In ihrer besten Woche seit langer Zeit setzten Gold und Silber ihren Aufwärtstrend gegenüber allen Währungen fort. Gegenüber dem Dollar stieg Gold im Wochenverlauf um 62 US-Dollar und notierte im frühen europäischen Handel bei 1.502 US-Dollar, Silber legte um 80 Cent auf 17,00 US-Dollar zu.

Es überrascht kaum, dass Gold, das am Mittwoch sein Tageshoch bei 1.510,43 US-Dollar erreichte, bei einer schönen runden Zahl eine Verschnaufpause einlegt. Bisher hat jedoch jeder Rückgang unter 1.500 US-Dollar erneute Käufe ausgelöst. Zwar ist Gold technisch überkauft und anfällig für Gewinnmitnahmen, doch deutet dies darauf hin, dass die traditionell untergewichteten Vermögensverwalter ihre Allokationen überdenken, anstatt dass reine Spekulanten zu gierig werden. Sollte das zutreffen, erklärt es die unaufhaltsame technische Dynamik hinter der Kursentwicklung.
Unsere nächste Grafik veranschaulicht diese technische Lage.

Ein Raketenstart! Nach drei Jahren einer ausgedehnten Konsolidierung und angetrieben von einem Kapitulationsverkauf im vergangenen September hat der Preis viel aufzuholen. Die Dynamik dahinter wäre, handelte es sich um eine Aktie, offenbar nicht nachhaltig. Doch Gold ist Geld und keine herkömmliche Kapitalanlage, was auch immer die meisten Menschen im Westen denken mögen.
Gold scheint gestiegen zu sein, doch ein Großteil der Preisänderung ist auf fallende Währungen zurückzuführen. Aus dieser Sicht stößt die herkömmliche technische Analyse an Grenzen, da sie annimmt, dass sich die gesamte Preisveränderung in der Anlage abspielt und die Währung konstant ist. Offenkundig liegen verschobene Fundamentalwerte zwischen Gold und dem Komplex der Papierwährungen den Preisänderungen des Goldes zugrunde.
Dies legt nahe, dass der Moment, auf den alle Goldanhänger gehofft haben, endlich gekommen ist. Das Verhältnis von Gold zum Dollar scheint hier eine künftige Geldentwertung widerzuspiegeln, angesichts zunehmender Anzeichen dafür, dass die Weltwirtschaft in Schwierigkeiten steckt, der schwindenden Aussichten auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und China und der Gewissheit, dass die Zentralbanken als Reaktion darauf ihre Geldmengen ausweiten werden. Es wird zunehmend deutlich, dass auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich negative Zinsen ausbreiten und weiter vertiefen.
Die Erkenntnis, dass das Papiergeldsystem gescheitert ist, dürfte der wichtigste Grund für den Anstieg des Goldpreises sein. Und es betrifft nicht nur den Dollar als Reservewährung, wie unsere nächste Grafik der vier wichtigsten Währungen zeigt, die auf das Ende des Goldbärenmarktes nach 2011 umgerechnet wurden.

Der Ausbruch zeigt sich in allen vier Währungen. Seit Dezember 2015 ist der Goldpreis in Yen um 23,5 % gestiegen, in Euro um 38 %, in US-Dollar um 43 % und in Pfund Sterling (das außergewöhnlich schwach war) um 75 %.
Steigen die Goldpreise weiter, besteht die Gefahr, dass an den Kapitalmärkten, an denen nur sehr wenig physisches Gold einen Berg von Papierderivaten stützt, eine oder mehrere Edelmetallbanken in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Nach früheren Erfahrungen werden systemische Probleme in einem derart sensiblen Markt gelöst, indem sich Edelmetallbanken zusammenschließen, um den Preis einbrechen zu lassen. Es spricht alles dafür, dass ein Verkauf von beispielsweise 10.000 oder 20.000 Comex-Kontrakten die Preisbewegung nur vorübergehend aufhalten würde, denn dies ist ein Währungsproblem und kein Goldproblem.
Unterdessen holt Silber auf, wobei das Gold-Silber-Verhältnis mit dem 88-Fachen noch immer sehr hoch liegt. Da der Goldpreis durch fallende Papierwährungen getrieben wird, dürfte das Verhältnis deutlich sinken.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die des Autors bzw. der Autoren und geben nicht die Ansichten von Goldmoney wieder, sofern dies nicht ausdrücklich angegeben ist. Der Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt weder seitens Goldmoney noch seitens des Autors bzw. der Autoren eine Rechts-, Finanz-, Steuer-, Anlage- oder Buchhaltungsberatung dar. Sie sollten sich nicht auf Informationen in diesem Artikel stützen oder auf deren Grundlage handeln, ohne zuvor unabhängigen fachlichen Rat einzuholen. Es wurde Sorgfalt darauf verwendet, dass die Informationen in diesem Artikel verlässlich sind; Goldmoney übernimmt jedoch keine Gewähr dafür, dass sie richtig, vollständig und aktuell sind und/oder als Hinweis auf zukünftige Ergebnisse verstanden werden können, und sie sollten nicht als solcher herangezogen werden. Goldmoney haftet nicht für Ansprüche, Verluste, Schäden oder Unannehmlichkeiten, die sich aus Informationen oder Meinungen in diesem Artikel ergeben. Jede Handlung auf Grundlage der in diesem Artikel enthaltenen Meinungen und Informationen erfolgt auf Ihr eigenes Risiko.