Die Nachrichten der Woche wurden von der Entscheidung der Republikanischen Partei in letzter Minute dominiert, in ihrem Nervenspiel gegen den Präsidenten über Obamacare, den Haushalt und die Schuldenobergrenze einzulenken.
Die Debatte wird nun fortgesetzt, erleichtert dadurch, dass die Schuldenobergrenze vorübergehend bis Februar ausgesetzt wurde. Dann wird das Nervenspiel vermutlich ein zweites Mal gespielt, falls bis dahin keine Einigung erzielt wurde. Verständlicherweise fiel Gold, wie andere Märkte auch, Gerüchten und Gegengerüchten aus Washington zum Opfer, und nur wenige Händler waren bereit, sich vor Donnerstagmorgen festzulegen.
Vor diesem Hintergrund warf am vergangenen Freitag (11. Okt.) jemand ungeschickt einen großen Verkaufsauftrag vor der US-Eröffnung auf den Terminmarkt, was den Preis um 25 US-Dollar auf 1.262 US-Dollar drückte. Am Montag wurde dieser Preisrückgang vollständig wieder aufgeholt, bevor der Markt unter anhaltenden Verkäufen von Futures erneut nachgab und am Dienstag einen Tiefpunkt von 1.252 US-Dollar erreichte. Am Donnerstagmorgen, kurz vor 9.00 Uhr britischer Zeit, legte Gold plötzlich um 40 US-Dollar zu, als der US-Dollar deutlich nachgab, in einer wohlüberlegten Reaktion auf die Aussetzung der Schuldenobergrenze am Vorabend. Dieser Verkauf vor einer Woche weist, sofern er nicht glattgestellt wurde, nun einen hohen Handelsverlust aus.
Dies könnte sich als wichtiger Wendepunkt erweisen, wie die nachstehende Grafik zeigt. Es besteht kaum ein Zweifel, dass den Bären, nachdem sich bei der Eröffnungsabwertung von 4 US-Dollar am Donnerstag keine Verkäufe einstellten, plötzlich bewusst wurde, wie verwundbar sie waren, als der US-Dollar unerwartet schwächer wurde.
Das Ergebnis: Gold hat nun seinen kurzfristigen Abwärtstrend (die gepunktete Linie) nach oben durchbrochen. Wichtiger noch: Den Bären gelang es nicht, Gold unter die Juni-Tiefs von unter 1.200 US-Dollar zu drücken; Gold scheint somit zwei steigende Tiefpunkte ausgebildet zu haben, was einen Aufwärtstrend bestätigt. Daher hat Gold nach einer kurzen Konsolidierung das Potenzial, rasch höher zu steigen und die Marke von 1.350 US-Dollar und darüber anzutesten.

Hinter dieser Entwicklung steht ein schwächerer Dollar. Es besteht kaum ein Zweifel, dass der US-Dollar als Marke Schaden genommen hat. Die USA haben nicht nur die Demütigung erlitten, ihre schmutzige Wäsche öffentlich zu waschen, und nicht nur drohte eine Ratingagentur, die Bonität der US-Staatsschulden herabzustufen, sondern auch die Chinesen fordern über ihre staatliche Nachrichtenagentur Xinhua ein Ende der Vorherrschaft des Dollars und der USA. Sie haben dies untermauert, indem sie New York bei der Internationalisierung des Renminbi übergingen und stattdessen London wählten. Die vollen Auswirkungen all dessen spiegeln sich in der Finanzberichterstattung noch nicht wider und werden in den kommenden Wochen zweifellos diskutiert werden.
Dies ist im Allgemeinen schlecht für den Dollar und gut für Gold.
Nächste Woche
Es wird eine sehr ruhige Woche hinsichtlich der planmäßigen Veröffentlichungen, insbesondere an den ersten beiden Werktagen.
Montag. USA: Verkäufe bestehender Wohnimmobilien
Dienstag. Großbritannien: Nettokreditaufnahme des öffentlichen Sektors.
Mittwoch. Großbritannien: BBA-Hypothekengenehmigungen. USA: FHFA-Hauspreisindex. Eurozone: Verbrauchervertrauen (Schnellschätzung).
Donnerstag. Eurozone: Einkaufsmanagerindizes (Schnellschätzung) für Gesamtwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen. Großbritannien: CBI-Industrietrends. USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Einkaufsmanagerindex Industrie (Schnellschätzung), Verkäufe neuer Wohnimmobilien. Japan: Verbraucherpreisindex (Kern).
Freitag. Eurozone: Geldmenge M3. Großbritannien: BIP (1. Schätzung), Dienstleistungsindex. USA: Auftragseingang langlebiger Güter.