
Die Edelmetalle konsolidierten weiter auf den niedrigeren Niveaus und bewegten sich insgesamt seitwärts.
Gold blieb gemessen am gestrigen Schlusskurs in New York auf Wochensicht unverändert bei 1.269 $, Silber legte um 9 Cent auf 17,63 $ zu. Die Händler stehen vor der Ungewissheit, ob Gold nun tiefer fällt und die Marke von 1.200 $ testet oder ob die aktuellen Niveaus halten. Das wird die Zeit zeigen.
Auch die Comex-Zahlen bieten wenig Orientierung. Das nächste Diagramm zeigt das Open Interest des Gold-Kontrakts. Wir sehen zwar, dass das Open Interest seit dem Höchststand in der Jahresmitte deutlich zurückgegangen ist, doch ein Niveau von 500.000 Kontrakten ist keineswegs niedrig.
Es gibt jedoch einige Anzeichen dafür, dass es in der Kategorie der Managed-Money-Anleger langfristig orientierte Marktteilnehmer gibt, die ein strategisches Engagement in Gold suchen. Falls das zutrifft, ist der Spielraum für einen weiteren Rückgang des Open Interest begrenzter, und womöglich werden die klügeren Manager bei Kursschwäche ihre Positionen aufstocken. Allerdings müssen wir auch mögliche Kosmetik der Portfolios (Window-Dressing) zum Ende dieses Monats, dem Ende des dritten Quartals, berücksichtigen. Und hier stehen die Short-Positionen der Edelmetallbanken und die Boni ihrer Händler auf dem Spiel.
Die geringe Volatilität bei Gold und Silber spiegelt sich in anderen Märkten wider, wobei der Dollar am oberen Ende eines seitwärts gerichteten Konsolidierungsmusters feststeckt. Der DXY, der wichtigste an den Terminmärkten gehandelte Dollar-Index, ist zusammen mit der herkömmlichen handelsgewichteten Variante unser nächstes Diagramm.
Dieses seitwärts gerichtete Handelsmuster könnte mit einem Ausbruch nach oben enden, da der Euro nachgibt. Dabei ist zu beachten, dass der Euro 57 % des DXY ausmacht. Das ist deshalb wichtig, weil ein starker Dollar der Fed Sorgen bereitet. Die Fed will unbedingt die deflationären Effekte eines steigenden Dollars begrenzen und ist der Ansicht, dass das erschreckende Handelsdefizit auf einen stark überbewerteten Dollar zurückzuführen ist. Steigt der DXY also deutlich weiter, können wir eine Anhebung des Leitzinses (Fed Funds Rate) im Dezember wahrscheinlich ausschließen.
Doch das liegt noch in weiter Ferne und trägt zweifellos zur allgemeinen Unentschlossenheit an den Märkten bei. Allerdings stützt die Belebung der chinesischen und indischen Nachfrage nach physischem Gold die Preise etwas.
Für Anleger auf Pfund-Sterling-Basis hat sich Gold unterdessen hervorragend entwickelt, wie unser letztes Diagramm deutlich zeigt.
Ein Anstieg des Goldpreises in Pfund Sterling um 44 % in diesem Jahr zeigt, worin Gold am besten ist: Es schützt gewöhnliche Menschen davor, dass die Zentralbanker die Kaufkraft ihrer Papierwährungen nicht bewahren.
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