
Gold und Silber bewegten sich diese Woche weiter seitwärts in einer engen Spanne. Der Montag war in den USA ein Feiertag, was den ruhigen Ton offenbar vorgegeben hat. Im europäischen Handel notierte Gold heute Morgen bei 1.561 $ und damit unverändert gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Im selben Zeitraum verlor Silber 15 Cent auf 17,85 $.
Das Handelsmuster scheint zu einer moderaten Schwäche während der europäischen Handelszeiten und einer Festigung später in New York zurückgekehrt zu sein. Dies deutet darauf hin, dass US-Hedgefonds trotz nahezu rekordhoher Netto-Long-Positionen nicht verkaufen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass ein Bear Squeeze die Comex-Shortpositionen, vor allem die der Edelmetallbanken, fortwährend unter Druck setzt.
Es scheint sich eine Spaltung abzuzeichnen: Die vier größten Händler sind an der Comex zusammen nur moderat short positioniert, wie unsere nächste Grafik zeigt.

Die gestrichelte Linie zeigt die durchschnittliche Position im Zeitverlauf, die wir als neutrales Niveau zwischen überkauft und überverkauft ansehen können. Hier mitteln sich die Positionen der vier größten Händler. Möglicherweise verzerrt eine einzelne Long-Position die Zahlen. Insgesamt scheinen die großen Banken in einem überwiegend haussierenden Markt jedoch aus Schwierigkeiten herauszubleiben.
Dies steht in scharfem Kontrast zur Position der nächsten vier Händler, die unten dargestellt ist.

In dieser Grafik markiert die gestrichelte Linie das maximale Überverkauftsniveau vor dem jüngsten sprunghaften Anstieg des Open Interest, der diese Händlergruppe tief in rekordhohes Short-Terrain geführt hat.
Natürlich sind nicht alle vier Händler dieser Gruppe in gleichem Maße exponiert. Vor diesem Hintergrund deutet die Grafik darauf hin, dass zumindest an der Comex ein oder möglicherweise zwei Händler in Schwierigkeiten geraten könnten. Wir kennen weder ihre Positionen in London noch wissen wir, ob sie Out-of-the-Money-Put-Optionen gekauft haben, um mögliche Verluste zu begrenzen. Sofern der Goldpreis jedoch nicht nach unten gesteuert werden kann, erscheint es wahrscheinlich, dass an den Papiergoldmärkten systemische Probleme auftreten.
Die technische Lage von Gold sieht sehr stark aus, wie unsere nächste Grafik zeigt.

Der Kanal zwischen den beiden Trendlinien lässt zusammen mit den stark steigenden gleitenden Durchschnitten ein Mindestziel von 1.630 $ erwarten, wobei es auch deutlich übertroffen werden könnte. Händler, die short positioniert sind und sich die Charts ansehen, sollten besorgt sein.
Das fundamentale Umfeld wird im monetären Sinne zunehmend inflationär. Wirtschaftsindikatoren deuten darauf hin, dass Volkswirtschaften in eine Rezession abrutschen. Da es ein Wahljahr ist, verspricht Präsident Trump nun Steuersenkungen, die in Kürze vorgestellt werden sollen. Diese werden das Haushaltsdefizit erhöhen, was in Verbindung mit der unerwarteten Rezession bedeutet, dass in den nächsten zwölf Monaten mindestens 1,5 Billionen $ an neuen US-Staatsanleihen ausgegeben werden. Die Ausländer werden nicht kaufen, und neue Sparer werden auch nicht auf wundersame Weise auftauchen. Es wird heißen: drucken, drucken, drucken.
Diese Kolumne warnt seit Längerem vor einer sich entwickelnden Schuldenfalle, die die Finanzen der US-Regierung wahrscheinlich ruinieren wird, mit negativen Folgen für den Dollar und dem wachsenden Ausfallrisiko, das Geld in Gold treibt. Bisher gibt es dafür noch kein Anzeichen, doch wird immer offensichtlicher, dass die US-Wirtschaft und der Dollar genau in diese Richtung steuern.
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