Marktbericht: Auf der Stelle treten…

Während sich Gold in dieser Woche etwas von den Verlusten erholte, trat Silber auf der Stelle. Gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag stieg Gold um 9 $ und notierte heute im frühen europäischen Handel bei 1.473 $, während Silber 15 Cent auf 16,88 $ nachgab. Das Handelsvolumen an der Comex war bei beiden Metallen gering.

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Zu dieser Jahreszeit ist die Handelssituation an der Comex seit 2015 positiv für den Goldpreis. Da die Bullion-Banken ihre Short-Positionen zum Marktwert möglichst günstig darstellen wollen, begünstigen sie im zweiten Halbjahr einen niedrigeren Goldpreis, um dies zu erreichen. Der letzte aktive Kontrakt, Dezember, läuft am letzten Tag des Novembers aus, was die Gelegenheit bietet, die Spekulanten abzuschütteln. Dadurch verringern sich deren Short-Positionen und der Goldpreis sinkt.

Die nächste Grafik veranschaulicht den Effekt, der durch die Pfeile markiert ist.

 
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Das erste Mal, dass dies im aktuellen Bullenmarkt geschah, markierte das Ende des Bärenmarktes im Dezember 2015, als der Preis bei 1.046 $ den Boden erreichte und im folgenden Juli bei 1.375 $ seinen Höchststand erreichte. Vor dem Tiefpunkt von 2015 war der Preis das gesamte Jahr 2015 hindurch gefallen, und allein im November, vor dem Dezemberverfall, sank er um fast 10 %.

Im Dezember 2016 fiel der Preis auf 1.123 $, wobei er allein im November 163 $ verlor, stieg anschließend im September 2017 auf 1.358 $ und sank dann im Dezember 2017 auf 1.237 $. Danach stieg der Preis bis Ende Januar 2018 um 130 $ auf 1.366 $.

Der Dezember des vergangenen Jahres verlief etwas anders: Der Goldpreis fiel stark und bildete im August einen bedeutenden Tiefpunkt. Bei genauerer Betrachtung lag der Wendepunkt zum Jahresende jedoch kurz vor dem Dezemberverfall, und bis Mitte Februar dieses Jahres war der Preis um 150 $ in die Höhe geschnellt.

Das Muster ist eindeutig. In den letzten vier Dezembern hat der Goldpreis nachgegeben, bevor er in den Folgemonaten wieder zulegte, in drei Fällen spektakulär. Diesmal scheint dieselbe Dynamik vorzuliegen, jedoch mit einer wichtigen Ausnahme: Das Open Interest an der Comex liegt auf Rekordniveau, was nicht dazu passt, dass Spekulanten abgeschüttelt wurden und die Bullion-Banken ihre Positionen vor dem Jahresende reduziert haben. Da der Preis im Jahresverlauf stark gestiegen ist und das Open Interest um über 160.000 Kontrakte zugenommen hat, drohen den Bullion-Banken stattdessen hohe Bewertungsverluste in der Größenordnung von 3,2 Mrd. $ über das Jahr, die einige oder alle ihrer täglichen Handelsgewinne aufzehren.

Beim Rollover vom Dezember in den Februar, den nächsten aktiven Kontrakt, zeigte sich, dass das Rekordniveau des Open Interest eine einzelne große Position von über 300 Tonnen enthält. Die genaue Größe kennen wir nicht, doch sie ist groß genug, um die Zahlen zu verzerren, sodass die Comex stark überkauft erscheint, obwohl sie es nicht ist. Was auch immer der Grund für die Existenz dieses Großinvestors ist: Es sieht danach aus, als drohe den dauerhaft short positionierten Bullion-Banken in den kommenden Monaten eine sehr starke Marktenge (Short Squeeze), da es ihnen zum diesjährigen Jahresende nicht gelungen ist, den Markt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Das Open Interest, ein Maß für die Short-Positionen der Bullion-Banken, könnte noch weiter steigen. Ihr Überleben hängt dann von ihren Positionen am Londoner Terminmarkt ab, der stets übermäßig stark in Papier long und in Edelmetall short ist.

 

 

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