Goldpreis steigt stark, da Bernankes Tauben wieder fliegen

Die Märkte wurden in den letzten 48 Stunden von den drei B aufgewühlt: Berlusconi, Bernanke und Boehner.

Der unentschiedene Ausgang der italienischen Wahl und die Stärke des Votums gegen die Sparpolitik lassen viele Händler glauben, dass das Thema Eurozone nicht ganz so schnell im Rückspiegel verschwindet, wie manche gehofft hatten. Der EUR/USD fiel am Montagnachmittag um mehr als zwei Cent, als die Nachrichten aus Italien verarbeitet wurden. Auch die Aktienmärkte und die Industrierohstoffe gaben deutlich nach. Gold hingegen behielt seine Gewinne vom Vormittag.

Ben Bernanke hatte daher bei seiner Anhörung vor dem Kongress gestern eine wichtige Aufgabe: die Märkte zu beruhigen und zu versichern, dass die Politik des billigen Geldes entgegen der Irreführung in den letzten FOMC-Protokollen noch lange Zeit fortgesetzt wird.

Er enttäuschte nicht und stellte fest: „Wir [das FOMC] sehen die potenziellen Kosten des erhöhten Risikoappetits in einigen Finanzmärkten nicht als so groß an, dass sie den Nutzen einer Förderung der wirtschaftlichen Erholung aufwiegen würden … Die Inflation ist derzeit gedämpft, und die Inflationserwartungen scheinen fest verankert.“ Das Gelddrucken werde fortgesetzt, so sagte er, bis eine „substanzielle Verbesserung“ am Arbeitsmarkt zu beobachten sei.

Gold und Silber erlebten als Reaktion auf Bernankes Äußerungen ihren besten Tag des Jahres: Gold legte innerhalb weniger Minuten um mehr als 30 $ zu, als die konziliante Wortwahl des Fed-Chefs über den Äther ging; wie ZeroHedge schreibt, hatte das gelbe Metall seine beste viertägige Handelsserie seit sechs Monaten. Silber gewann rund 80 Cent, bei einem ähnlich beeindruckenden Sprung von Kupfer. In den vergangenen Wochen lag eine gewisse Unwirklichkeit über dem Goldmarkt, angesichts der Diskrepanz zwischen den positiven Fundamentaldaten und der Kursentwicklung, doch möglicherweise erleben wir nun endlich ein Ende dieses Missverhältnisses.

Das letzte „B“ steht für Boehner – gemeint ist John Boehner, derzeitiger Sprecher des Repräsentantenhauses. Republikaner und Demokraten liegen beim Streit um die „Sequester“-Haushaltskürzungen weiterhin im Clinch. Die vergleichsweise geringfügigen Kürzungen (in diesem Jahr 85 Mrd. US-Dollar) treten am Freitag, dem 1. März, in Kraft, sofern sich Kongress und Präsident nicht erneut darauf einigen, das Problem aufzuschieben. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie sich für Letzteres entscheiden, doch bis dahin ist noch mit etwas mehr politischer Effekthascherei zu rechnen; einige Insider in Washington erwarten allerdings, dass eine Einigung erst nach der „Frist“ vom 1. März zustande kommt.

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