Immer mehr Belege deuten darauf hin, dass die jüngste Stärke des US-Dollars ein vorübergehendes Phänomen war, was für Gold und Silber positiv ist.

Gold und Silber befanden sich in dieser Thanksgiving-Woche nach den starken Kursverlusten am Montag in einer Konsolidierungsphase. Im asiatischen Handel am Freitag lag Gold bei 2.637 US-Dollar, 77 US-Dollar unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, und Silber bei 30,20 US-Dollar, 1,13 US-Dollar niedriger im selben Zeitraum. Der Umsatz ging im Verlauf der Woche bis Thanksgiving zurück, das in den USA ein gesetzlicher Feiertag ist. Zudem liefen die Dezember-Kontrakte an der Comex aus, da die ersten Andienungsmitteilungen für die Lieferung heute fällig sind.
Das Zusammentreffen von Kontraktablauf und den Folgen des erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampfs von Trump für den Dollar an den Märkten hat bullische Spekulanten aus den Terminkontrakten gedrängt. Dies führte zu einem Einbruch des Open Interest bei Gold an der Comex und zu einem deutlichen Rückgang bei Silber. Die Charts dazu folgen:

Zwar hat diese veränderte Lage vor dem Hintergrund der Dollarstärke Unsicherheit in die bullische Spekulation getragen, doch ist bemerkenswert, wie gut sich der Goldpreis gehalten hat, während das Open Interest in sich zusammenfiel (siehe oberes Diagramm). Das zeigt eine außerordentlich starke zugrunde liegende Entwicklung. Betrachtet man das Open Interest als groben Indikator für überkaufte beziehungsweise überverkaufte Märkte, besteht das Risiko nun darin, dass ein weiter steigender Goldpreis die Short-Positionen weiter unter Druck setzt, und nicht in weiteren Kursrückgängen beim Gold.
Das Verhältnis zwischen dem Silberpreis und seinem Open Interest ist für einen anhaltenden Bullenmarkt normal. Da die Entwicklung beim Gold den Zeitpunkt für Silber bestimmt, ist kein weiterer Kommentar nötig.
Die andere Seite des Paarhandels der Hedgefonds ist der Dollar. Seine jüngste Stärke hat die Fonds zweifellos auf dem falschen Fuß erwischt und sie gezwungen, ihre Long-Positionen in Gold aufzulösen und, wenn überhaupt, zum Ausgleich ihrer Verluste Short-Positionen einzugehen. Tatsächlich ist es bemerkenswert, dass der Preisrückgang bei Gold-Futures nicht größer ausgefallen ist, was sich nur durch die fehlende physische Liquidität erklären lässt. Mein Chart des handelsgewichteten Dollarindex (TWI) folgt:

Dieser Index scheint am oberen Ende einer etablierten Handelsspanne an eine harte Grenze gestoßen zu sein, was ihn am Mittwoch um 0,75 % nach unten drehte. Die gleitenden Durchschnitte sehen zwar positiv aus, schwanken aber seit zwei Jahren unbestimmt hin und her und senden falsche Signale. Um eine bullische Einschätzung zu bestätigen, ist nun ein klarer Ausbruch über 107,50 erforderlich. Derzeit steht der TWI bei 105,88.
Eine Marktanalyse statt einer technischen Analyse hilft, die Lage zu klären. Die Dollar-Rally ist ausschließlich auf Trumps erfolgreiche Wahl zurückzuführen, die zu einer Anpassung der Währungspositionen geführt hat. Die Käufer von Dollar sind überwiegend auf dem falschen Fuß erwischte Short-Positionen, ein Phänomen, das einmalig ist. Ich bezweifle, dass ausländische Anleger versucht sind, zu Dollar-Bullen zu werden, angesichts ihrer Skepsis gegenüber Trumps Politik, die auf ihren Erfahrungen aus seiner ersten Amtszeit beruht. Wenn überhaupt, werden sie eher in die Stärke hinein verkaufen, was wir am Mittwoch wahrscheinlich gesehen haben.
Daraus folgt, dass die Korrektur beim Gold ihren Lauf genommen hat und selbst Spekulanten in Betracht ziehen sollten, hier Long-Positionen aufzubauen.
Damit liegt es auf der Hand – drei Gründe sprechen dafür, dass die Konsolidierung des Goldes vorbei ist:
- Das Open Interest an der Comex ist praktisch eingebrochen, was darauf hindeutet, dass Gold nun eher leicht überverkauft ist.
- Der Ablauf des Dezember-Kontrakts verschafft Gold-Futures einen sauberen Neustart bis zum Jahresende.
- Nach einem einmaligen Sprung dürfte der Dollar sinken, was die Goldpreise höher treiben sollte.