Bei den Edelmetallen kehrte diese Woche eine gewisse Stabilität zurück: Gold stieg vom Tief des vergangenen Freitags bei 1.564 $ bis Freitagmorgen, Londoner Zeit, um 14 $, Silber stieg von 28 $ um 0,65 $.
Wie zu erwarten war, haben sich die technischen Analysten, die im Grunde Trendfolger sind, nach den jüngsten Kursrückgängen bei den Edelmetallen pessimistisch gezeigt.
Ein Blick auf das Marktgeschehen erzählt eine andere Geschichte. Die jüngste Preisschwäche hat es den Edelmetallbanken ermöglicht, ihre Short-Positionen deutlich zu reduzieren. Daher eine rhetorische Frage: Vertraut man dem Urteil der Edelmetallbanken, die ihre Bärenpositionen schließen, oder dem der Trendfolger? Ein Hinweis: Die Edelmetallbanken kontrollieren die Preise und verfügen über größere Mittel als alle anderen Akteure an den Papiermärkten. Hinweis Nummer zwei: Technische Analysten verdienen ihren Lebensunterhalt in der Regel nicht mit eigenem Handel, sondern mit Gebühren für ihre Ratschläge.
Dem Trend hinterherzulaufen ist bei Edelmetallen oft ein Spiel für Einfaltspinsel, das die Edelmetallbanken zu ihrem Vorteil nutzen. Der folgende Chart zeigt, wie manche dieser Einfaltspinsel extreme Wetten auf einen fallenden Goldpreis eingegangen sind.

Noch nie waren die Geldmanager (bei denen es sich überwiegend um Hedgefonds-Manager handelt) so überzeugt davon, dass der Goldpreis kurz vor einem kräftigen Rückgang steht. Zuletzt waren sie im Mai 2012 übermäßig short positioniert, nachdem Gold drei Monate zuvor von 1.800 US-Dollar gefallen war. Nach dem Eingehen der Short-Positionen erholte sich der Preis im vergangenen Oktober wieder auf 1.800 US-Dollar; zu diesem Zeitpunkt hatten sie ihre Short-Positionen auf den langfristigen Durchschnitt zurückgefahren. Diesmal sind sie doppelt so stark short positioniert.
Als Kontraindikator hat die Short-Position dieser trendfolgenden Geldmanager eine perfekte Bilanz vorzuweisen. Ihr aktuelles Signal lautet daher, dass der Goldpreis kräftig steigen dürfte, da sie diese Positionen zurückkaufen müssen; sie belaufen sich auf 193 Tonnen, verteilt auf 49 verwaltete Fonds.
Eine aktuelle Grafik zu den Positionen der Edelmetallbanken liegt erst heute spät am Abend mit dem Bank Participation Report vor. Die untenstehende Grafik zu den Short-Positionen der Produzenten und Händler, die sowohl die Edelmetallbanken als auch echte Edelmetalllieferanten umfasst, bestätigt unterdessen, dass diese ihre Short-Positionen auf den niedrigsten Stand der vergangenen drei Jahre zurückgeführt haben. Auch sie sind anfällig für einen Bear Squeeze, weshalb sie ihre Short-Positionen vermutlich verringern, doch zumindest haben sie Zugang zu etwas physischem Edelmetall, das sie im Laufe der Zeit liefern können.

Auf den physischen Märkten nutzen die Zentralbanken unterdessen die Gelegenheit, mehr Gold zu akkumulieren: Südkorea, Russland und Kasachstan kauften zusammen 33,7 Tonnen.
Die kommende Woche
Sollten die verwalteten Fonds beginnen, ihre Terminpositionen glattzustellen, werden die Edelmetallbanken die Preise voraussichtlich anheben, um sich selbst zu schützen. Und wenn das Open Interest bei steigenden Preisen sinkt oder weitgehend stabil bleibt, deutet dies darauf hin, dass der Bear Squeeze gegen die verwalteten Fonds stattfindet.
Die kommende Woche ist bei den Wirtschaftsdaten außergewöhnlich ruhig; für Montag gibt es nichts Erwähnenswertes. Die übrigen Tage im Überblick:
Dienstag: Industrieproduktion, Produktion des Verarbeitenden Gewerbes und Handelszahlen Großbritanniens
Mittwoch: Industrieproduktion der Eurozone sowie US-Einzelhandelsumsätze und Lagerbestände der Unternehmen
Donnerstag: US-Leistungsbilanz, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Erzeugerpreisindex
Freitag: Beschäftigung in der Eurozone, US-Verbraucherpreisindex, Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion