Marktbericht: Der Ausverkauf bei Gold und Silber stabilisiert sich

Der Ausverkauf bei Gold und Silber hat sich diese Woche stabilisiert, nachdem beide Metalle zuletzt erfolglos versucht hatten, das übergeordnete Angebot bei 1.350 US-Dollar bzw. 16,20 US-Dollar zu überwinden. Am vergangenen Freitag verlor Gold 20 US-Dollar auf 1.293 US-Dollar und gab gestern (Donnerstag) im Tief um weitere 12 US-Dollar nach, bevor es sich heute Morgen (europäischer Zeit) erholte und mit 1.294 US-Dollar auf Wochensicht in etwa unverändert war. Silber verlief ähnlich und schloss mit 15,13 US-Dollar auf Wochensicht leicht im Minus.

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In den vergangenen zwei Wochen wurden an der Comex unsichere Haussiers deutlich aussortiert, und da der April-Kontrakt allmählich ausläuft, ist das Open Interest um rund 35.000 Kontrakte zurückgegangen. Dies zeigt unsere nächste Grafik.

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Dass sich Gold und das Open Interest auf diese Weise entwickeln, ist in einem haussierenden Umfeld zu erwarten. Es spiegelt wider, dass die Preise zeitweise übers Ziel hinausschießen und sich korrigieren müssen, bevor ein weiterer Anstieg folgt. In technischer Hinsicht führt der Ausverkauf den Goldpreis auf den 55-Tage-Durchschnitt und das untere Ende der früheren Unterstützung zurück. Dies zeigt unsere dritte Grafik.
 
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Soweit also nichts Ungewöhnliches. Und obwohl wir bei Goldmoney wissen, dass Gold Geld ist, betrachten gewöhnliche Menschen und Anleger es in der Realität als Investition oder Spekulation. Folglich haben die höheren Preise im Februar Gewinnmitnahmen bei physischen ETFs begünstigt. Laut Zahlen des World Gold Council verzeichneten nordamerikanische Fonds im Februar Abflüsse von 29 Tonnen, bei weltweiten ETF-Nettoabflüssen von 33 Tonnen. Darüber hinaus haben Privatpersonen, insbesondere in Großbritannien und Europa, gemeinsam erleichtert aufgeatmet und die Preiserholung genutzt, um einen Teil ihres längerfristigen Goldengagements zu verkaufen.

Der Anstieg des Goldpreises seit September fällt in Euro und Pfund Sterling gerechnet überzeichnet aus, wie die folgende Grafik zeigt.

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Wir scheinen jedoch in ein neues Währungsregime einzutreten, vor dem Hintergrund einer globalen Konjunkturabschwächung, die das Wachstum ablöst. Sie ist so gravierend, dass die EZB angekündigt hat, das Bankensystem mit einer dritten Runde gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte („Targeted Longer-Term Refinancing Operations“, TLTRO) zu subventionieren. TLTRO-III soll zwar erst im kommenden September eingeführt werden, kann aber bei einer weiteren Verschlechterung der Konjunkturaussichten im Euroraum vorgezogen werden.

Die unmittelbare Folge war ein schwächerer Euro. Die miserable Entwicklung des Euro war die Stütze des handelsgewichteten Dollar-Index, der diese Woche um 1 % auf 97,45 stieg.

China gab gestern seine dritte Aufstockung der Goldreserven bekannt und bestätigte damit eine bedeutende Änderung seiner Reservepolitik. Auf die Höhe dieser Zukäufe kommt es nicht an, da sie nur einen kleinen Teil der gesamten Staatsbestände ausmachen. Entscheidend ist die Botschaft, dass China die Dollar aus seinen Handelsüberschüssen mit den USA nun gegen Gold verkauft und nicht automatisch in US-Staatsanleihen wieder anlegt.

Faktisch signalisiert China den USA, dass es Dollar nicht mehr automatisch recyceln wird, solange die USA China in Handels- und Technologiefragen antagonisieren. Chinas Zukäufe zu seinen Goldreserven seit November haben lediglich einen Wert von 1,25 Mrd. US-Dollar, etwa 5 % der monatlichen Exporte in die USA.

Es handelt sich daher um ein geopolitisches Signal, dessen weitere Entwicklung beobachtet werden sollte.
 

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