Marktbericht: Der Squeeze setzt sich fort …

Short-Positionen

Gold legte im Wochenverlauf zu, Silber blieb dagegen nahezu unverändert. Gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag stieg Gold im frühen europäischen Handel heute Morgen um 47 $ auf 1.728 $, während Silber im selben Zeitraum um fünf Cent auf 15,23 $ zulegte. Silber hat zwar noch erheblichen Aufholbedarf, hat Gold jedoch seit dem Ausverkauf Mitte März prozentual übertroffen. Auf Jahressicht liegt Silber bislang dennoch 14 % im Minus, während Gold 14 % im Plus liegt.

Die große Überraschung ist, wie wenig die Edelmetallbanken beim Schließen ihrer Short-Positionen vorangekommen sind. Der jüngste Commitment-of-Traders-Bericht vom 14. April zeigte, dass die Swap-Händler (die Handelsabteilungen der Edelmetallbanken) weiterhin short sind, und zwar mit netto 172.157 Kontrakten sogar etwas stärker, ein Anstieg um mehr als 6.000 Kontrakte gegenüber der Vorwoche. Unsere nächste Grafik zeigt diese stark überverkaufte Position.



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Das Problem zeigt sich in den Positionen der vier größten Händler, die sich in den vergangenen Monaten erheblich verschlechtert haben, wie der nachstehende Screenshot zeigt.

Gold

Seit dem 14. Januar, als der Goldpreis bei 1.583 $ lag, hat sich die Netto-Short-Position der vier größten Händler um 90.442 Kontrakte erhöht, während der Goldpreis auf 1.729 $ stieg. Die zusätzlichen Verluste beliefen sich auf 1,32 Mrd. $, während sich die gesamte Position um 2,65 Mrd. $ verschlechterte. Zugleich haben die nächsten vier großen Händler ihre Netto-Short-Position um 47.384 Kontrakte reduziert, was einem Rückgang um 40 % entspricht.

Es erscheint unwahrscheinlich, dass sich die einzelnen Positionen der vier größten Händler allesamt erhöht haben, während die der nächsten vier größten um 40 % gesunken sind. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass einer der vier größten eine ausgeweitete Short-Position hält und in Schwierigkeiten steckt. Wir können das Ausmaß nicht kennen. Hätten die übrigen drei der größten Händler ihre durchschnittliche Position jedoch in ähnlichem Umfang wie die nächsten vier reduziert, stünde eine sehr große Bank mit etwa 140.000 Kontrakten im Feuer. Das wäre eine Verlustposition von 24 Mrd. $. Autsch!

Natürlich kann es sein, dass der Verlust nicht auf einen der sehr großen Händler beschränkt ist. Dabei ist festzuhalten, dass Versuche, die Position zu entschärfen, sie bislang nur verschlimmert haben: Bei allen acht haben sich die Short-Positionen seit Ende März erhöht. Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Preise für den aktiven Juni-Kontrakt an der Comex fortwährend mit einem deutlichen Aufschlag zum Londoner Spotpreis gehandelt werden. Wir sehen der aktualisierten COT-Veröffentlichung heute Abend mit großem Interesse entgegen.

Das schiere Ausmaß der wirtschaftlichen Zerstörung durch die Lockdowns beginnt man erst zu begreifen, und es ist offensichtlich, dass alle großen Zentralbanken gezwungen sind, die Geldmenge unbegrenzt auszuweiten, um jeden und alles vor einer wirtschaftlichen Katastrophe zu retten. Zudem nimmt das Kontrahentenrisiko der Banken zu, was den Handel am Londoner Terminmarkt, dem die Vermittlung einer regulierten Börse fehlt, zwangsläufig einschränken dürfte. Es ist sicherlich kein Zeitpunkt, um an der Comex derart massiv auf der falschen Seite zu stehen, und daher ist kaum nachvollziehbar, weshalb die Edelmetallpreise nachgeben sollten.


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