Marktbericht: Deutlicher Anstieg über das überhängende Angebot

Gold im Vergleich zu Silber

Gold und Silber überwanden in dieser Woche mit Schwung ein geringes überhängendes Angebot und nahmen die Juni-Höchststände von 1.296 $ bzw. 17,70 $ ins Visier. Seit dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag stieg Gold von 1.259 $ auf 1.285 $ im frühen europäischen Handel am heutigen Morgen, nachdem es in den asiatischen Märkten in der vergangenen Nacht einen Höchststand von 1.289 $ erreicht hatte. Damit lag es weniger als 6 $ unter einem Ausbruch über das Juni-Hoch. Silber hat noch einen gewissen Weg vor sich: Der Preis liegt heute Morgen bei 17,05 $ und damit weiterhin 65 Cent unter seinem Juni-Hoch.

Silber wiederholt in der Phase vor dem Auslaufen des Comex-Kontrakts im August die Entwicklung von Gold: Ungewöhnlicherweise trieb damals die Glattstellung von Short-Positionen, erkennbar am Rückgang des Open Interest, den Preis nach oben. Regelmäßige Leser dieses Wochenberichts wissen, dass der Preis zum Verfall eines Kontrakts in der Regel fällt, weil Hedgefonds-Manager fast immer netto long positioniert sind und somit Gefahr laufen, dass ihre Stopps von den Edelmetallbanken ausgelöst werden. Bei Silber ist der aktive Kontrakt der September-Kontrakt; es gilt also dieselbe Situation wie im vergangenen Monat bei Gold. Der Effekt wird in unserer nächsten Grafik zu Open Interest und Preis von Silber veranschaulicht.

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Beachten Sie, wie das Open Interest seit Ende Juli gefallen ist, während der Preis gestiegen ist. Dies belegt den in meinem Bericht vom 21. Juli vorhergesagten Short Squeeze bei Silber. Allerdings hat die treibende Kraft, die Short-Positionen der Hedgefonds, die damals extreme Baisse-Positionierung bereits erheblich korrigiert, sodass dieser Effekt nun nachlassen dürfte.

Dies passt recht gut zu den technischen Charts. Der erste Anstieg von Gold und Silber ab Anfang Juli beruhte auf Short-Eindeckungen. Nach einer kleinen Konsolidierung übernahmen allmählich die Bullen. Die nächste Grafik zeigt die technische Lage, die die Bullen voraussichtlich von hier an leiten wird.

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Preis und gleitende Durchschnitte sind nun in bullischer Reihenfolge angeordnet, und der 200-Tage-Durchschnitt hat seinen Rückgang verlangsamt und dreht schließlich ins Positive. Die Konsolidierung seit Mitte April hat für Gold eine solide Basis geschaffen, um die Marke von 1.300 US-Dollar und darüber hinaus anzugehen.

Es gibt guten Grund für Optimismus. Der Dollar war in den letzten Monaten sehr schwach und hat Gold gegenüber den anderen wichtigen Währungen mit nach unten gezogen. Die nächste Grafik zeigt das Ausmaß dieses Effekts.

Mit Abstand die beste Preisentwicklung weist Gold in US-Dollar auf (blaue Linie); der Goldpreis in Euro ist der schwächste (rote Linie) und seit Jahresbeginn kaum verändert. Dies macht Gold für Europäer zu einem günstigen Investment in einer Zeit zunehmender geopolitischer Risiken.

Dieses Risiko hat sich in dieser Woche verschärft, da die USA und Nordkorea auf einen Konflikt zusteuern, der nuklear werden könnte, sofern man den von den Medien verbreiteten Informationen Glauben schenkt. Während das Land zuvor kaum in der Lage war, eine Rakete abzufeuern, die weit über das Japanische Meer hinausfliegt, soll es nun innerhalb weniger Monate einen miniaturisierten Atomsprengkopf entwickelt haben, der mit bisher unzuverlässigen Raketen ins Ziel gebracht werden kann. Falls dies zutrifft, ist der technische Fortschritt dieses gescheiterten Staates wahrhaft erstaunlich.

Wir müssen hoffen, dass dies nicht erneut eine aufgebauschte Geschichte über Massenvernichtungswaffen ist (ein Wortspiel ist nicht beabsichtigt), die zum Vorwand für den Krieg gegen den Irak wurde. Zwar schwankt die Nachrichtenlage zu diesem Thema, doch ist es vernünftig anzunehmen, dass die Politik am Rande des Abgrunds gegenüber Nordkorea noch eine Weile andauern wird, was die Edelmetallpreise tendenziell stützen dürfte.


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