Edelmetalle erlebten diese Woche eine kräftige Erholung durch Glattstellungen von Short-Positionen, ausgelöst durch die Unsicherheit über Chinas Serie kleiner Abwertungen.
Gold erholte sich um 4 %, bevor es gestern (Donnerstag) im Zuge einer Konsolidierung um 10 $ nachgab. Und wie im obigen Chart zu sehen ist, hat Silber seine Verluste des Jahres wieder aufgeholt. Gold ist bis zu seinem 50-Tage-Durchschnitt bei 1.125 $ gestiegen, und Silber liegt über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 15,20 $. Es könnte genügend Momentum vorhanden sein, um die Kurse in Richtung ihrer 200-Tage-Durchschnitte bei 1.175 $ bzw. 16,05 $ zu treiben.
Die Nachrichten wurden von China dominiert, das den Renminbi-Dollar-Kurs um 4,6 % nach unten verschob, in einer Art, die zu einer beweglichen Anbindung geworden ist. Dies löste eine Reihe von Theorien aus, die von einer Rückkehr der Währungsabwertungen der dreißiger Jahre bis zu einer Wiederholung der Asienkrise der späten neunziger Jahre reichen. Das Motiv ist wie immer ungewiss: Für einen Keynesianer sind Abwertungen eine sinnvolle Reaktion auf eine schwächelnde Wirtschaft; für einen Anhänger des „Big Game“ ist es eine Reaktion auf die IWF-Entscheidung, die Aufnahme des Yuan in die SZR zu verschieben, die am 6. August unerwartet bekannt gegeben wurde. Es könnte ganz einfach sein: Die Stärke des Dollars gegenüber anderen Währungen hat den Renminbi in den vergangenen Jahren gegenüber fast allen anderen Währungen künstlich gestärkt und Kapitalabflüsse aus China begünstigt. Nachdem der Beitritt zu den SZR nun nicht mehr zur Debatte steht, ist es kaum überraschend, dass die Chinesen dieses Problem angehen.
Vorerst hat die an den Terminmärkten verbreitete Überzeugung, dass die Gold- und Silberpreise weiter fallen werden, einen schweren Schlag erlitten. Die deflationären Folgen der chinesischen Abwertungen für die US-Wirtschaft haben die Renditen von US-Staatsanleihen stark sinken lassen, und die Erwartungen einer Zinserhöhung in den USA im September wurden erneut verschoben.

Die Bären bei Gold und Silber haben argumentiert, dass der Dollar sich weiter festigen werde, weil die Dollarzinsen nun steigen sollen. Dass dieses Ergebnis jetzt weniger wahrscheinlich ist, untergräbt ihre Position. Es erscheint daher vernünftig, mit einer Fortsetzung des Bären-Squeeze zu rechnen. Außerdem drängt sich der interessante Gedanke auf, dass der Zeitpunkt von Änderungen der Dollarzinsen nun möglicherweise von Chinas Währungspolitik bestimmt wird. So viel zur Hegemonie des Dollars, die vermutlich der Grund dafür ist, dass der Yuan aus den SZR herausgehalten wird.
Die brennende Frage für Goldbeobachter muss die Reaktion der chinesischen Bevölkerung auf die Währungsabwertungen sein. Sofern diese Abwertungen noch weitergehen, bedeutet dies vergleichsweise höhere Goldpreise in Yuan. Wird dies Gewinnmitnahmen fördern, oder wird die Bevölkerung ihre Käufe beschleunigen, um sich gegen eine schwächere Währung abzusichern? Die Auslieferungen über die Shanghai Gold Exchange sollten mit großem Interesse verfolgt werden. Das letzte Diagramm zeigt die bisherigen Auslieferungen.

Beachten Sie die deutliche Verbesserung der Nachfrage der Bevölkerung in den vergangenen Monaten im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. In den letzten drei Monaten beliefen sich die Auslieferungen auf insgesamt 636 Tonnen, verglichen mit 392 Tonnen im selben Zeitraum des Vorjahres.
Nächste Woche
Montag
Eurozone: Handelsbilanz. USA: Empire-State-Umfrage, NAHB-Umfrage unter Bauunternehmen, Netto-TIC-Kapitalflüsse (langfristig).
Dienstag
Großbritannien: Verbraucherpreisindex, Einkaufspreise, ONS-Hauspreise, Erzeugerpreise. USA: Baugenehmigungen, Baubeginne. Japan: Zollabgefertigter Handel.
Mittwoch
Japan: Gesamtwirtschaftlicher Aktivitätsindex, Frühindikator (endgültig). Eurozone: Leistungsbilanz. Großbritannien: CBI-Industrietrends. USA: Verbraucherpreisindex.
Donnerstag
Großbritannien: Einzelhandelsumsätze. USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Verkäufe bestehender Häuser, Frühindikator, Philadelphia-Fed-Umfrage.
Freitag
Großbritannien: Öffentliche Nettokreditaufnahme. Eurozone: Erste Schätzung des Verbrauchervertrauens.
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