Inflation und die Geldpolitik der Fed

Jay Powell hat signalisiert, dass sich die Inflation nachhaltig auf das 2-Prozent-Ziel der Fed zubewegt und der Arbeitsmarkt sich abgekühlt hat. Die Hoffnungen auf eine Zinssenkung wachsen, doch die Fed wird massiv in die Irre geführt …

Die Dynamik hinter der Zinspolitik

Zweifellos beruhen die Marktwerte überall auf der Annahme, dass die Fed die Zinsen senkt. Bis zu einem gewissen Grad könnte dies zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Bislang hat sich die Wirkung auf die zehnjährige US-Staatsanleihe, die den Bewertungsmaßstab für sämtliche Finanzanlagen setzt, darin gezeigt, dass ihre Rendite in den vergangenen Monaten von 4,7 % auf aktuell unter 4,2 % gesunken ist. Ich habe eine mögliche Unterstützungslinie bei 4,08 % eingezeichnet (die gestrichelte Linie).

Ein Diagramm mit einem Liniendiagramm

Automatisch generierte Beschreibung

Zwar gibt es kaum Belege dafür, dass diese Linie der Rendite als Untergrenze dienen wird, doch ist, wenn man sie als Referenzpunkt nimmt, festzuhalten, dass eine erwartete Zinssenkung im September größtenteils bereits eingepreist ist. Da Powell jedoch offenbar glaubt, dass die Inflation unter Kontrolle gerät, sollten wir diese Annahme hinterfragen. Sollte Powell sich irren, wird es bestenfalls bei höchstens einer Senkung bleiben, bevor sich der Aufwärtstrend der Anleiherenditen fortsetzt.

Offenkundig hat die Fed wenig Ahnung davon, was zu Inflation führt. Der Offenmarktausschuss stützt sich lediglich auf fragwürdige Statistiken der Vergangenheit, da er den Zusammenhang zwischen Inflation und Kredit und damit den künftigen Verlauf des allgemeinen Preisniveaus offenbar nicht versteht.

Vor Keynes’ Erfindung der Makroökonomie war allgemein bekannt, dass die Ausweitung der Verschuldung für nicht finanzielle Zwecke inflationär wirkte – genauer gesagt tendierte sie dazu, den Wert bestehender Kredite, gemessen an ihrer Kaufkraft, auszuhöhlen. Mehrere Ökonomen wie von Mises und Bankfachleute wie Alfred Lansburgh, die beide die europäischen Inflationen Anfang der 1920er-Jahre miterlebt hatten, wussten das. Seit der Veröffentlichung von Keynes’ „General Theory“ und insbesondere in der Zeit nach Bretton Woods verschließt die Wirtschaftswissenschaft jedoch die Augen davor.

Wir können die Inflationstrends näherungsweise quantifizieren, indem wir die Zunahmen der Staats- und der Verbraucherverschuldung addieren, denn dabei handelt es sich unbestreitbar um unproduktive Schulden. Zudem müssen wir Veränderungen des Sparvolumens berücksichtigen: Steigen die Ersparnisse, sinkt die unmittelbare Nachfrage nach Gütern; sinken sie, werden sie zu einer zusätzlichen Quelle inflationären Drucks. Das Ergebnis zeigt die nachstehende Tabelle. 

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