Marktbericht: Edelmetall bei Kursrückgang gekauft

Gold hat seine jüngste Aufwärtsbewegung in dieser Woche gefestigt. Gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag war es im frühen europäischen Handel heute Morgen (Freitag) unverändert bei 1.227 $. Silber gab um wenige Cent auf 14,62 $ nach.

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Der letzte Commitment-of-Traders-Bericht (für Dienstag, den 9. Oktober) zeigte die Hedgefonds tief im Morast mit einer erschreckenden Netto-Short-Position von 109.454 Kontrakten. Dies zeigt die nächste Grafik.

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Das ist wirklich erstaunlich. Das Verhältnis von Short- zu Long-Positionen lag bei über zwei zu eins. Die gepunktete Linie bei 110.000 Kontrakten netto long markiert die durchschnittliche neutrale Position. Die Swap-Händler (die Handelsbücher der Edelmetallbanken) sind unterdessen mit 47.485 Kontrakten netto long. Sie bestimmen das Geschehen und werden daher in einem günstigen Moment den Goldpreis nach oben bringen wollen. Betrachtet man die Veränderung ihrer Positionen, liegt ihre Gewinnschwelle bei etwa 1.225 $, sodass sie keine Scheu haben werden, die Bären unter Druck zu setzen. Warum? Die Bären befinden sich bei erheblichen Verlusten bereits auf maximaler Angststufe, während die Edelmetallbanken in die Gewinnzone übergehen.

Dies war der Treiber des Goldpreises seit den Tiefständen im August. Der Squeeze könnte nun wirklich heftig werden. Man darf annehmen, dass die heutige COT-Veröffentlichung eine leichte Verringerung der Hedgefonds-Shorts zeigen wird, doch aus Preissicht hat der Spaß noch gar nicht begonnen. Deshalb wirkt die kleine Konsolidierung nach dem Anstieg um 29 $ am 10.. Oktober so positiv.

Soweit zur Technik. Der Dollar hatte eine interessante Woche, erst abwärts, dann aufwärts. Tatsächlich geht es weniger um den Dollar als um den Euro, der weiter an Wert zu verlieren scheint. Er hat den handelsgewichteten Dollar heute Morgen bereits von einem Wochentief von 95 auf 96 zurückgebracht. Das spricht für Gold, denn es hängt nicht von der Stärke des Dollars ab.

Der einzige Wermutstropfen ist die anhaltend restriktive Haltung der Fed, die am Mittwoch das Protokoll ihrer FOMC-Sitzung vom September veröffentlichte. Amateure am Goldmarkt glauben, höhere Zinsen seien schlecht für Gold, und darauf setzen zweifellos die Hedgefonds-Shorts. Der Fehler liegt darin, Edelmetall mit verzinslichen Anleihen zu vergleichen, obwohl der richtige Vergleich der mit physischem Fiat-Bargeld ist. Wer das versteht, erkennt, dass höhere Zinsen wegen dessen, was mit ihnen einhergeht, gut für Gold sein können.

Die ungarische Zentralbank hat ihren Reserven zuletzt 31,5 Tonnen Gold hinzugefügt. Auch Polen hat zugekauft, nämlich 9 Tonnen, und Russland erwirbt weiterhin rund 20 Tonnen pro Monat. Auf einer Ebene ist das opportunistisch, angesichts der Preisdrückung an der Comex. Rechnet man jedoch den Kauf von 8,46 Tonnen durch die Reserve Bank of India hinzu, sehen wir eine breite Bewegung auf dem eurasischen Kontinent, Gold in die Reserven aufzunehmen.

Die Geopolitik ist einfach. Es setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass der Dollar langfristig seine monopolartige Rolle im Welthandel verliert. Aber möchte man wirklich Yuan und Rubel anhäufen? Wahrscheinlich nicht. Ungarn jedoch treibt beispielsweise zunehmend Handel mit Russland. Das Land sieht das Projekt der Seidenstraße an seiner Tür vorbeiziehen. Was tun China und Russland? Sie kaufen Gold, und das muss auch Ungarn tun.

 

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