Stockende Inflation, Trumps 2.000-Dollar-Schecks, Konjunkturimpulse in Japan und China sowie das Platzen der Tech-Blase. Für Gold bedeutet das kurzfristige Unsicherheit, doch es alles gehört zum Weg des Papiergelds in den Ruin.

Gold und Silber traten diese Woche auf der Stelle, da zum Monatsende an der Comex auf niedrigere Preise gedrückt wurde. In London lag Gold heute Morgen bei 4.050 US-Dollar und damit 33 Dollar unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Silber notierte bei 49,20 Dollar, ein Minus von 1,30 Dollar. Am Montag verfallen die Optionen, daher drücken die Short-Positionen die Preise nach unten, damit möglichst viele Calls wertlos verfallen.
In den vergangenen Wochen haben wir erlebt, dass die USA das Inflationsziel zugunsten der Zufuhr von Liquidität in das US-Finanzsystem aufgegeben haben. Nun hat Japan ein Reflationsprogramm von 135 Mrd. US-Dollar angekündigt, und auch China bereitet ein neues Konjunkturpaket für den Immobiliensektor vor (ZeroHedge). Die europäischen G7-Staaten dürften zwangsläufig folgen.
Bei den Gold-Futures geschieht derzeit etwas höchst Ungewöhnliches. In der letzten Woche vor Ablauf des Dezember-Kontrakts werden die Positionen üblicherweise abgebaut, indem sie entweder verkauft oder in den nächsten aktiven Monat, den Februar, überführt werden. Und tatsächlich ist dies zu erkennen: Das Open Interest im Februar-Kontrakt ist nach vorläufigen Schätzungen um 22.466 Kontrakte gestiegen. Ungewöhnlich ist jedoch, dass noch immer 216.129 Dezember-Kontrakte offen sind, was 21,6 Millionen Unzen entspricht. Zudem ist das Open Interest im Dezember über Nacht nicht gesunken, sondern netto um 11.615 Kontrakte gestiegen. Zwar gab es in den vergangenen Tagen einige erhebliche Korrekturen von den vorläufigen zu den endgültigen Zahlen, doch es scheint auf eine beträchtliche Nachfrage nach physischer Lieferung hinzudeuten.
Wenn dies zutrifft, wird sich die globale Verknappung bei Edelmetall in den kommenden Wochen an die Comex verlagern. Sie wird die Futures auf ein Aufgeld gegenüber dem Kassapreis treiben und damit eine Wiederholung des Arbitrage-Debakels vom Jahresanfang herbeiführen, das Gold von 2.600 auf 3.500 Dollar trieb. Nur reicht diesmal die physische Liquidität in London und anderswo für die Arbitrage nicht aus.
Um die wahrscheinlichen Folgen für die Marktteilnehmer zu beurteilen, zeigt das nächste Diagramm den Zusammenhang zwischen dem Open Interest und dem Goldpreis.

Der Grund für die Darstellung ist, das Ausmaß der Zurückhaltung der Spekulanten zu zeigen: Das Open Interest liegt unter seinem Durchschnitt der letzten Jahre. Sobald Gold das nächste Mal nach oben ausbricht, dürften momentumgetriebene Anlagen die Nachfrage nach physischer Lieferung weiter verstärken und so zu einer Liquiditätskrise in diesem Kontrakt beitragen.
Als Nächstes folgt der technische Chart von Gold, der zeigt, wie die viel beachteten gleitenden Durchschnitte zum Kurs aufschließen. Er legt nahe, dass die derzeitige Konsolidierungsphase bald enden dürfte und der nächste Aufwärtsschub beginnt.

Gold steigt zwar offensichtlich aus eigener Kraft, doch ein Großteil des Anstiegs beruht auf vorausschauenden Einschätzungen zur nachlassenden Kaufkraft des Dollars. Das zeigt uns, dass der Ausblick auf einen sich beschleunigenden Verfall hindeutet, der andere Papierwährungen mit nach unten zieht.
Wir sollten uns auch die fundamentalen Faktoren ansehen, die den Dollar und seine Papiergeld-Verwandten nach unten treiben. Sie lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Reflation. Angesichts stagnierender Volkswirtschaften geben die Notenbanken im Zusammenspiel mit ihren Finanzministerien das Inflationsziel zugunsten weiterer Stimulierung auf.
Die US-Notenbank Fed geht den anderen Zentralbanken voran, indem sie die quantitative Straffung (QT) beendet, und erklärt, im Januar die quantitative Lockerung (QE) wieder einzuführen. Nachdem er über die wirtschaftlichen Aussichten unterrichtet wurde, verspricht Präsident Trump allen US-Bürgern Konjunkturschecks über 2.000 Dollar, die er als Zolldividende bezeichnet. Beim US-saudischen Gipfel erhöhte er erneut den Druck auf Jay Powell, die Zinsen zu senken. Wenn Powell nicht als schwacher Fed-Vorsitzender in die Geschichte eingehen will, wird er hart bleiben und die Zinsen im Dezember nicht senken.
Diese Realität hat in dieser Woche zu einer gewissen Schwäche bei Gold geführt. Doch an den Aktienmärkten nimmt die Instabilität zu: Zweifel am KI-Boom zeigen sich an den sinkenden Aktienkursen von Oracle und den steigenden Kosten seiner Ausfallversicherung. Bitcoin, das eng mit den Technologiewerten korreliert, geht dem Platzen der Tech-Blase voran:

Die Folgen dieses Desasters für die gesamte Kryptobranche und die KI-Highflyer der Mag7 sollten nicht ignoriert werden. Hochprofitable Momentum-Trades kippen rasch ins Negative. Die Blase platzt. Die Reflation zur Rettung des gesamten Systems des Finanzkredits wird in den Overdrive übergehen. Es gibt keine Alternative, es sei denn, die Behörden sind bereit, über Leichen zu gehen.
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