
Bei einer allgemeinen Flucht in den US-Dollar schwächten sich diese Woche Yen, Euro und Pfund ab, während der Dollar sich festigte. Entsprechend verkauften die Hedgefonds an der Comex Gold und Silber, um Dollar zu kaufen. Im europäischen Handel am heutigen Morgen lag Gold bei 1.881 US-Dollar und damit 14 US-Dollar unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Silber lag bei 22,46 US-Dollar und damit 55 Cent darunter.
Unsere nächste Grafik zeigt den handelsgewichteten Index des Dollars, der weiterhin stark ist.
Doch unter diesen für den Dollar günstigen Bedingungen haben die Swap-Händler an der Comex, bei denen es sich überwiegend um Händler von Edelmetallbanken handelt, das Open Interest noch immer nicht ausreichend senken können.

Die Widerstandsfähigkeit auf dem Niveau von 550.000 Kontrakten deutet eher darauf hin, dass die Papierpreise für Gold und Silber voraussichtlich nicht viel weiter fallen werden.
Die andere von den Märkten verarbeitete Nachricht war die Erhöhung des Leitzinses der Fed um 0,5 %, die allgemein erwartet worden war. Zunächst reagierten Aktien und Anleihen mit Kursgewinnen, gaben diese gestern (Donnerstag) jedoch vollständig wieder ab. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen überschritt die Marke von 3 %, was für selbstzufriedene Anleger ein Weckruf ist.

Die Verbraucherpreisinflation dürfte sich in den kommenden Monaten der Marke von 10 % nähern. Entweder müssen die Zinsen noch deutlich weiter steigen, oder die Preise werden noch schneller steigen, nicht weil die Nachfrage aufrechterhalten wird, sondern weil die Kaufkraft der Fiat-Währungen noch schneller sinkt.
Das wird von Zentralbankern und Anlegern kaum verstanden. Sie denken vereinfachend, eine Rezession werde die Nachfrage verringern, sodass die Preise nicht mehr steigen. Sie glauben, Deflation und Inflation hätten nichts mit Veränderungen bei Währung und Kredit zu tun.
Unterdessen gibt es eine interessante Entwicklung beim russischen Rubel, die wir als Nächstes betrachten.

Es zeigt sich, dass der Rubel inzwischen mit Abstand die stärkste Währung ist, da immer deutlicher wird, dass die EU große Schwierigkeiten haben wird, die Mitgliedstaaten gegen die russische Forderung nach Bezahlung von Energie in Rubel zu einen. Während uns die Mainstream-Medien im Westen von dramatischen wirtschaftlichen Verhältnissen in Russland berichten, sprechen die Fakten eine andere Sprache. Es ist der Westen, der unter der Last seiner eigenen Sanktionen gegen Russland zusammenbricht, und nicht Russland, das Rekordüberschüsse in der Zahlungsbilanz verzeichnet.
Russland hat den Rubel faktisch an die Rohstoffpreise gebunden, insbesondere an die Energiepreise. Und genau das hat das Establishment aus Zentralbanken und Investmentbranche noch nicht verstanden.
Eine Kombination aus Währungs- und Kreditausweitung in den vergangenen Jahren untergräbt die Kaufkraft aller westlichen Fiat-Währungen. Das treibt die Preise nach oben; die verschiedenen Krisen – Covid, Lieferketten, Russland-Sanktionen – sind lediglich Katalysatoren. Der langfristige Trend sinkender Zinsen ist nun vorbei, und die Marktpreise von Finanzanlagen, die bei den großen Banken als Sicherheiten dienen, sind äußerst anfällig.
Durch die Bindung an Rohstoffe zeigt der Rubel nicht nur seine eigene Stärke an, sondern auch die Schwäche der westlichen Währungen. Und da in Gramm Gold bepreiste Rohstoffe über die Zeit stabil sind, sagt uns die Stärke des Rubels, dass auch der Goldpreis steigen müsste.
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