
Gold und Silber erlebten am Donnerstag einen starken Ausverkauf. Gold fiel seit dem Schlusskurs vom Freitag um 21 US-Dollar und notierte im morgendlichen europäischen Handel bei 1.766 US-Dollar. Silber verlor im selben Zeitraum 65 Cent und sank auf 23,10 US-Dollar.
Abgesehen von den insgesamt ruhigen Handelsbedingungen gab es keinen fundamentalen Grund für den Ausverkauf. Es stimmt zwar, dass der handelsgewichtete Index des US-Dollars (TWI) leicht anstieg und dadurch möglicherweise einige schwache Hände aus ihren Long-Positionen gedrängt wurden. Der TWI des Dollars ist unsere nächste Grafik.
Die gestrichelte Linie zeigt eine mögliche Kopf-Schulter-Umkehrformation, die bestätigt wäre, wenn der TWI unter die Marke von 92 fällt. Sollte diese Marke durchbrochen werden, ist zu erwarten, dass der TWI die Tiefststände vom Jahresanfang testet.Zurück zur Begründung des Ausverkaufs in dieser Woche: Es kann kaum Zweifel daran geben, dass er von den Edelmetallbanken getrieben wird, die dringend ihre Short-Positionen verringern wollen. Für den Londoner Markt liegen uns keine Statistiken vor, wir wissen lediglich, dass er vermutlich achtmal so groß ist wie die Comex. In den vergangenen Jahren hat sich das physische Gold, das für ETFs vorwiegend in London gelagert wird, deutlich erhöht. Wenn die Märkte in den Ferienzeiten pausieren, ist es zweifellos ein Ziel der Edelmetallbanken, dieses Goldreservoir freizusetzen.
Laut dem World Gold Council beliefen sich die gesamten physischen Bestände am 14. September auf 3.612,9 Tonnen, bei einem geringen Nettozufluss von 2,7 Tonnen seit dem 1. September. In diesen Zahlen sind die Einschüchterungen, denen schwache ETF-Halter gestern ausgesetzt waren, nicht enthalten.
Die andere Quelle der Glattstellung von Bärenpositionen sind unsere sichtbaren Freunde an der Comex, insbesondere Hedgefonds, die von kurzfristigen Erwägungen wie dem TWI des Dollars und der Kursdynamik getrieben werden. Die COT-Momentaufnahme für den Goldkontrakt vom 7. September zeigt jedoch, dass diese Quelle der Glattstellung zunehmend begrenzt wi

Die langfristige durchschnittliche Netto-Long-Position der Managed-Money-Kategorie (Hedgefonds) liegt bei 110.000. Außerdem wurden sie bei dem Kursrückgang um 30 US-Dollar am 7. September aus 14.082 Kontrakten gedrängt. Seitdem ist das Open Interest nur um 1.200 Kontrakte gesunken. Per saldo über alle Kategorien spekulativer Long-Positionen können die Edelmetallbanken ihre Netto-Short-Position daher nicht wesentlich verbessert haben.
Interessanterweise wurden die neuen Long-Positionen in jener Woche von den Kategorien „Other Reported“ und „Non-reportable“ eröffnet. Es ist wahrscheinlich, dass die Edelmetallbanken diese Kategorien für leichter aus ihren Long-Positionen zu verschrecken halten, was ihre Taktik bestätigen würde.
Robert Lambourne hat für GATA[i] einen interessanten Bericht über den Goldhandel der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erstellt. Demnach versorgt sie Geschäftsbanken offenbar mit Liquidität, indem sie physische gegen nicht zugeteilte Positionen tauscht. Ende August beliefen sich diese Swaps auf 464 Tonnen, verglichen mit 502 Tonnen Ende Juli. Der leichte Rückgang der Liquiditätsbereitstellung deutet auf eine insgesamt nachlassende Zuversicht der Käufer hin und stützt die These, dass für die Shorts jetzt ein günstiger Zeitpunkt ist, schwächere Bullen auszuschütteln und diese Swaps rückgängig zu machen.
Zum Schluss zeigen wir die monetäre Position der Kategorie „Swaps“ an der Comex, die überwiegend aus den Handelsabteilungen der Edelmetallbanken besteht, Stand 7. September, aktualisiert auf den heutigen Goldpreis.
Bisher haben die Versuche, ihre kostspieligen Positionen zu verringern, nur wenig Fortschritte gebracht.[i] Siehe https://gata.org/node/21433
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