Marktbericht: Bereit für eine Hausse

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Da der aktive Silberkontrakt ausläuft und sowohl Gold als auch Silber sich der Jahreshälfte nähern, gab es in dieser Woche starken Druck seitens des Establishments in Richtung niedrigerer Preise. Obwohl der 30. Juni noch nicht erreicht ist, bleiben die Preise dennoch fest. Gold stieg gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 21 $ und notierte im frühen Handel in der europäischen Zeitzone bei 1.764 $; Silber legte im selben Zeitraum um 23 Cent auf 17,82 $ zu. Der Handel mit Comex-Gold-Futures war für den Kontrakt moderat, bei Silber jedoch verhältnismäßig reger.

Zur Wochenmitte erreichte Gold mit 1.779 $ den höchsten Stand seit Beginn dieser Hausse-Phase im Dezember 2015, wobei an der Comex weiterhin Aufschläge von 5 bis 10 $ gegenüber dem Londoner Kassapreis bestanden. Ein wichtiger Kontrollfaktor, die Arbitrage „Exchange for Physical“ (EFP), zeigt gedämpfte Volumina. Das deutet darauf hin, dass sich die EFP-Händler noch nicht von den Schrecken des Monats März erholt haben, als HSBC an einem einzigen Tag einen Verlust von 200 Mio. $ erlitt und andere Edelmetallbanken ähnliche Einbußen hinnehmen mussten.

Unsere nächste Grafik veranschaulicht die Entwicklung bei Gold am besten.



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Als das Open Interest auf knapp unter 800.000 Kontrakte anstieg, musste „etwas geschehen“. Dem Edelmetall-Establishment gelang es, den Goldpreis einbrechen zu lassen, bis er am 19. März von 1.480 $ auf 1.700 $ anzog. Das Open Interest ging weiter zurück. In der Zwischenzeit konsolidierten die Preise auf diesem Niveau von 1.700 $ und trotzten allen Versuchen der Swap-Händler (d. h. der Handelsabteilungen der Edelmetallbanken), ihre Netto-Short-Positionen glattzustellen. Dies ist unsere nächste Grafik.

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Die Netto-Short-Positionen der Swap-Händler erreichten im Februar Rekordwerte, als das Open Interest bei 715.000 lag. Der Versuch, die Long-Positionen auszuschalten, ist offensichtlich gescheitert: Die Swap-Händler sind nur geringfügig weniger short, während der Goldpreis um 150 $ höher liegt. Dadurch stiegen ihre Positionsverluste auf Rekordniveau.

Zurück zur Grafik zum Open Interest, unserer zweiten Grafik oben: Nachdem es bei 470.000 Kontrakten seinen Tiefpunkt erreicht hatte, ist es zusammen mit dem Goldpreis auf knapp 540.000 Kontrakte gestiegen. Dies sind solide Käufe, die Gold aus seiner Konsolidierungsphase zu neuen Höchstständen geführt haben.

Der Druck auf die Netto-Short-Positionen der Swap-Händler nimmt zu. Ein weiterer Preisabsturz scheint ausgeschlossen, da er beim letzten Mal kostspielig war und die Swap-Händler schlechter dastehen ließ. Diesmal könnten wir erleben, dass einige Edelmetallbanken das Handtuch werfen, zu jedem Preis glattstellen und den Markt verlassen.

Technische Analysten werden die zugrunde liegende Stärke des Marktes bestätigen, was unsere letzte Grafik zeigt.



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Da Preis und gleitende Durchschnitte in einer bullischen Abfolge stehen, besagt die Grafik nach der Korrektur im Bereich von 1.700 $, dass es Zeit für die Fortsetzung der Hausse ist.

Auch das geldpolitische Umfeld ist bullisch: Die Märkte sind gestört, doch wächst die Erkenntnis, dass die monetäre Inflation gerade erst beginnt. Die COVID-19-Infektionen scheinen in Amerika wieder zuzunehmen, und Präsident Trump liegt in diesem Wahljahr in den Umfragen hinter Biden. Vermutlich in dem Bemühen, die Gunst der Wähler zu gewinnen, hat Trump eine neue Runde von Zöllen angedroht, diesmal gegen die EU. Und der angesehene Yale-Ökonom Stephen Roach erklärte der Welt, der Dollar sei erledigt.



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