Goldmarktbericht: Ankündigung der Fed

Das große Ereignis für alle Märkte war die Ankündigung der Fed am Mittwoch, dass es keine Reduzierung der Anleihekäufe (Tapering) geben werde. Zuvor hatten Gold und Silber ihre Abwärtsbewegung fortgesetzt und charttechnische Unterstützungsmarken missachtet; Gold fiel bis auf 1.292 US-Dollar und Silber bis auf 21,22 US-Dollar. Die Wende nach der FOMC-Ankündigung brachte beim Goldpreis innerhalb weniger Stunden einen Anstieg von über 5 % und beim Silberpreis von 9 %. Dass diese neuen, höheren Niveaus nach dem anfänglichen Sprung weitgehend gehalten haben, ist ermutigend.

Es wird nun erwartet, dass das Tapering verschoben wird; als wahrscheinlicher Zeitpunkt wurde die FOMC-Sitzung im Dezember genannt. Allerdings ist es nie der richtige Zeitpunkt, die Geldmenge zu verknappen, es sei denn, die Wirtschaft überhitzt, und der September war wahrscheinlich die letzte vernünftige Gelegenheit. Warum? Angenommen, die Wirtschaft erholt sich noch etwas und steht in drei Monaten auf einem solideren Fundament. Wäre das dann der Zeitpunkt für die Fed, die Erholung durch eine Straffung zu gefährden?

Stattdessen sieht es zunehmend nach QE bis in alle Ewigkeit aus. Zwar haben auch andere Rohstoffmärkte und Aktien kräftig zugelegt, doch ist diese Bewegung für Edelmetalle wegen der inflationären Folgen von besonderer Bedeutung. Technisch betrachtet scheinen sie einen zweiten Tiefpunkt ausgebildet zu haben, der höher liegt als der erste Ende Juni bei 1.180 US-Dollar. Per Definition sieht es also so aus, als habe sich eine neue Hausse-Phase etabliert. Zur Absicherung wünschen sich Chartanalysten jedoch eine Bestätigung, indem Gold die Marke von 1.440 US-Dollar und Silber die Marke von 25 US-Dollar testet.

Für beide Metalle sprechen mehrere starke Faktoren. Erstens ist physisches Metall knapp, und es gibt keine Anzeichen für eine Entspannung. Zweitens befindet sich das Open Interest an der Comex auf einem Tiefstand, besonders bei Silber (siehe Charts); das zeigt uns, dass die gewohnheitsmäßigen Long-Anleger untergewichtet sind. Und drittens wird sich allmählich die Erkenntnis durchsetzen, dass die quantitative Lockerung nicht ohne unangenehme finanzielle und wirtschaftliche Folgen zurückgefahren werden kann. Das ist die logische Schlussfolgerung aus der Entscheidung der Fed, das Tapering nicht zu beginnen.

Gold

Silber

In den kommenden Tagen wird es an den Kapitalmärkten zwangsläufig eine gewisse Verwirrung geben, während Strategen, Ökonomen und Händler die Überraschung beim Tapering einordnen. Es ist daher möglich, dass der anfängliche Schock vorübergehend nachlässt und Gold etwas nachgibt und die Unterstützung bei 1.340 US-Dollar testet. In diesem Fall könnte dies für jene, die sich um die langfristigen Inflationsaussichten sorgen, als hervorragende Gelegenheit gelten, denn die Inflation wäre das letztliche Ergebnis einer unbegrenzten QE.

Nächste Woche

Bei den Ankündigungen steht eine ruhige Woche bevor. Es wird interessant sein zu sehen, ob sich an den Terminmärkten echte Käufe entwickeln, wenn man weiter über das QE-Dilemma der Fed nachdenkt.Es steht eine arbeitsreiche Woche bevor, in der am Mittwoch die Zinsen im Mittelpunkt stehen.

Montag: Großbritannien: Nationwide-Hauspreisindex. Eurozone: Flash-PMI. USA: Flash-PMI für das verarbeitende Gewerbe.

Dienstag: Großbritannien: BBA-Hypothekengenehmigungen. USA: S&P-Case-Shiller-Hauspreisindex, Verbrauchervertrauensindex.

Mittwoch: USA: Auftragseingang langlebiger Güter; Neubauverkäufe.

Donnerstag: Eurozone: Geldmenge M3. Großbritannien: Leistungsbilanz. USA: Kern-PCE-Preisindex; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe; Schwebende Hausverkäufe. Japan: Kern-VPI.

Freitag: Eurozone: Geschäftsklimaindex; Verbrauchervertrauen; Wirtschaftsstimmung. USA: Kern-PCE-Preisindex; Persönliches Einkommen; Persönliche Ausgaben. 

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