Der fünfte Jahrestag der Finanzkrise rückt näher, zumindest für das britische Bankensystem: Vor fünf Jahren standen besorgte Einleger Schlange, um ihr Geld von Northern Rock abzuheben, was die unvermeidliche Rettung durch den Steuerzahler zur Folge hatte.
Jahrestage sind oft ein Anlass zum Nachdenken. Das Scheitern von Northern Rock markierte das Platzen der britischen Immobilienblase. Die Anzeichen übertriebener Bewertungen waren allesamt vorhanden, insbesondere die Spekulation im Buy-to-let-Markt, die breite Beteiligung der Öffentlichkeit an einer „sicheren Sache“ und Northern Rock, das Kredite mit einem Beleihungsauslauf von 120 % vergab. Dieselben Stimmungsextreme zeigten sich in den USA, wo es einen Kreditrausch gab, der auf der falschen Annahme beruhte, ein breit gestreutes Hypothekenportfolio sei irgendwie risikofrei.
Überall platzten Blasen. Für die akademischen Ökonomen kam dies völlig unerwartet, worauf die Queen auf köstliche Weise hinwies: Bei der Eröffnung des New Academic Building der London School of Economics wollte sie wissen, warum niemand die Krise kommen sah. Sie erhielt keine Antwort. Dieselben Akademiker beruhigten uns, die Krise sei nur ein vorübergehender Rückschlag, und das normale Wirtschaftswachstum werde bald wieder einsetzen. Doch nun, fünf Jahre später, warten wir noch immer auf die Erholung und versinken dabei immer tiefer im Morast; und Ihre Majestät mag über diese Tatsache noch immer nachdenken.
Das Problem ist eine Fehldiagnose, weshalb die Keynesianer von Anfang an auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Sie scheinen nicht zu begreifen, dass ihre Politik der stetig wachsenden Verschuldung in der realen Welt eine Grenze hat. Nachdem das Establishment der Wirtschaftswissenschaften die Verschuldung als Lösung früherer wirtschaftlicher Schwierigkeiten immer wieder ausgeweitet hat, ist es selbstgefällig geworden. Es möchte gewiss nicht liebgewonnene neoklassische Annahmen überdenken. Deshalb glaubt es weiterhin, „mehr vom Gleichen“ sei die Antwort: Geld in die Wirtschaft einspeisen und die Staatsausgaben erhöhen. Wenn das scheitert, dann nur, weil wir es nicht entschlossen genug tun.
Nun, fünf Jahre später, gibt es keine nennenswerte Erholung, und die Krise hat sich auf die Eurozone verlagert. Wenn sie dort nicht gelöst werden kann, droht sie das gesamte globale Bankensystem zum Einsturz zu bringen.
Die keynesianische Antwort lautet erwartungsgemäß, so viel Geld zu drucken, wie nötig ist. Schließlich sei der Ausblick für die Inflationsrate harmlos. Die Zinsen liegen bei null, und deshalb hätten die Regierungen, mit Ausnahme einiger in der Eurozone, die Pflicht, unbegrenzte Summen zu vernachlässigbaren Kosten aufzunehmen, um die Erholung sicherzustellen. Die keynesianische Analyse ist selbstverständlich grundlegend fehlerhaft. Sie unterstellt, Sparen sei schlecht, Ausgaben seien gut und Schulden spielten keine Rolle. Sie ignoriert die eigentliche Grundlage einer soliden Volkswirtschaft wie der deutschen und befürwortet die Politik, die allen gescheiterten Staaten gemeinsam ist.
Man fragt sich, ob die nächste Krise, das vorhersehbare Ergebnis des falschen Umgangs mit der ersten, bis zum sechsten Jahrestag eintreten wird. Ich für meinen Teil kann den aufschlussreichen Kommentar der Queen dazu kaum erwarten. Vielleicht könnten ihre Finanzberater, die diesmal womöglich auf der Verliererseite stehen, darüber nachdenken, wie sie das Königliche Portfolio bisher vor systemischen Risiken geschützt haben. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einige Einblicke, wie gut sich verschiedene Anlageformen in den vergangenen fünf Jahren bei der Erhaltung der Kaufkraft geschlagen haben, wobei der Kauf von Gold und Silber der klare Gewinner war.
