
In einer Woche der Konsolidierung schlossen Gold und Silber nahezu unverändert gegenüber dem Schlusskurs vom letzten Freitag. Im europäischen Vormittagshandel notierte Gold heute um 4 US-Dollar niedriger bei 1.757 US-Dollar, Silber um 18 Cent niedriger bei 22,50 US-Dollar. Der Handel an der Comex verlief insgesamt ruhig; Kursschwäche trat tendenziell früh im Handelstag auf, während die Preise am Nachmittag anzogen. Dieses Muster deutet darauf hin, dass die Edelmetallbanken darauf abzielen, physisches Gold aus ETFs, das in London lagert, freizusetzen, und zugleich versuchen, ihre Short-Positionen an der Comex im weiteren Tagesverlauf nicht zu erhöhen.
Hedgefonds haben ihre Netto-Long-Positionen an der Comex auf 30.861 Kontrakte reduziert (letzter COT-Bericht – 28. September), wie in unserer nächsten Grafik dargestellt.

Dies entspricht etwa einem Drittel des langfristigen Durchschnitts der Netto-Long-Positionen, sodass die aktuelle Positionierung überverkauft ist. Zudem hat sich der Goldpreis seit dem Allzeithoch im August 2020 im Vergleich zum Rückgang der Netto-Long-Positionen besser gehalten, als es die Auflösung der Positionen durch die Hedgefonds vermuten ließe. Diese relative Stärke ist grundsätzlich positiv zu werten.
Die aktuelle Stärke von Bitcoin hat die Debatte zwischen Bitcoin und Gold neu entfacht. Laut Zerohedge vertritt JPMorgan die Ansicht:
„Das erneute Aufkommen von Inflationssorgen unter Anlegern hat das Interesse an Bitcoin als Inflationsschutz wieder belebt. Die Attraktivität von Bitcoin als Inflationsschutz wurde möglicherweise dadurch gestärkt, dass Gold in den vergangenen Wochen nicht auf die gestiegenen Inflationssorgen reagiert hat …“
Unsere nächste Grafik, die Bitcoin in Unzen Gold und Gold in US-Dollar darstellt, veranschaulicht das Verhältnis.
Eindeutig hat Bitcoin Gold übertroffen. Und nach dem Einbruch von April bis Juli tut er dies erneut. Die einfache Botschaft ist die von JPMorgan: Zu einer Zeit steigender Preisinflation sei Bitcoin die bessere Absicherung. Dem folgen institutionelle Anleger, die der Wertentwicklung nachjagen, statt auf der Grundlage fundierter Analyse zu handeln, und dies wird dadurch legitimiert, dass US-Aufsichtsbehörden auf eine Regulierung von Kryptowährungen zusteuern. Doch die Psychologie dahinter und die Fakten müssen bedacht werden.Es gibt zwei offensichtliche Faktoren, die Bitcoin antreiben. Der erste ist die Kapitalmenge, angetrieben von Anlegern, die Angst haben, etwas zu verpassen. Der zweite ist, dass diejenigen, die die Entwertung von Fiatgeld verstehen, die Millennials sind, die Bitcoin verfolgt und davon profitiert haben und die sich naturgemäß für eine technologische Absicherung entscheiden, die auf relativen Ausgaberaten beruht.
Der letzte Punkt zeigt uns, wo wir beim öffentlichen Verständnis der Folgen unkontrollierter Staatsausgaben und Geldmengenausweitung stehen. Die Auswirkungen und Aussichten für die Kaufkraft der Fiatwährungen dämmern den Millennials, die das Geldproblem halb verstehen. Der breiteren Öffentlichkeit ist dies noch nicht bewusst; sie wird sich voraussichtlich nicht mit Bitcoin, sondern mit physischem Gold absichern. Und wenn Papierwährungen zerstört oder auch nur stabilisiert werden, wird es entweder keinen Preis für Bitcoin geben (Gold wird das Geld sein) oder die größte Spekulationsblase der Geschichte wird platzen.
Wer der Luftspiegelung des Kryptogeldes nachjagt, täte gut daran, den Hype beiseitezulegen und sich ordentlich über Geld zu informieren. Gold war in der gesamten Geschichte echtes Geld und ist stets zurückgekehrt, wenn Fiatgeld versagt hat.
Kein Fiatgeld, kein Strom, kein Bitcoin.
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