Marktbericht: Das Imperium schlägt zurück

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Für Gold und Silber lief bis gestern (Donnerstag) alles bestens. Dann verlor Gold 37 US-Dollar, und Silber wurde um 70 Cent nach unten gedrückt. Bis zum Morgenhandel in Europa heute hatte Gold daher 32 US-Dollar auf 1.870 US-Dollar eingebüßt und Silber 54 Cent auf 27,38 US-Dollar.

Auslöser war der über den Erwartungen liegende Zuwachs bei den Beschäftigtenzahlen im privaten Sektor, den das ADP Research Institute am Donnerstag meldete. Da jedoch seit ein bis zwei Monaten massive Arbeitskräftemängel gemeldet werden, ist dies keine Neuigkeit. Entscheidend ist aber die Wirkung. Anleger werden daran erinnert, dass eine Reduzierung der Anleihekäufe (Tapering) wahrscheinlich ist (trotz halboffizieller Dementi) und dass Zinserhöhungen womöglich vorgezogen werden. Infolgedessen gibt der Aktienmarkt nach, der handelsgewichtete Dollar steigt um fünfzig Basispunkte, und die Gold- und Silberpreise werden getroffen.

An der Realität hat sich nichts geändert, doch sie dient als Vorwand, um Käufer von Gold- und Silber-Futures abzuschrecken und unter den Bullen Panik zu schüren. Zudem kommt sie jenen entgegen, die nach einem Anstieg des Goldpreises um über 220 US-Dollar seit dem 30. März eine Konsolidierung für überfällig halten. Wir müssen jedoch die Motive der beteiligten Parteien betrachten.

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Die Short-Position der Swaps ist alarmierend gewachsen und vertieft ihre Verluste. 28 dieser Handelsteams der Edelmetallbanken meldeten zuletzt Short-Positionen von insgesamt 45,7 Mrd. US-Dollar (COT-Zahlen vom 25. Mai), 20 meldeten Long-Positionen von 12,9 Mrd. US-Dollar. Das entspricht durchschnittlich 1,63 Mrd. bzw. 0,65 Mio. US-Dollar. Die Swaps an der Comex müssen offensichtlich jede Gelegenheit nutzen, schwache Bullen abzuschütteln, um ihre Netto-Shorts zu schließen.

Ihre Short-Positionen lassen sich aber nur schließen, wenn die Spekulanten übermäßig optimistisch sind und der Markt somit deutlich überkauft ist. Unsere nächste Grafik zu den Netto-Longs des Managed Money (Hedgefonds) zeigt jedoch, dass dies nicht der Fall ist.

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Die Netto-Long-Position der Kategorie Managed Money liegt genau in der Mitte dessen, was als ihr eigener Überkauft-/Überverkauft-Indikator gelten kann. Mit 107.000 Netto-Long-Kontrakten liegt sie sogar sehr nahe am langfristigen Durchschnitt von 110.000. Für die Swaps, die ihre Shorts schließen wollen, ist hier also wenig zu holen.

Unsere letzte Grafik zeigt die Position der Spekulanten insgesamt anhand des Verlaufs des Open Interest seit Anfang 2020. Ab Anfang Januar gingen die Edelmetallbanken gegen das Open Interest an der Comex vor, das ihrer Kontrolle entglitten war. Je höher das Open Interest, desto höher der Bestand an Long-Positionen der Spekulanten. Derzeit liegt das Open Interest jedoch bei weniger als 500.000 Kontrakten. Angesichts der raschen Ausweitung der Geldmenge beim US-Dollar ist das Ausmaß der bullischen Spekulation in diesem Zusammenhang sehr gering.

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Das bedeutet nicht, dass der Angriff auf Gold und Silber in wenigen Tagen vorüber sein wird, sondern nur, dass er den Swaps sehr wahrscheinlich keine nennenswerte Glattstellung ermöglichen wird. Darüber hinaus ist erwähnenswert, dass seit vergangenem Donnerstag 57,6 Tonnen Gold und 377 Tonnen Silber an der Comex zur Lieferung angedient wurden.
 





 
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