The Forgotten Depression: 1921: James Grant - 2014

Vom Herausgeber des angesehenen Grant’s Interest Rate Observer: eine Darstellung der schweren Wirtschaftskrise von 1920–21, die im Hinblick auf staatliche Eingriffe den Grundsatz „weniger ist mehr“ vertritt. Es ist eine marktwirtschaftliche Entgegnung auf die keynesianischen Konjunkturmaßnahmen, die Bush und Obama in der Rezession von 2007–09 anwandten und unter deren Nachwirkungen das Land laut Grant noch immer leidet.

James Grant erzählt die Geschichte der letzten Depression Amerikas, die vom Staat unbehandelt blieb; sie war vergleichsweise kurz und korrigierte sich selbst, bevor die Goldenen Zwanziger anbrachen. Sein Buch erscheint im fünften Jahr einer schwachen Erholung von dem übertherapierten Abschwung der Jahre 2007–2009.

In den Jahren 1920/21 begegneten Woodrow Wilson und Warren G. Harding einem tiefen wirtschaftlichen Einbruch, indem sie ihn scheinbar ignorierten, und setzten dabei Maßnahmen um, die die meisten Ökonomen des 21. Jahrhunderts als rückständig bezeichnen würden. Angesichts stark fallender Preise, Löhne und Beschäftigungszahlen glich die Regierung den Haushalt aus und erhöhte über die Federal Reserve die Zinsen. Es wurde kein „Konjunkturprogramm“ aufgelegt, und bereits Ende 1921 war eine kräftige, beschäftigungsstarke Erholung im Gange.

1929 geriet die Wirtschaft erneut in eine Krise und rutschte immer weiter ab, als die Regierung Hoover genau die Maßnahmen ergriff, auf die Wilson und Harding verzichtet hatten. Grant argumentiert, dass gut gemeinte Eingriffe des Bundes, insbesondere die vom Weißen Haus angeführte Kampagne zur Stützung der Industrielöhne, dazu beitrugen, aus einer schweren Rezession die schlimmste Depression in der Geschichte Amerikas zu machen. Er greift auf die Erfahrungen der früheren Depression zurück, um Lehren für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen. Dies ist eine überzeugende Antwort auf die vorherrschende Vorstellung davon, wie eine Rezession zu bekämpfen sei. Das marktwirtschaftliche System ist widerstandsfähiger, als selbst seine Befürworter ihm zutrauen, wie Grant darlegt.

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