
In dieser Woche haben die Märkte das Coronavirus endlich zur Kenntnis genommen. Anleihen legten stark zu und Aktien brachen ein, da Anleger in vermeintlich sichere Anlagen flüchteten. Unedelmetalle gerieten ins Rutschen, als sich die Realität weltweiter Fabrikschließungen durchsetzte. Die Ölpreise fielen deutlich.
Nach einem anfänglichen Anstieg am Montag auf 1.689 US-Dollar fiel Gold im frühen europäischen Handel heute Morgen auf Wochensicht netto um 15 US-Dollar auf 1.627 US-Dollar. Silber, vermutlich im Einklang mit der Schwäche der Unedelmetalle, gab im selben Zeitraum um 1,30 US-Dollar auf 17,21 US-Dollar nach.
Dies sind Bauchreaktionen und nicht das Ergebnis rationaler Überlegungen. Im Fall von Silber erreichte das Open Interest an der Comex in dieser Woche einen neuen Höchststand, sodass die Edelmetallbanken darauf bedacht gewesen sein dürften, Stop-Loss-Orders auszulösen, zumal der März-Kontrakt diese Woche ausläuft. Die Kopplung an die Unedelmetalle in den letzten Tagen war für sie ein Glücksfall.
Bei hohem Handelsvolumen blieb das Open Interest beim Comex-Goldkontrakt stabil, wie unsere zweite Grafik unten zeigt.

Händler mögen zu dem Schluss kommen, dass Gold überkauft ist und sich wahrscheinlich konsolidieren wird, möglicherweise mit einem Abdriften in Richtung 1.600 US-Dollar. Es ist jedoch zu beachten, dass an den physischen Märkten die Edelmetallbestände der ETFs neue Rekorde erreichen. Ob solche Grundlagen ausreichen, um das Interesse des Establishments an niedrigeren, kontrollierten Goldpreisen zu überwinden, bleibt abzuwarten. Gegen das Argument der Überkauftheit spricht, dass der Chart aus technischer Sicht weiterhin sehr bullish aussieht, was als Nächstes folgt.

Im Moment scheint Gold unaufhaltsam, die gleitenden Durchschnitte steigen kräftig und in geordneter Reihenfolge.
Darüber hinaus ist auch der fundamentale Ausblick für Gold positiv: Da sich das Coronavirus ausbreitet, und zwar inzwischen mit zunehmender Geschwindigkeit, wird deutlich werden, dass die wirtschaftlichen Folgen eine weltweit höhere Anleiheemission erfordern. Der Großteil davon wird durch Geldmengenausweitung finanziert werden müssen, eine Tatsache, die von denjenigen ignoriert wird, die die Anleiherenditen auf neue Tiefstände treiben. Und angesichts destabilisierter Staatsfinanzen dürfte Gold anstelle von auf Papiergeld lautenden Anleihen zur sicheren Anlage werden. Man muss kein leidenschaftlicher Goldanhänger mehr sein, um die mögliche Zerstörung der Papierwährungen durch eine Explosion der Staatsverschuldung zu erkennen.
Derzeit sind die Portfolioallokationen kläglich in einer Welt, die vollständig von inflationärer Finanzierung und von Inflation zur Stützung der Bewertungen von Finanzanlagen abhängig ist. Da Gold und Silber keine regulierten Anlagen sind, hatten nur sehr wenige Portfoliomanager physische Metalle auf dem Radar, so sehr, dass sie auch verwandte Anlagen heruntergespielt haben.
Die Fehlleitung risikofreier Anlagen in Staatsanleihen ignoriert Gold, das niemandes Verbindlichkeit ist und die Folge von 48 Jahren völlig ungedeckten Papiergelds darstellt. Offensichtlich stehen wir vor einer Neuausrichtung der Anlagekonzepte, und wenn die Märkte kurz davor stehen, den Inflationismus abzulehnen, dürfte die Wirkung auf Gold und Silber dramatisch sein.
Anleger haben bisher eine enorme Chance verpasst, wie unser nächstes Diagramm zeigt, in dem Gold in den wichtigsten Währungen auf den Beginn des Bullenmarktes im Dezember 2015 umgerechnet ist.

In Pfund Sterling ist Gold um 81 % gestiegen, in Euro um 56,4 %, in Yen um 41,3 % und in US-Dollar um 56,4 %.
Nicht schlecht für einen Kuschelstein.
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