Am vergangenen Freitagabend (europäische Zeit, 8. Februar) wurde der Bank Participation Report vom 5. Februar veröffentlicht. Er zeigte, dass US-Banken ihre Netto-Short-Position in Gold im Januar um 12.886 Kontrakte verringerten, während Nicht-US-Banken ihre um 2.887 Kontrakte erhöhten.
Dies ist ein Beleg dafür, dass die US-Bankenbranche ihre Short-Positionen aggressiv glattstellt. Ein kleiner Teil davon wurde von den Nicht-Bank-Commercials (überwiegend Minen, Raffinerien und Verarbeiter) aufgefangen, deren Netto-Short-Positionen um 6.512 Kontrakte auf 56.573 stiegen.
Bei Silber gelang es ihnen nicht, ihre Positionen aufzulösen – die US-Banken erhöhten ihr Engagement im Laufe des Monats um 7.956 Kontrakte. Die Nicht-US-Banken erhöhten ihre Short-Positionen um 457 Kontrakte; zusammen entspricht das über 42 Millionen Unzen und ergibt eine Short-Gesamtposition von 277.810.000 Unzen, die zweithöchste jemals verzeichnete.
Die beiden nachstehenden Diagramme zeigen die gegensätzlichen Positionen der US-Banken bei Gold und Silber.


Wir können sicher sein, dass die massive Short-Position bei Silber den betroffenen Banken aufgrund des Mangels an physischem Angebot Schwierigkeiten bereitet. Die Edelmetallbanken haben folglich ein Engagement, das außer Kontrolle geraten zu sein scheint. Zwar führen sie häufig Baisse-Attacken durch (die bei Gold erfolgreicher sind), doch bei Silber laufen sie Gefahr, selbst Opfer eines Bear Squeeze zu werden. Ungewöhnlicherweise haben sie sich diese Lage bei einem niedrigen Silberpreis eingebrockt, und die Short-Position ist ungefähr doppelt so groß wie zu der Zeit, als der Silberpreis über 40 $ lag. Wenn Silber wieder anzieht, dürften die Banken daher sehr stark unter Druck geraten, was enorme Verluste nach sich ziehen würde. Die Nicht-Bank-Commercials haben unterdessen einen kühlen Kopf bewahrt und ihre Netto-Short-Position um 2.268 Kontrakte auf 3.616 verringert.
Vor diesem Hintergrund gaben die Gold- und Silberpreise diese Woche nach: Gold fiel um rund 30 $ auf ein Niveau von 1.630 $, Silber um 1,50 $ auf etwa 30,25 $. Da die Edelmetallbanken versuchen, ihre Positionen aufzulösen, wäre ein Rückgang des Open Interest zu erwarten. Stattdessen ist es bei beiden gestiegen, bei Gold um mehr als 25.000 Kontrakte und bei Silber um 2.936 Kontrakte. Dies deutet darauf hin, dass Käufer die Gelegenheit nutzen, zu diesen niedrigen Preisen Positionen aufzubauen. Wir sehen der kommenden Woche mit Interesse entgegen.
Die Woche voraus
Wird die sich abzeichnende Währungsinstabilität die Edelmetalle beeinflussen? Das EU-Establishment bevorzugt einen niedrigeren Euro; wir Briten bevorzugen ein „wettbewerbsfähiges Pfund“ (solange es nicht so „wettbewerbsfähig“ ist, dass es den Gilt-Markt destabilisiert); die Japaner wollen etwas Inflation anheizen, und die Fed hätte vielleicht ebenfalls gern ein wenig davon. Nicht alle werden zufriedengestellt werden. Neben der Währungsdebatte wirkt der Wirtschaftskalender der kommenden Woche eher unspektakulär, doch hier sind einige Veröffentlichungen, auf die man achten sollte.
Am Montag wird die Handelsbilanz der Eurozone veröffentlicht – interessant für alle, die die Debatte über die Stärke des Euro verfolgen –, am Dienstag folgt der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (Economic Sentiment Indicator) der Eurozone. Am Mittwoch erwarten uns die durchschnittlichen Verdienste im Vereinigten Königreich und das Protokoll der MPC-Sitzung vom Februar. Aus den USA kommen die Baugenehmigungen, die Baubeginne und der Erzeugerpreisindex sowie das Protokoll der Fed-Sitzung von Ende Januar. Auch die Schnellschätzung des Verbrauchervertrauens in der Eurozone dürfte für Kommentare sorgen.
Am Donnerstag wird der US-Verbraucherpreisindex bekannt gegeben, zusammen mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (üblicherweise ein Anlass für Volatilität bei den Edelmetallen), dem Frühindikator und der Philadelphia-Fed-Umfrage. Der Freitag wird ein vergleichsweise ruhiger Tag.