Marktbericht: Einbruch bei den Rohstoffen

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Industrierohstoffe, darunter Energie und Basismetalle, wurden diese Woche massiv verkauft, da weitere Belege dafür vorlagen, dass die Weltwirtschaft ins Stocken gerät; der Welthandel ist nun seit fünf Monaten rückläufig.

Gold geriet unter Druck, fiel am vergangenen Wochenende unter die Marke von 1.100 US-Dollar und rutschte auf neue Tiefststände ab. Seit Jahresbeginn liegt es 7,9 % im Minus, Silber 4,8 %. Bemerkenswert ist, wie gut sich Silber gehalten hat, obwohl es sich üblicherweise etwa doppelt so stark bewegt wie Gold.

Für die relative Stärke von Silber gibt es zwei Gründe. Der erste ist die bereits beträchtliche Short-Position bei Silber, die den Kursrückgang begrenzt. Der zweite ist, dass der starke Rückgang der Edelmetallpreise durch eine Baisse-Attacke auf Gold ausgelöst wurde. Wer sie auch inszeniert hat, wählte den Zeitpunkt sorgfältig: Es war sehr spät am Sonntagabend US-Zeit, und der Tokioter Markt (TOCOM) war wegen eines Feiertags geschlossen. Indem der Verkäufer mehrere tausend Kontrakte in einen sehr dünnen Markt warf, konnte er Stopp-Aufträge auslösen und erzielte so sofort einen Gewinn.

Der Rückgang des Welthandels, der hinter dem Ausverkauf bei den Rohstoffen steht, ist aus den chinesischen Import- und Exportzahlen schon seit einiger Zeit ersichtlich und daher kaum eine Überraschung. Die Terminmärkte werden jedoch zunehmend von spekulativen Akteuren mit heißem Geld dominiert, einer Folge der Geldpolitik der Zentralbanken, statt ein Mechanismus für Produzenten zu sein, die ihre Produktion zur Absicherung des Preisrisikos auf Termin verkaufen. Die Volatilität ist auf ein Niveau gestiegen, das andernfalls wohl nicht zu beobachten wäre.

Dies spiegelt sich in Rekord-Short-Positionen bei einer Reihe von Rohstoffkontrakten wider. Das nachstehende Diagramm zu den Short-Positionen von Hedgefonds in Gold an der Comex veranschaulicht die nahezu durchweg negative Stimmung, die die Preise antreibt.

MMGoldShortChart

Rekorde bei bärischen Positionen werden fortlaufend übertroffen. Gleichzeitig gab es jedoch einige Hedgefonds, die mutig genug waren, Long-Positionen zu halten, und sie waren offensichtlich das Ziel der Baissespekulation.

MMGoldLongsChart

Die Long-Positionen liegen für diesen Kontrakt ungefähr im Durchschnitt, sodass es für die erfolgte Baisse-Attacke eindeutig einen lohnenden Spielraum gab.

Unterdessen hat der Rückgang des Goldpreises, wie verschiedenen Berichten aus aller Welt zu entnehmen ist, erwartungsgemäß eine breite Nachfrage nach Edelmetall ausgelöst. Die Shanghai Gold Exchange meldete für die Woche bis zum 10. Juli, in der der Goldpreis durchschnittlich 1.150 $ betrug, einen starken Anstieg der Auslieferungen auf 61,8 Tonnen. Das waren 39 % mehr als in der Vorwoche, und die Menge übersteigt die weltweite wöchentliche Minenproduktion von etwa 58 Tonnen. Es wird interessant sein zu sehen, wie stark Preise auf dem Niveau von 1.100 $ die chinesische Nachfrage erhöhen. Wenn Sie mir auf Twitter folgen (@MacleodFinance), werde ich die Zahl für die Vorwoche (bis zum 17. Juli) twittern, sobald sie später am Vormittag vorliegt. Wenn ein einziges Land das gesamte neue Angebot aufnimmt, weiß man, dass Gold trotz aller bärischen Rhetorik am Markt zu niedrig bewertet ist.

Für diese Woche ist eine FOMC-Sitzung angesetzt, und am Mittwoch erfahren wir möglicherweise Genaueres über die lange erwartete Anhebung der Fed Funds Rate, also des Zinssatzes, den Geschäftsbanken auf ihre Reserveguthaben bei der Fed erhalten. Der wahrscheinliche Grund dafür, dass die Fed optimistisch ist, den Satz anheben zu können, liegt darin, dass die Banken in den letzten drei Monaten 145 Mrd. $ aus den Reserven bei der Fed abgezogen haben. Diese Tatsache könnte zusammen mit den sich verbessernden Beschäftigungszahlen eine Zinserhöhung vorziehen. Die Fed zu durchschauen ist jedoch nicht einfach, denn die FOMC-Mitglieder scheinen ihren eigenen offiziellen Prognosen zu glauben, wonach die Aussichten für die US-Wirtschaft weiterhin rosig sind, während die Entwicklung des Welthandels, wie oben dargelegt, etwas anderes nahelegt.

Nächste Woche

Montag

Eurozone: M3-Geldmenge.
Großbritannien: CBI-Industrietrends.
USA: Auftragseingang langlebiger Güter.

Dienstag

Großbritannien: Nationwide-Hauspreise, BIP (1. Schätzung), Dienstleistungsindex.
USA: S&P-Case-Shiller-Hauspreise, Verbrauchervertrauen, FOMC-Sitzung (bis zum 29.).
Japan: Umsätze großer Einzelhändler, Einzelhandelsumsatz.

Mittwoch

Großbritannien: Hypothekengenehmigungen der BoE, Netto-Verbraucherkredite, besicherte Kreditvergabe, M4-Geldmenge, CBI-Handelsumfrage.
USA: Schwebende Hausverkäufe, FOMC-Zinsentscheidung, Fed Funds Rate.
Japan: Industrieproduktion.

Donnerstag

Japan: Fahrzeugverkäufe.
Eurozone: Geschäftsklimaindex, Verbraucherstimmung, Wirtschaftsstimmung, Industriestimmung.
USA: Core-PCE-Preisindex, annualisiertes BIP, BIP-Preisindex, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
Japan: Kern-VPI, reale Haushaltsausgaben.

Freitag

Japan: Bauaufträge, Wohnungsbaubeginne.
Eurozone: HVPI-Schnellschätzung, Arbeitslosigkeit.
USA: Beschäftigungskostenindex, Chicago-PMI.

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