Es war eine bewegte Woche für Gold und Silber: Gold setzte seine Rally vom Tief bei 1.272 US-Dollar am 7. August fort und erreichte Höchststände von 1.370 US-Dollar, Silber stieg von 19,12 auf 23,15 US-Dollar im gestrigen Abend im asiatischen Handel. Über weite Teile der Woche schien der Markt kurz vor einem Bear Squeeze zu stehen, bevor die Preise gestern schließlich dramatisch ausbrachen.
Sollte der Markt heute aufgrund von Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende nachgeben, dürfte er Anfang nächster Woche seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Die technische Analyse, die Handelsentscheidungen dominiert und häufig als Grund für Leerverkäufe bei den Metallen angeführt wird, hellt sich mit Macht auf. Darüber hinaus trägt die sich verschlechternde politische Lage in Ägypten dazu bei, die Öl- und Energiepreise hoch zu halten, was für Gold im Allgemeinen positiv ist.
Die aussagekräftigsten Charts zum Handelsumfeld bei Gold und Silber zeigen die Netto-Positionen der Banken. Sie stammen aus den monatlichen Bank Participation Reports, aktualisiert bis zum 6.. August, dem Beginn dieser Aufwärtsphase.
Zuerst Gold.

Die US-Banken waren am 6. August netto mit 59.473 Kontrakten long, was, wie der Chart zeigt, extrem ist. Gleichzeitig haben die Nicht-US-Banken, von denen die meisten ebenfalls Mitglieder der LBMA sind, recht durchschnittliche Short-Positionen von 22.000 Kontrakten gehalten. Man bedenke, dass diese Banken zudem ungedeckte Goldverbindlichkeiten aus nicht zugeteilten Konten in London haben. Dieser deutliche Unterschied zwischen den beiden Bankengruppen ist ein gefährliches Ungleichgewicht, denn die US-Banken dürften physische Lieferung verlangen, um ihre eigenen niedrigen physischen Bestände aufzustocken, was die Londoner Edelmetallbanken stark unter Druck setzen würde.
Der grundsätzlichere Punkt ist, dass die US-Banken die Comex-Goldfutures kontrollieren und mit Short-Positionen überall in einer außerordentlich mächtigen Position sind. Es ist zu erwarten, dass sie diese Macht nutzen.
Nun zu Silber.

Die US-Banken konnten ihre Silber-Shorts nicht schließen, haben ihr Netto-Engagement aber auf unter 20.000 Kontrakte halbieren können. Die Nicht-US-Banken hingegen bleiben mit netto 11.607 Kontrakten in unangenehmem Maße short. Bei den aktuellen Silberpreisen fällt es den Banken schwer, ihre Shorts weiter abzubauen, weil industrielle Verbraucher, die in ihren Geschäftsplänen für 2013 wahrscheinlich einen Silberpreis von über 30 $ zugrunde gelegt haben, Zufallsgewinne sichern, um ihre Gewinnmargen zu verbessern.
Dies stellt die Banken vor ein Dilemma. Halten sie die Stellung und bewerten zu günstigen Kursen zum Marktwert, oder ziehen sie sich zurück und lassen den Preis auf über 30 $ steigen, um die industrielle Nachfrage zu bremsen?
Die kraftvolle Aufwärtsbewegung von gestern legt nahe, dass die Zeit für ein Festhalten an ihren Positionen abgelaufen ist und dass Silber deutlich höher steigen muss, um sein Preisgleichgewicht zu finden.
Nächste Woche
Eine sehr ruhige Woche in Bezug auf Veröffentlichungen: vielleicht gut für die Fortsetzung des Bear-Squeeze!
Montag: Keine wichtigen Termine erwartet.
Dienstag: Verbrauchervertrauen Belgien, BIP Mexiko (ich tue mich schwer, aussagekräftige Daten zu finden).
Mittwoch: Netto-Kreditaufnahme des öffentlichen Sektors im Vereinigten Königreich, CBI-Industrietrends. Verkäufe bestehender Häuser in den USA.
Donnerstag: Eurozone: Flash-Einkaufsmanagerindizes für Gesamtwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen. USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Flash-Einkaufsmanagerindex Industrie, Frühindikator.
Freitag: Vereinigtes Königreich: BBA-Hypothekengenehmigungen, BIP (2.. Schätzung). Eurozone: Flash-Verbrauchervertrauen. USA: Verkäufe neuer Häuser.