
Gold und Silber haben diese Woche zugelegt: Gold liegt im frühen europäischen Handel heute Morgen mit 1.283 US-Dollar um 14 US-Dollar über dem Schlusskurs vom letzten Freitag. Silber ist im selben Zeitraum um 18 Cent auf 17,00 US-Dollar gestiegen. Der beste Tag war Montag, nach einem schwachen Freitag.
Die Comex-Dezember-Kontrakte beider Metalle laufen aus, was den Preis beeinflusst. Die Handelsvolumina sind gesund und spiegeln die Roll-overs wider. Die Erholung des Dollars erreichte unterdessen letzten Freitag ihren Höhepunkt, gab am Montag nach, erholte sich am Dienstag und ging dann für den Rest der Woche zurück. Der Goldpreis spiegelte diese Bewegungen lediglich wider.
Silber schnitt schlechter ab als Gold: Das Gold-Silber-Verhältnis stieg von 74,51 am Montag auf 75,51 heute Morgen. Das ist wahrscheinlich auf das Roll-over der Kontrakte zurückzuführen, das die Preise üblicherweise schwächt und sich in der geringeren Liquidität des Silberkontrakts stärker zeigt. Dennoch ist es ein positives Zeichen, dass die Roll-overs früh zu beginnen scheinen, da der restliche November noch vor uns liegt.
Das Auslaufen der Dezember-Kontrakte fiel im vergangenen Jahr und im Jahr davor mit starken Kursverkäufen zusammen, auf die kräftige Erholungen folgten. Dies zeigt das nächste Diagramm zum Open Interest an der Comex und zum Goldpreis.
In beiden Fällen markierte der November den Zeitpunkt der größten Kursverkäufe, und im Dezember folgte eine Anhebung der Federal Funds Rate um einen Viertelpunkt. Von dort aus erholte sich der Goldpreis kräftig.
Der Unterschied besteht dieses Mal darin, dass der Kursverkauf ausgeblieben ist, wodurch das Open Interest deutlich unter den langfristigen Durchschnitt gesunken ist. Man kann zwei gegensätzliche Ansichten vertreten: Entweder steht der Rückgang vor einem Tiefpunkt im Dezember noch bevor, was die Haussiers hart treffen wird, oder die Goldfutures befinden sich dieses Mal schlicht in stärkeren Händen. Hier sind Hinweise auf einen frühzeitigen Rollover in den nächsten aktiven Kontrakt von Bedeutung.
Man sollte vielleicht anmerken, dass an den Märkten eine Regel oft genau dann gebrochen wird, wenn man sie aufgestellt hat. In diesem Fall spekulieren die Edelmetallbanken, die Short-Positionen halten, darauf, dass sie ihre Positionen ein drittes Mal schließen können. Andererseits scheinen die Long-Positionen der Managed-Money-Akteure dieses Mal hartnäckiger zu sein, und Gold scheint auf dem aktuellen Niveau einen Boden zu finden.
Hier kommt der Ausblick für den Dollar ins Spiel. Es kann kaum Zweifel daran geben, dass der Dollar, seit sich die Märkte auf Präsident Trump eingestellt haben, die Hauptlast getragen hat. Eine einfache Beurteilung der Wirtschaftsaussichten der USA im Vergleich zur Eurozone, zu Japan und zu Großbritannien legt nahe, dass sich der Dollar nun in einem Bärenmarkt befindet, sodass sich sein Rückgang nach der angekündigten Zinserhöhung im Dezember fortsetzen dürfte. Wenn die Märkte korrekt funktionieren, wird der Dollar weitere Rückgänge daher schon vor diesem Ereignis einpreisen.
Nach Abwägung der Wahrscheinlichkeiten dürfte der Goldpreis durch eine weitere Dollarstärke kaum negativ beeinflusst werden, was erklären könnte, warum er so widerstandsfähig ist. Ein weiterer positiver Faktor ist die Stärke der Preise für Industrierohstoffe, in dieser Woche insbesondere die für Rohöl. Saudi-Arabien erlebt eine Nacht der langen Messer, die nicht nur den Status quo, sondern den gesamten Nahen Osten zu destabilisieren droht.
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