Goldmarkt-Update: Gold setzt seinen Anstieg fort

Edelmetalle, angeführt von Gold, konsolidierten ihre jüngsten Gewinne am Montag und Dienstagmorgen, bevor sie am späten Dienstag während der Handelszeiten der Comex deutlich zulegten. Gold hat seinen Anstieg seit dem jüngsten Tagestief von 1.252 US-Dollar am Morgen nach der Aussetzung der Schuldenobergrenze nun fortgesetzt, was eine Reihe von Analysten zum Umdenken zwingt.

Die Bank of America Merrill Lynch erklärte am Donnerstag: „Es ist Zeit, optimistisch zu werden“, und UBS gestern: „Wir sehen in den kommenden Jahren das Risiko positiver Überraschungen bei Gold und Silber.“ Dies steht im Gegensatz zu der viel beachteten Empfehlung von Goldman Sachs Anfang des Monats, Gold sei „ein sicherer Verkauf“, eine Empfehlung, die inzwischen im Minus liegt.

Die andere Seite des Goldpreises ist selbstverständlich der US-Dollar, und auch Währungsstrategen sind angesichts der jüngst schwachen Entwicklung gezwungen, dessen Aussichten neu zu bewerten. Der erwartete Zeitrahmen für die Reduzierung der Anleihekäufe wird verschoben, und immer mehr Strategen halten es für möglich, dass es keinen absehbaren Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik gibt. Erste Annahmen, Janet Yellen könnte als Fed-Vorsitzende eine restriktivere Haltung einnehmen als Ben Bernanke, werden infrage gestellt. Zudem mag die Enthüllung der letzten Tage, dass die USA routinemäßig die Telefongespräche führender Politiker verbündeter Staaten abhören, für Kenner der Methoden von Nachrichtendiensten keine Überraschung sein, sie belastet jedoch die diplomatischen Beziehungen zu einem für den Dollar schwierigen Zeitpunkt.

Es wächst der Eindruck, dass sich nach der jüngsten Krise um die Schuldenobergrenze das Blatt gegen den Dollar und damit zugunsten der Edelmetalle wendet. Die jüngste Stimmung gegenüber Gold hätte kaum negativer sein können; und wichtig ist, dass Gold deutlich über dem Tief von 1.180 US-Dollar vom Ende Juni geblieben ist. Selbst goldfreundliche Analysten hatten das Vertrauen verloren und zur Vorsicht geraten. In Momenten wie diesen prüfen erfahrene Händler die Eigeninteressen im Markt: Wenn die überwältigende Mehrheit zum Verkauf rät oder dazu, dem Markt fernzubleiben, spiegelt dies in der Regel die eigenen Marktpositionen wider. Mit anderen Worten: Die Verkäufer haben bereits verkauft, und künftig bleiben im Markt nur noch Baissiers, die ihre Short-Positionen glattstellen wollen, sowie echte Käufer auf der Suche nach einem Einstiegspunkt.

Der Bodenbildungsprozess bei Gold und Silber ist in beiden untenstehenden Charts deutlich erkennbar: Gold durchbricht weiter seinen zweimonatigen Abwärtstrend nach oben, und Silber bricht aus einem diagonalen Dreiecks-Umkehrmuster nach oben aus. Die technische Lage von Silber wirkt besonders positiv, da Abverkäufe in Form diagonaler Dreiecke eine Erschöpfung des Abwärtsmomentums widerspiegeln.

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