
Der Bären-Squeeze setzt sich fort, und der Goldpreis steht kurz davor, aus einem haussierenden steigenden Keil auszubrechen. Heute (Freitag) notierte Gold im frühen Handel nach Londoner Zeit bei $1237, $11 über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Vielleicht nicht dramatisch, doch stellen Sie sich vor, Sie wären einer jener Bären, die Gold-Futures verkauft haben, als Gold schwach und der Dollar stark aussah. Es ist die Angst, die den Markt treibt. Silber liegt im selben Zeitraum mit $14,69 sieben Cent höher.
Der Bären-Squeeze scheint noch weiterlaufen zu können, und unsere nächste Grafik gibt dazu Anhaltspunkte.

Der Preis hat den 55-Tage-Durchschnitt deutlich durchbrochen. Abgesehen von einem geringen Angebot bei der runden Marke von 1.250 US-Dollar (zum Teil Ausdruck der Konsolidierung Anfang Juli während des Preisrückgangs, zum Teil dadurch bedingt, dass es sich um eine runde Zahl handelt) liegt die nächste Hürde im Bereich des 200-Tage-Durchschnitts, der derzeit bei 1.273 US-Dollar steht. Bis dahin wird die negative Stimmung mit ziemlicher Sicherheit umgeschlagen sein, und Spekulanten werden versuchen, Long-Positionen aufzubauen.
Diese Analyse stützt sich lediglich auf bekannte Muster wiederkehrenden spekulativen Verhaltens und erfordert keine weiteren Erkenntnisse. Betrachten wir aber die Aussichten anderer Märkte als Anhaltspunkt für die künftige Preisentwicklung. Der Stimmungsumschwung für Anleger vollzieht sich bei Aktien, die besorgniserregende Anzeichen für den Eintritt in Bärenmärkte zeigen. Auslöser war ein plötzlicher Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen nach den Erhöhungen des Leitzinses der Fed (Fed Funds Rate). Dies hat Verwirrung gestiftet: Der Rückgang an den Aktienmärkten wird von den Kommentatoren als Frühwarnzeichen einer US-Rezession gedeutet, und die Anleiherenditen sind daraufhin zurückgegangen.
Die Anleiherenditen dürften jedoch deutlich weiter steigen. Was wir sehen, ist also eine normale Konsolidierung eines Aufwärtstrends, wie die nächste Grafik der zehnjährigen US-Staatsanleihe deutlich zeigt.

Der Trend steigender Renditen ist sehr gut etabliert, und wir können mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen, dass sie weiter steigen werden. Aus dieser Annahme ergibt sich vieles, wir konzentrieren uns jedoch auf einen wichtigen Punkt: Anleger, die aus dem Aktienmarkt in die relative Sicherheit von Anleihen flüchten, machen einen Fehler. Das Beste, was sich sagen lässt, ist, dass ihre Verluste geringer ausfallen werden als bei einem Verbleib in Aktien.
Das ist das grundlegende Problem der Welt des Papiergeldes (Fiatgeld). Wenn sich die Kreditkrise zu entfalten beginnt (und genau das scheint der Fall zu sein), besteht Sicherheit nur darin, sich ihr vollständig zu entziehen. Ihre Alternativen beschränken sich dann auf Bargeld in Fiatwährung oder Edelmetalle, allen voran Gold.
Zurück zum aktuellen Marktumfeld: Der Mainstream hat noch nicht verstanden, dass die Anleiherenditen weiter steigen müssen, bevor die nächste Kreditkrise eintritt. Nachdem sich nun eine solide Basis für den Goldpreis bildet, dürfte Gold als bedeutender Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios nachgefragt werden.
Das Problem ist, dass die Portfolioanteile auf oder nahe einem historischen Tiefstand liegen müssen und das Angebot an physischem Gold äußerst begrenzt ist. Sobald der Goldpreis die Marke von 1.260 bis 1.270 US-Dollar überwindet, könnte der Anstieg explosionsartig verlaufen.
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