Last chance saloon

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In dieser Woche setzten Gold und Silber die Verkäufe vom vergangenen Freitag fort. Netto lag Gold im europäischen Handel am heutigen Morgen mit 2.008 US-Dollar nur 8 US-Dollar unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, nachdem es am Freitag bereits um 34 US-Dollar gefallen war. Silber wurde deutlich stärker abgewertet: Es fiel seit dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 1,70 US-Dollar auf heute Morgen 23,93 US-Dollar, was einem Abschlag von insgesamt über 2 US-Dollar gegenüber dem Höchststand vom 4. Mai entspricht.

Gestern stieg der handelsgewichtete Dollar-Index auf 102,04 und schuf damit die Voraussetzungen dafür, dass die Swap-Händler an der Comex versuchen konnten, die Spekulanten abzuschütteln. Die Handelsvolumina bei Gold- und Silberkontrakten waren hoch, was typisch für Verkaufsphasen vor anschließenden Kursanstiegen ist. Und die zugrunde liegende technische Lage sieht sehr stark aus. Dies ist unsere nächste Grafik:

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Diese Konsolidierung auf dem Niveau von 2.000 bis 2.050 US-Dollar ist völlig natürlich, da sich die Spekulanten erst an den Gedanken von Preisen über 2.000 US-Dollar gewöhnen müssen. Die professionellen Händler wissen das, und da sie netto short positioniert sind, sehen sie die Gelegenheit, schwache Halter abzuschütteln. Doch angesichts der starken Unterstützung durch die zugrunde liegenden gleitenden Durchschnitte wissen sie, dass dies für sie die letzte Chance ist („last chance saloon“).

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis der handelsgewichtete Dollar-Index unter 100 fällt. Dies ist unsere nächste Grafik.

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Was könnte also dazu führen, dass er nachgibt?

Der offensichtlichste Faktor ist ein Scheitern der Verhandlungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze. In der Vergangenheit war die Anhebung der Schuldenobergrenze eine Farce, doch diesmal scheinen die Republikaner im Streit um Bidens Inflation Reduction Act hart zu bleiben und fordern Kürzungen von 4,8 Billionen US-Dollar über zehn Jahre. Zudem stehen die einjährigen Credit Default Swaps, die das Insolvenzrisiko der USA widerspiegeln, mit 150 Basispunkten auf einem Rekordstand, verglichen mit 2,5 Basispunkten für Deutschland, 7,5 für das Vereinigte Königreich und sogar 39 für Italien.

Die Märkte sind offensichtlich besorgt. Darüber hinaus schrumpft die Geldmenge laut Ryan McMaken vom Mises Institute so stark wie seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Und die PacWest Bank ist eine weitere kalifornische Bank in der Krise – und sie wird nicht die letzte sein.

Abgesehen von der Credit Suisse ist die Bankenkrise in anderen Rechtsräumen noch nicht zutage getreten, sodass der Fokus klar auf der Fragilität der US-Banken und des Dollars liegt. Da über 40 % der Einlagen des Bankensystems in ausländischem Besitz sind, wird deren sich entwickelnde Einschätzung der Bankrisiken entscheidend sein, zumal die Fed selbst in ihrer Bilanz tief im Minus steht. Zudem haben ausländische Einleger kaum Engagements bei Regionalbanken, sondern konzentrieren sich stark auf die global systemrelevanten Großbanken.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies die nächste Phase eines Banken-Runs in den USA anheizen wird, der sowohl diese G-SIBs als auch den Dollar selbst untergräbt.

Unsere nächste Grafik zeigt unterdessen die Brutto- und Netto-Positionen der Swap-Händler in Goldkontrakten, gemessen in US-Dollar.

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Die Brutto-Short-Positionen beliefen sich am 2. Mai auf 56,6 Mrd. US-Dollar, verteilt auf 23 Händler, was einer durchschnittlichen Position von knapp 2,5 Mrd. US-Dollar je Händler entspricht. Angesichts schrumpfender Bankeinlagen werden die Edelmetallbanken, die in dieser Kategorie die Mehrheit bilden, von ihren Treasury-Abteilungen unter erheblichen Druck gesetzt werden, diese Positionen so bald wie möglich abzubauen.

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