Marktbericht: Edelmetalle deutlich überverkauft

Gold und Silber gaben in dieser Woche nach und sind dabei stark überverkauft. Gold verlor auf Wochensicht 15 $ und notierte heute (Freitag) im frühen europäischen Handel bei 1.271 $, Silber verlor im gleichen Zeitraum 46 Cent auf 14,64 $.

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Der aktive Mai-Kontrakt bei Silber lief aus, und da einige Spekulanten ihre Positionen aufgaben, fiel das Open Interest zeitweise unter 200.000 Kontrakte. Das zeigt uns, dass die Long-Anleger die Hoffnung aufgegeben haben. Dies lässt sich an der Positionierung der Hedgefonds (Managed Money) im Commitment-of-Traders-Bericht erkennen, die unsere nächste Grafik zeigt.

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Die letzte erfasste Netto-Position stammt von vor zehn Tagen, als die Kategorie Managed Money netto 17.539 Kontrakte short war. Silber stand zu diesem Zeitpunkt bei 14,83 $, daher ist anzunehmen, dass der Wert gestern Abend bei etwa -25.000 lag. Das ist sehr, sehr stark überverkauft. Ein Update für den vergangenen Dienstag veröffentlichen wir heute nach Handelsschluss.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Gold, das wir als Nächstes betrachten.

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Bei diesem Terminkontrakt waren die Hedgefonds am 23. April netto 33.829 Kontrakte short, als der Preis in etwa auf dem heutigen Niveau lag. Es sei noch einmal betont, dass es äußerst ungewöhnlich ist, wenn große Spekulanten netto short sind; das entspricht vielleicht einer starken Backwardation der Preise.

Es wäre irreführend, diese Analogie weiterzuführen, aber der Punkt ist klar. Man sollte bedenken, dass Terminkontrakte der kurzfristige Preistreiber für Gold sind und von den Edelmetall-Banken (Bullion-Banken) kontrolliert werden. Dadurch entsteht bei Gold- und Silberpreisen eine Saisonalität, einschließlich Quartals-, Halbjahres- und Jahresenden sowie des Verfalls aktiver Kontrakte. Auch Ferienzeiten sind für die Haussiers gefährlich, weil die Aufmerksamkeit abgelenkt ist. Es dürfte mehr als Zufall sein, dass Ostern, gefolgt vom 1. Mai in der darauffolgenden Woche, mit einem allgemeinen Ausverkauf einherging.

Der übliche Plan besteht darin, die Stopps auszulösen, die Haussiers zur Verlustbegrenzung gesetzt haben. Und da algorithmische Händler bei Änderungen des sehr kurzfristigen Momentums verkaufen, funktioniert das fast immer. Wir können ihre Positionen an anderen Märkten, insbesondere bei Londoner Termingeschäften, nur erraten, aber für die Bullion-Banken ist es ein guter Weg, sich für den nächsten Aufwärtstrend zu positionieren.

Da London am Montag geschlossen ist, könnten die Edelmetalle unterdessen noch etwas weiter nachgeben, wobei Gold möglicherweise die 1.250 $ und Silber die 14,50 $ testet. Die Zeit wird es zeigen, aber unsere technische Gold-Grafik unten ordnet das ein.
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Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.252 $, und die Händler dürften prüfen, ob er den Goldpreis stützt.

Den Hedgefonds ist sicherlich aufgefallen, dass der handelsgewichtete Dollar-Index nach oben ausgebrochen ist, was auf eine Phase relativer Dollar-Stärke hindeutet. Wer sich daran erinnert, wie im vergangenen November Gold leerverkauft wurde, um Dollar zu kaufen, könnte es erneut versuchen, mit demselben Ergebnis (d. h. sie gerieten massiv in einen Short Squeeze).

In dieser Woche signalisierte die Fed keine Änderung des Leitzinses (Fed Funds Rate), abgesehen von einer leichten Senkung des auf Überschussreserven gezahlten Zinssatzes, während einige Beobachter eine Lockerung erwartet hatten.

 

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