dollarpreise für Gold dürften dieses Tempo der chinesischen Nachfrage zweifellos aufrechterhalten haben, ob offiziell erfasst oder nicht.
Schließlich sollten wir festhalten, dass die Boni der Händler bei den Edelmetallbanken einen starken Anreiz darstellen, die Gold- und Silberpreise zum Jahresende so niedrig wie möglich zu halten.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die des Autors bzw. der Autoren und geben nicht die Ansichten von Goldmoney wieder, sofern dies nicht ausdrücklich angegeben ist. Der Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt weder seitens Goldmoney noch seitens des Autors bzw. der Autoren eine Rechts-, Finanz-, Steuer-, Anlage- oder Buchhaltungsberatung dar. Sie sollten sich nicht auf Informationen in diesem Artikel stützen oder auf deren Grundlage handeln, ohne zuvor unabhängigen fachlichen Rat einzuholen. Es wurde Sorgfalt darauf verwendet, dass die Informationen in diesem Artikel verlässlich sind; Goldmoney übernimmt jedoch keine Gewähr dafür, dass sie richtig, vollständig und aktuell sind und/oder als Hinweis auf zukünftige Ergebnisse verstanden werden können, und sie sollten nicht als solcher herangezogen werden. Goldmoney haftet nicht für Ansprüche, Verluste, Schäden oder Unannehmlichkeiten, die sich aus Informationen oder Meinungen in diesem Artikel ergeben. Jede Handlung auf Grundlage der in diesem Artikel enthaltenen Meinungen und Informationen erfolgt auf Ihr eigenes Risiko.