Die japanische Regierung setzt seit dreiundzwanzig Jahren die keynesianischen Instrumente der Defizitfinanzierung und in jüngerer Zeit die monetaristische Politik einer Ausweitung der Geldmenge ein, um zu verhindern, dass die Wirtschaft in eine Rezession abgleitet, und um ein gewisses Wachstum zu erzeugen.
Vor der Spekulationsblase der späten 1980er-Jahre wurde die japanische Wirtschaft von der Sparneigung getragen. Der starke Sparstrom verschaffte der japanischen Industrie Zugang zu einer stabilen, kostengünstigen Quelle realen Kapitals, mit dem sie hochwertige Exportgüter zu wettbewerbsfähigen Preisen herstellen konnte. Zwar lief im Sinne der freien Marktwirtschaft in Japan vieles falsch, doch dieses Merkmal glich seine wirtschaftlichen Sünden mehr als aus. Dann kam jedoch die Blase auf, angetrieben von der institutionellen Gier der Zaibatsu, die über ihre Banken eine spektakuläre Kreditausweitung genehmigten, und wie es bei Blasen so ist, platzte auch diese spektakulär. Seitdem hat die Regierung alles getan, um zu verhindern, dass Banken zusammenbrechen und industrielle Fehlinvestitionen abgewickelt werden.
Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft, die seither kaum vorangekommen ist. Japanische Investitionen in die Fertigung sind anderswohin geflossen, insbesondere in andere südostasiatische Staaten und nach China. Die Defizitausgaben haben somit einen Berg an Staatsschulden hinterlassen, dem kein wirtschaftlicher Fortschritt im Inland gegenübersteht. Da die Staatsverschuldung inzwischen 240 % des BIP beziehungsweise über eine Billiarde Yen beträgt, greift Japan als einzige und letzte Lösung zu einer beschleunigten Geldschöpfung.
Dies wird die Währung des Landes zerstören; zudem hat Japan mit seiner alternden Bevölkerung ein weiteres Problem. Die Sparer von einst zehren ihre Ersparnisse nun in zunehmendem Tempo auf. Das bedeutet, dass das echte Kapital, das die japanische Industrie für Investitionen nutzen könnte, nicht mehr vorhanden ist. Der Wechsel von der Ersparnisbildung zum Abschmelzen der Ersparnisse zeigt sich allmählich auch in den japanischen Handelszahlen. Diese rutschen nun ins Defizit, was den Übergang von einer privaten Netto-Ersparnisbildung zu einem privaten Netto-Konsum widerspiegelt.
Dies führt zwangsläufig zu einer wachsenden Menge an Yen in schwachen ausländischen Händen und dazu, dass der Staat Kapital importieren muss, um sein Defizit zu decken. Japan finanziert sich nicht mehr selbst. Das bedeutet, dass die Zinsen steigen müssen – doch man bedenke die Kosten für die am höchsten verschuldete Nation der Welt.
Meine Analyse enthält wenig Neues und sollte gewiss niemanden überraschen. Kritiker Japans verweisen seit mindestens einem Jahrzehnt auf die sich verschlechternde Altersstruktur, und den Märkten war offensichtlich, dass keynesianische und monetaristische Lösungen keine positive Wirkung gezeigt haben. Schließlich bewegt sich der Nikkei-Index noch immer bei etwa einem Viertel seines Höchststands vom Dezember 1989. Die Wirtschaft befindet sich schlicht in einer anhaltenden Flaute.
Der Unterschied heute ist die Entwicklung hin zu einem Handelsdefizit, das immer größere Mengen an Yen in schwache ausländische Hände bringen wird. Aus diesem Grund dürfte 2013 das Jahr werden, in dem die Anhäufung von Staatsdefiziten und die Ausweitung der Geldmenge zusammen den Yen endgültig untergraben.