
Die Gold- und Silberpreise wurden am vergangenen Montag regelrecht eingebrochen, als bekannt wurde, dass Pfizer ein Medikament entwickelt hat, das bei der Behandlung von Covid-19 zu 90 % erfolgreich ist. Die Wall Street legte kräftig zu, der Dow Jones lag zur Eröffnung um 1.500 Punkte im Plus, und der handelsgewichtete Dollar-Index stieg um rund 0,7 %. Die Logik dahinter war, gelinde gesagt, verworren.
Auf Wochensicht fiel Gold gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 71 $ und notierte heute im europäischen Vormittagshandel bei 1.880 $; Silber verlor im selben Zeitraum 1,27 $ auf 24,33 $. Abgesehen vom Montag, als es zu den Turbulenzen kam, waren die Handelsvolumina ansonsten gering.
Dass beide Metallpreise so stark gedrückt wurden, lässt sich kaum anders erklären als mit den Eigeninteressen der Edelmetallbanken. Die folgende Grafik zeigt, warum.

Seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres haben die Edelmetall-Handelsabteilungen der Banken (Kategorie „Swaps“ an der Comex) Mühe, ihre Short-Positionen von Rekordniveaus aus abzubauen. Dadurch entstehen ihnen nominale Verbindlichkeiten von 38 Mrd. $ – im Durchschnitt weit über eine Milliarde Dollar je Bank.
Zuletzt unternahmen sie im März einen gezielten Versuch, dieses Problem einzudämmen, als sie den Goldpreis von 1.700 $ auf 1.450 $ drückten. Dabei fielen die Futures auf einen Abschlag gegenüber dem physischen Markt, was die Kategorie „Other Reportable“ – im Wesentlichen Außenstehende – dazu veranlasste, Futures zu kaufen und sich das Metall liefern zu lassen, um günstig an Edelmetall zu gelangen. Als klar wurde, was geschah, entstanden an der Comex beispiellose Aufschläge, weil die Market Maker gezwungen waren, Edelmetall für die Lieferung des auslaufenden April-Kontrakts zu beschaffen. Der Preis stieg ab dem Tief Ende März kräftig an und hatte vor Mitte April alle Verluste aus dem Preisrückgang wieder aufgeholt.
Nach dem Preisrückgang vom vergangenen Montag sind beim Comex-Kontrakt wieder Abschläge gegenüber dem Kassapreis zu beobachten, und es zeigen sich einige ähnliche Entwicklungen wie beim Debakel im März. Ende dieses Monats ist der letzte Handelstag des aktiven Dezember-Kontrakts, eine ähnliche Situation wie vor dem April-Kontrakt Ende März. Lieferungen in den physischen Markt verzögern sich infolge der zweiten Covid-Welle, da Mitarbeiter der Raffinerien erkrankt oder in Isolation sind. Auch wenn darüber nicht berichtet wird, könnte eine ähnliche Lage die Belieferung der Raffinerien beeinträchtigen.
Kurz gesagt: Die monopolistischen Versuche der Edelmetallbanken, die Märkte nach unten zu steuern, dürften scheitern und könnten letztlich dazu führen, dass die Goldpreise deutlich steigen.
Nachdem die Edelmetallbanken bei Silber eine ausgeglichene Position gehalten hatten, rutschen sie nun in Short-Positionen, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem praktisch kein physisches Angebot vorhanden ist. Dies zeigt unsere nächste Grafik.

Die jüngste Veröffentlichung des Commitment-of-Traders-Berichts zeigte, dass die Swaps netto 10.277 Kontrakte short sind – vielleicht eine Kleinigkeit, entspricht aber 51,4 Millionen Unzen im Wert von etwa 1,25 Mrd. $, verteilt auf 22 Banken. Auch hier ist die Versorgung mit Edelmetall aus denselben Gründen wie bei Gold erheblich gestört, hinzu kommt, dass Silber für viele Minen ein Nebenprodukt ist. Wer physisches Silber haben möchte, hat kaum eine andere Wahl, als sich den auslaufenden Dezember-Kontrakt liefern zu lassen.
Zu den weiteren Nachrichten: Präsident Trump kämpft darum, im Amt zu bleiben, und wir wissen inzwischen, dass die Wahlmaschinen leicht zu manipulieren sind und es wahrscheinlich auch wurden. Die Ungewissheit hält an.
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