Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie: Joseph Schumpeter – 1952

Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie zählt nach wie vor zu den bedeutendsten sozialtheoretischen Werken dieses Jahrhunderts. Als das Buch erschien, prophezeite der New English Weekly, es werde in den nächsten fünf bis zehn Jahren gewiss ein Werk bleiben, mit dem sich jeder vertraut machen müsse, der für sich ein gewisses Maß an Kenntnissen in Soziologie oder Wirtschaftswissenschaft beansprucht. Fünfzig Jahre später erscheint diese Vorhersage etwas zu zurückhaltend.

Warum hat das Werk so lange Bestand gehabt? Schumpeters These, dass die Keime des Niedergangs des Kapitalismus in ihm selbst lägen, und seine ebenso starke, entgegengesetzte Ablehnung des zentralistischen Sozialismus haben Leser seit Erscheinen des Buches verwirrt, beschäftigt und empört. Weil Schumpeter sich weigerte, für eine der beiden Positionen Partei zu ergreifen, konnte er sowohl einen eigenen, bedeutenden und originellen Beitrag leisten als auch den Weg für eine ausgewogenere Betrachtung der wichtigsten gesellschaftlichen Bewegungen seiner und unserer Zeit ebnen.

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