Goldmarktbericht: COT-Update

Edelmetalle zeigten sich diese Woche stabil: Gold stieg bis Freitagvormittag um 12 US-Dollar auf 1.590 US-Dollar, Silber fiel um 13 Cent auf 28,80 US-Dollar.

Das Open Interest bei Gold ist an den US-Terminmärkten in diesem Monat bisher um 19.000 Kontrakte gestiegen, bei Silber um über 6.100 Kontrakte – ein Hinweis auf eine gute Unterstützung bei den aktuellen Preisen.

Am vergangenen Wochenende wurde der Bank Participation Report veröffentlicht. Er zeigt die ausstehende Netto-Short-Position an den Terminmärkten für US-amerikanische und ausländische Banken. Wie die folgende Grafik zeigt, haben beide Bankengruppen ihr gesamtes Short-Engagement deutlich verringert, und zwar auf zusammen 89.565 Kontrakte (278,6 Tonnen) von 140.958 (438,4 Tonnen) im vergangenen August. Die angewandte Taktik war einfach: Man gab den Hedgefonds zu verstehen, Gold leerzuverkaufen.

Gold – Netto-Short-Positionen der Banken

Seit September 2009 lag die durchschnittliche Zahl der verwalteten Fonds (Hedgefonds) mit Short-Positionen bei 21, mit einem Minimum von fünf und einem Maximum von 56 am 19. Februar; am 5. März waren es 54 Short-Positionen. In den Wochendaten waren mehr als 25 bis 30 Short-Positionen ungewöhnlich, was darauf hindeutet, dass bis zu 25 Fonds short sind, die normalerweise nicht mit Gold-Futures handeln. Die durchschnittliche Short-Gesamtposition des verwalteten Geldes beträgt 13.714 Kontrakte; am 5. März waren es mit 67.182 ein Rekord.

Bei Silber ergibt sich ein anderes Bild, wie unsere zweite Grafik zeigt.

Silber – Netto-Short-Positionen der Banken

Erst im vergangenen Monat – mit dem unablässigen Angriff auf Gold – ist die gemeinsame Short-Position der Banken gesunken, und zwar im Vergleich zu Gold nur geringfügig (15.471 Kontrakte oder 27 %). Die Short-Position der verwalteten Fonds beträgt 17.123 Kontrakte, das Fünffache des Niveaus vom 5. Februar; die Zahl der Short-Händler ist von 10 auf 26 gestiegen. Auch hier gilt wie bei Gold: Wenn die Zahl der Beteiligten sprunghaft ansteigt, spekulieren Händler mit wenig Erfahrung, Händler, die sich nicht die Mühe gemacht haben zu überlegen, warum die Edelmetallbanken ihre Short-Positionen so eilig schließen wollen.

Es ist doppelt gefährlich, Silber-Futures leerzuverkaufen, wenn es Belege für eine starke zugrunde liegende Nachfrage nach Edelmetall gibt. Der Absatz von Silber-Eagles erreicht Rekordwerte, und am Mittwoch flossen dem SLV-ETF 43 Tonnen zu, nur der jüngste Beleg für die anhaltende Nachfrage. Deshalb halte ich die Short-Positionen der Geldmanager für den besten verfügbaren Kontraindikator.

Die kommende Woche

Es wird interessant sein zu sehen, ob die Leerverkäufe der Hedgefonds ausgehend von diesen übertriebenen Niveaus weiter zunehmen. Die Bären reden den Goldpreis letztlich auf unter 1.500 US-Dollar herunter, doch sie reden – wie man sagt – ihr eigenes Buch. Die Nachrichtenlage der kommenden Woche, mit einem arbeitsreichen Donnerstag, stellt sich wie folgt dar.

Montag: Handelsbilanz der Eurozone
Dienstag: Verbraucherpreisindex Großbritannien; Wirtschaftsstimmung Eurozone; Baugenehmigungen und Wohnungsbaubeginne USA
Mittwoch: Haushalt Großbritannien; Zinsentscheidung der US-Notenbank (FOMC); Wirtschaftsprojektionen der Fed
Donnerstag: Einkaufsmanagerindex Eurozone; Nettokreditaufnahme des öffentlichen Sektors Großbritannien; Einzelhandelsumsätze Großbritannien; CBI-Umfrage zur Industrieentwicklung; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe USA; Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe; Verkäufe bestehender Häuser; Frühindikator
Freitag: Keine bedeutenden Veröffentlichungen erwartet

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