
Im ruhigen Handel bewegten sich Gold und Silber diese Woche seitwärts in einer engen Handelsspanne. Im europäischen Morgenhandel stieg Gold im Wochenvergleich um 13 US-Dollar auf 1945 US-Dollar, während Silber um 4 Cent auf 28,82 US-Dollar fiel. Begünstigt wurde diese Trägheit durch den Dollar, dessen handelsgewichteter Index in diesem Monat um 2 % gestiegen ist. Zweifellos dürfte dies Hedgefonds dazu ermutigt haben, Dollar zu kaufen und Gold leerzuverkaufen. In normalen Zeiten hätten die Handelsabteilungen der Edelmetallbanken den Preis gedrückt, um Stopps auszulösen und so ihre Short-Positionen einzudecken, die nach wie vor extrem kostspielig sind. Dies ist unsere nächste Grafik.

Unter technisch orientierten Händlern heißt es, dass Gold und Silber sich wahrscheinlich weiter konsolidieren werden. Und sollte Gold seinen 55-Tage-Durchschnitt testen, dürfte der Preis bei 1900 US-Dollar Unterstützung finden. Dies ist unsere nächste Grafik.

Regelmäßige Leser erinnern sich an die Bedeutung des 23. März, als die US-Notenbank Fed zur unbegrenzten Geldmengenausweitung überging, nur wenige Tage nachdem sie ihren Leitzins auf null gesenkt hatte. Gold stieg von 1460 US-Dollar auf ein Hoch von 2075 US-Dollar am 7. August. Gleichzeitig begannen auch die Preise für Industriemetalle zu steigen, und eine breite Palette weiterer Rohstoffe, von Bauholz (+250 %) bis zu Mastschweinen (+73 %), legte ebenfalls zu.
Unsere nächste Grafik stellt die Beziehung zwischen Gold und Rohstoffen in den Zusammenhang: Sie könnte die wichtigste Grafik dieses Jahres sein.

Die gestrichelte Linie teilt das Jahr 2020 in zwei Abschnitte. Zunächst die Phase der zunehmend deflationären Stimmung vor der Zinssenkung der Fed auf null am 16. März und ihrem Versprechen unbegrenzter Inflation in der FOMC-Erklärung vom 23. März. Und zweitens die inflationäre Phase, die darauf folgt. Zu diesem Zeitpunkt kehrte der S&P 500 seinen Rückgang von 33 % um und begann seinen dramatischen Anstieg auf neue Höchststände, während der handelsgewichtete Index des Dollars seinen Höhepunkt erreichte und etwa 10 % verlor.
Gold verstand den Hinweis und stieg um 40 %, während auch die Rohstoffe anzogen und moderatere 20 % gewannen. Zunächst wurden sie durch das Debakel um die Lieferung des WTI-Kontrakts im April gebremst. Doch sowohl Gold als auch Rohstoffe passen sich erkennbar an eine Welt der beschleunigten Geldmengenausweitung an. Hier ist anzumerken, dass eine schrumpfende Weltwirtschaft für in Papiergeld gemessene Rohstoffe paradoxerweise positiv ist, weil ihre Preise den Verlust an Kaufkraft des Papiergelds widerspiegeln, und das zu einer Zeit, in der Angebot und Nachfrage gleichermaßen sinken. Zudem sind Rohstoffpreise langfristig in Gold gemessen weitaus stabiler als in Papiergeld, was uns sagt, dass sie theoretisch noch weiter steigen können.
China hat bereits begonnen, auf diesen Trend zu reagieren. Das Land verkauft Dollar, um globale Rohstoffe in enormen Mengen zu kaufen und zu horten, und veräußert dafür sogar seine Bestände an US-Staatsanleihen. Bisher haben Kommentatoren die Botschaft nicht verstanden: Es geht weniger um die Rohstoffe, die stets verfügbar sind, sondern darum, dass China Wert aus seinen Papierdollar herauszieht, solange es noch kann. Rohstoffe sowie Gold und Silber sind in diesen inflationären Zeiten der einzige sichere Hafen für China.
Denken Sie einen Moment über alle Folgen nach.
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