Die wissenschaftliche Erforschung komplexer Systeme hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Disziplinen verändert. Sie ermöglicht es Forschern sowohl in den Natur- als auch in den Sozialwissenschaften, so unterschiedliche Phänomene wie Erdbeben, die globale Erwärmung, demografische Muster, Finanzkrisen und das Versagen von Werkstoffen zu modellieren und vorherzusagen. In diesem Buch wendet Didier Sornette seine vielfältige Erfahrung in diesen Bereichen mutig an, um eine einfache, leistungsfähige und allgemeine Theorie darüber aufzustellen, wie, warum und wann Aktienmärkte crashen.
Die meisten Versuche, Marktversagen zu erklären, suchen nach auslösenden Mechanismen, die Stunden, Tage oder Wochen vor dem Zusammenbruch auftreten. Sornette vertritt eine grundlegend andere Sicht: Die eigentliche Ursache sei Monate und sogar Jahre vor dem abrupten, katastrophalen Ereignis im Aufbau kooperativer Spekulation zu suchen, die sich häufig in einem beschleunigten Anstieg des Marktpreises niederschlage, der auch als „Blase“ bezeichnet wird. Gestützt auf eine anspruchsvolle, schrittweise Analyse mit modernsten physikalischen und statistischen Modellierungsverfahren, gewinnt er bemerkenswerte Erkenntnisse und einige Prognosen – darunter die, dass das „Ende der Wachstumsära“ um das Jahr 2050 eintreten werde.
Sornette untersucht bedeutende historische Vorläufer, um nur einige zu nennen: von der jahrzehntelangen „Tulpenmanie“ in den Niederlanden, die 1637 plötzlich verwelkte, über die Südseeblase, die 1720 in England mit dem ersten gewaltigen Börsencrash endete, bis zum Großen Crash vom Oktober 1929 und dem Schwarzen Montag 1987. Er kommt zu dem Schluss, dass die meisten Erklärungen außer der kooperativen Selbstorganisation die subtilen Blasen nicht erfassen, mit denen die Märkte den Boden für die Katastrophe bereiten.
Jeder Anleger und jeder Investmentprofi, der ein echtes Verständnis drohender Finanzkatastrophen anstrebt, sollte dieses Buch lesen. Physiker, Geologen, Biologen, Ökonomen und andere werden Why Stock Markets Crash als eine höchst originelle „wissenschaftliche Erzählung“, wie Sornette es treffend nennt, über die spannende und mitunter furchteinflößende, aber nicht mehr ganz so unergründliche Welt der Aktienmärkte begrüßen.