Goldmarktbericht: Das gelbe Metall ist weiterhin überverkauft

An der Comex zeigte der Commitment-of-Traders-Bericht der Vorwoche für Gold bei den Managed Funds (überwiegend Hedgefonds) Rekordwerte bei den Short-Positionen.

Allerdings wurden sie sehr nervös – einige änderten ihre Meinung angesichts eines kleinen Bären-Squeeze bei Gold und Silber, der während der Aussage von Ben Bernanke vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses am Dienstag ausgelöst wurde. Die Preise stiegen daraufhin sprunghaft an, und das Open Interest bei Gold-Futures ging zwischen Dienstag und Mittwoch deutlich zurück, da einige dieser Positionen glattgestellt wurden. Die Commercials dürften einige Gewinne mitgenommen haben, doch Gold ist weiterhin überverkauft, und aus technischer Sicht sind noch zahlreiche Hedgefonds short positioniert.

Bei Silber halten die Long-Positionen hartnäckig stand. Das Open Interest bei Silber fiel zwar deutlich, dies ist jedoch ausschließlich auf das auslaufende März-Kontrakt zurückzuführen, von dem die eine Hälfte in den Mai gerollt und die andere Hälfte glattgestellt wurde. Es sieht so aus, als hätten sich die großen Marktteilnehmer, die möglicherweise eine Lieferung verlangt hätten, dagegen entschieden oder seien davon abgebracht worden: Schließlich ist das Angebot an Edelmetall sehr knapp.

Beide Edelmetalle haben nach heftigen Kursausschlägen im Wochenverlauf leicht nachgegeben: Gold verlor bis zum Vormittag Londoner Zeit netto 10 US-Dollar auf 1.570 US-Dollar, Silber 60 Cent auf 28,15 US-Dollar.

Mit etwas Abstand zum Trubel des Marktgeschehens betrachtet, absorgieren die expandierenden Papiermärkte die spekulative Nachfrage. Dies gilt auch für den Londoner Edelmetallmarkt, wo der Großteil der Transaktionen keine Lieferung der physischen Ware beinhaltet. Unterdessen übersteigt die Anlagenachfrage – einschließlich verarbeiteten Goldes und Silbers – weiterhin die Minenproduktion. Die Bären haben argumentiert, die Auflösung von Beständen in Gold-ETFs belege einen Stimmungswandel unter den Anlegern und sorge für zusätzliches Angebot. Das mag nur bei Gold teilweise zutreffen, und die Mengen sind winzig im Vergleich zur Nachfrage andernorts, da Menschen physische Ware jeder Form von Papier vorziehen – auch dem ETF-Papiergold.

Dieses ganze Drücken des Futures-Preises steht in scharfem Gegensatz zu den Verkäufen von Silber-Eagles im Februar, die mit 3.370.000 Unzen die höchste Februar-Summe aller Zeiten darstellen, und es wurde bekannt gegeben, dass Russland und die Türkei zusammen im Januar 22,5 Tonnen Gold gekauft haben. Doch wer gegen die „too big to fail“-Edelmetallbanken spekuliert, verliert die meiste Zeit, während diejenigen unter uns, die in dem Wissen echtes Geld beiseitelegen, dass alle Papierwährungen letztlich scheitern, das Geschehen mit der richtigen Gelassenheit verfolgen können.

Die kommende Woche

In dieser Woche gab es eine Pause in dem, was zunehmend als Währungskrieg bezeichnet wird. In Großbritannien könnte jedoch das Scheitern der Konservativen Partei bei der Nachwahl in Eastleigh das Pfund in der nächsten Woche unter Druck setzen, wenn die politischen Folgen im Vorfeld des Haushalts verarbeitet werden. GBPUSD nähert sich 1,50 US-Dollar. Die enttäuschenden Zahlen aus dem verarbeitenden Gewerbe vom Freitag könnten den Druck auf das Pfund in den kommenden Tagen noch verstärken.

Die italienische Wahl hat wichtige Auswirkungen auf den Euro, und da der Konsens zur Sparpolitik nun diskreditiert ist, gibt es keine feste Grundlage dafür, dass Deutschland den Peripheriestaaten Geld leiht. Möglicherweise spiegelt sich dies in den kommenden Wochen in einer weiteren Schwäche des Euro wider; zudem ist zu beachten, dass EURUSD erneut auf 1,30 US-Dollar fällt.

Der sich verschlechternde Ausblick für wichtige Währungen dürfte mit Sicherheit für anhaltende Nachfrage nach Schutz vor systemischen Risiken sorgen – mit der Folge einer allgemeinen Flucht aus Papierwährungen. In der nächsten Woche stehen nur wenige bedeutende Veröffentlichungen an, da es der Beginn eines neuen Monats ist. Für Edelmetalle führen die US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) am Freitag häufig zu Preisschwankungen. Hier die Liste der relevanteren Termine, auf die Sie achten sollten.

Montag: Erzeugerpreisindex der Eurozone
Dienstag: Composite- und Dienstleistungs-PMI der Eurozone; Einzelhandelsumsatz der Eurozone
Mittwoch: BIP der Eurozone (zweite Schätzung); Auftragseingänge der US-Industrie
Donnerstag: Zinsentscheidung der britischen Notenbank und Leitzins; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Handelsbilanz der USA
Freitag: US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls); Arbeitslosenquote; Großhandelsbestände.

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