Nicht nur deuten die Charts auf höhere Preise hin, sondern die ausufernde US-Verschuldung und die zunehmende Gefahr eines umfassenden Krieges gegen Russland treiben auch eine weltweite Flucht aus dem Dollar in Gold an.

Gold ist gestern endlich aus seiner engen Konsolidierungsspanne nach oben auf neues Hochniveau ausgebrochen, und die Nachfrage über Nacht hat den Preis heute Morgen auf 2.570 $ getrieben. Das sind 73 $ mehr als zum Schlusskurs am vergangenen Freitag. Silber lag bei 30,15 $, ein Plus von 2,25 $ im gleichen Zeitraum.
Zur Aktualisierung folgen die technischen Charts für Gold und Silber:

Beide Charts sind bullisch und können erhebliche weitere Preisanstiege tragen. Ich habe sie in jüngster Zeit in diesen Marktberichten häufig kommentiert, daher ist eine erneute Analyse unnötig. Nur so viel: Silber hat gegenüber Gold noch Aufholbedarf, da Gold im vergangenen April endlich aus einer fast vierjährigen Konsolidierung des Bullenmarktes ausgebrochen ist. Und bei einem aktuellen Gold-Silber-Verhältnis von über 85 dürfte ein steigender Goldpreis Silber kräftig beflügeln.
Insgesamt ist das Edelmetall-Establishment stets in Gold und Silber short positioniert und wird von diesen Entwicklungen stark unter Druck gesetzt. Die nächste Grafik zeigt die geschätzten Positionen der Kategorie „Swaps“ an der Comex für den 3. September (die letzten Zahlen des Commitment-of-Traders-Berichts), angepasst um einen geschätzten Zuwachs ihrer Positionen und um den heutigen Goldpreis:

Die Brutto-Short-Position wird auf 80 Milliarden $ geschätzt, verteilt auf 26 Händler – das sind durchschnittlich 3,08 Milliarden $ je Händler. Einige haben ein noch höheres Engagement und werden ihre Short-Positionen in einem steigenden Markt mit hoher Wahrscheinlichkeit glattstellen müssen. Für sie wird dies eine Krise bedeuten, die Abschreibungen auf das kostbare Eigenkapital der Banken erfordert.
Es wird angenommen, dass diese Verluste im OTC-Markt in London abgesichert sind. Das trifft zwangsläufig dort zu, wo Edelmetallbanken Out-of-the-Money-Optionen gekauft haben, um mögliche Verluste zu begrenzen. Damit werden die potenziellen Verluste jedoch lediglich an andere Edelmetallbanken weitergereicht.
Der Ausbruch des Goldpreises fällt mit einem US-Haushaltsdefizit für August von erstaunlichen 380 Milliarden $ zusammen, verglichen mit Schätzungen von weniger als 300 Milliarden $. Es wurde zudem am Donnerstag um 5:00 Uhr EST statt wie üblich um 14:00 Uhr EST bekannt gegeben, vermutlich um negative Schlagzeilen während der Marktzeiten zu vermeiden. Die nachstehende Grafik stammt aus einem Zerohedge-Artikel zu diesem Thema:

Das Augustdefizit war fast doppelt so hoch wie die Augustdefizite der Covid-Jahre. Da die US-Wirtschaft zudem stockt, die Verteidigungsausgaben steigen und die Zinskosten für das bis Ende September laufende Steuerjahr inzwischen auf 1,2 Billionen $ geschätzt werden, dürften die monatlichen Defizite im Durchschnitt im nächsten Jahr deutlich höher ausfallen. Angesichts einer Verschuldung der US-Regierung von bereits 35,3 Billionen $ überrascht es kaum, dass Halter des Dollars das Vertrauen in ihn verlieren und stattdessen Gold bevorzugen.
Die zweite Nachricht ist möglicherweise gravierender. Der Druck auf die USA wächst, den Einsatz amerikanischer und britischer Raketen zu genehmigen, mit denen die Ukraine tief in Russland angreifen könnte. Der neue britische Verteidigungsminister und Anthony Blinken haben sich in Kiew darauf verständigt, dass dies notwendig sei, und Putin hat gegenüber einem russischen Journalisten erwidert, dass diese Raketen eine direkte Beteiligung der NATO an einem Krieg gegen Russland darstellen würden.
Das Problem für die NATO ist, dass die Ukraine verliert und sich die Invasion in Kursk als gewaltiger strategischer Fehler erweist. Auf amerikanischer Seite besteht vor der Präsidentschaftswahl eine Zurückhaltung, diese Realität anzuerkennen. Stattdessen scheint die Politik darin zu bestehen, den Bären zu reizen, um seinen Zorn zu steigern.
Ach ja, und allen im Edelmetall-Establishment der Banken viel Glück an diesem Freitag, dem 13.!