Markt wartet auf Fed-Protokoll

Gold und Silber haben sich in den vergangenen 24 Stunden stabilisiert. Die Händler warten auf die Veröffentlichung des jüngsten Protokolls der US-Notenbank – zur Sitzung des Offenmarktausschusses vom 29. und 30. Januar – später am Tag, in der Hoffnung auf weitere Hinweise zur Richtung der US-Geldpolitik.

Der FTSE All-World-Aktienindex steht auf einem neuen Vierjahreshoch, während der Dollar und US-Staatsanleihen unter Druck stehen; die Rendite der zehnjährigen Anleihe lag zeitweise bei 2,03 %. Keine Sorge: Laut einem Kommentator im amerikanischen Finanzfernsehen ist der Aktienmarkt „auf Aufwärtskurs getrimmt“. Das stimmt durchaus, wie der Anstieg der Anleihekäufe der Fed seit Ende letzten Jahres belegt (siehe Grafik unten).


Bereinigte Geldbasis der Federal Reserve Bank of St. Louis

Die negative Stimmung gegenüber Gold erreicht neue Höhen (oder sollte man sagen: Tiefen?). Barron’s ($) fragt, ob der „(Anti-)Goldrausch begonnen hat“. Das Magazin stellt fest, dass das Interesse der Spekulanten an Put-Optionen – also an Wetten, die bei fallendem Preis Gewinn bringen – zunimmt.

Ebenso deutet der jüngste Commitments-of-Traders-Bericht zu Gold, wie Jesse anmerkt, darauf hin, dass die Edelmetallbanken beginnen, ihre Positionen einzudecken, während kleine Spekulanten und Hedgefonds die Short-Seite einnehmen. Dies könnte ein Kontraindikator sein – ähnlich dem Pessimismus bezüglich des Euro im vergangenen Sommer –, doch das wird nur die Zeit zeigen.

Für Leser könnte James Turks Einschätzung zur jüngsten „Prüfung“ der Goldbestände der Fed interessant sein. „Völliger Unsinn und Propaganda“, wie James sagt. Eine grundlegende Tatsache für alle, die neu in diesem Thema sind: Nur 5 % des Goldes des US-Finanzministeriums werden bei der Fed gehalten. Die übrigen 95 % lagern auf den Armeestützpunkten Fort Knox und West Point, ein Teil außerdem in der Denver Mint. Wenn also vom Gold der Fed die Rede ist, sollte man nicht annehmen, dass damit die offiziellen Bestände der US-Regierung gemeint sind.

Zurück zu den Goldmoney Analysen