Gold konsolidiert: aber wie lange noch?

Vielleicht werden die globalen wirtschaftlichen Probleme über den Sommer in den Hintergrund treten. Doch die gesamte Anlegerwelt wird auf einen Rücksetzer warten, um den Vermögenswert mit der besten Wertentwicklung der vergangenen Monate zu kaufen – GOLD

Ein Diagramm mit einer Liniengrafik

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In einer anhaltenden Konsolidierung gaben Gold und Silber diese Woche nach. Im europäischen Handel notierte Gold heute Morgen bei 3.206 US-Dollar, 74 Dollar unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Silber lag bei 32,25 Dollar und damit nur 43 Cent niedriger. Das Gold/Silber-Verhältnis liegt mit 99,4 wieder unter 100.

Als Beleg dafür, dass die westlichen Kapitalmärkte die Gold- und Silberpreise nicht mehr bestimmen, fielen die Rückgänge dieser Woche in die Handelszeiten im Fernen Osten. Zwar lässt sich ein Handel westlicher Marktteilnehmer über die Globex-Plattform nicht ausschließen, doch sollte beachtet werden, dass die Bewegungen während der Handelszeiten in Shanghai stattfinden. Und obwohl die physischen Auslieferungen der SGE zugenommen haben (153,05 Tonnen im April gegenüber 120,16 im März), scheinen gehebelte Futures in Shanghai dem Markt gewisse Verdauungsprobleme zu bereiten.

Unterdessen stoßen Versuche der Swap-Händler an der Comex, die Preise zu drücken, auf Widerstand. So wurde Gold gestern auf 3.124 Dollar gedrückt, erholte sich dann aber und schloss bei 3.240 Dollar – eine Kehrtwende um 116 Dollar. 

Die Lieferandienungen an der Comex setzen sich zügig fort. Bisher in diesem Monat wurden 13.265 Goldkontrakte zur Lieferung angedient, was 41,2 Tonnen entspricht. Hinzu kommen 3.484 Silberkontrakte, die 541,8 Tonnen repräsentieren.

Die Lagerbestandsstatistiken zeigen Silberbestände nahe den historischen Höchstständen von 501.750.232 Unzen, während die Goldbestände ihren Höhepunkt eindeutig überschritten haben.

Eine Grafik mit einer Linie

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Es ist derzeit schwer zu beurteilen, ob die Konsolidierung bei den Gold- und Silberpreisen noch weitergeht. Die technische Chartanalyse legt nahe, dass Gold gesünder aussähe, wenn der langfristige gleitende Durchschnitt zum Preis aufschließen könnte:

Eine Grafik eines Preises

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Gold hat am 55-Tage-Durchschnitt immer wieder Unterstützung gefunden, liegt aber noch weit über dem 1-Jahres-Durchschnitt, der aktuell bei 2.701 steht, aber kräftig steigt. Technische Analysten würden argumentieren, dass ein Rücksetzer auf 3.000 Dollar im Sommer wahrscheinlich solide Unterstützung fände und zugleich dem 1-Jahres-Durchschnitt erlaubte aufzuschließen. Das Ergebnis dürfte jedoch von Währungs- und Konjunkturereignissen bestimmt werden.

Technisch wirkt Silber vielversprechender, da seine Hausse weniger überdehnt ist:

Eine Grafik eines Aktienmarkts

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Dieser Chart sucht geradezu nach einem Anlass, deutlich höher zu steigen. Welche wirtschaftlichen Entwicklungen könnten also dazu führen, dass Silber besser abschneidet als Gold?

Vielleicht liegt der Hinweis darin, dass Präsident Trump in der Zollfrage zunehmend an den Rand gedrängt wird. Finanzminister Scott Bessent beruhigte die Kapitalmärkte, indem er mit China moderatere Zölle aushandelte, wenn auch nur für 90 Tage. Das führt uns bis in den August, in dem möglicherweise eine längerfristige Vereinbarung verhandelt wird. 

Mit anderen Worten: Es heißt abwarten, was sich voraussichtlich im Wechselkurs von Dollar zu Gold niederschlagen wird. Mit dieser Atempause geht wahrscheinlich eine Verschiebung der Rezessionsängste einher, was die stärkere technische Verfassung von Silber rechtfertigen würde.

Dennoch ist die Anlegerwelt auf die Aussichten für Gold aufmerksam geworden. Und während Aktien – abhängig von den Anleihemärkten – weiter steigen könnten, werden stark untergewichtete Anleger versuchen, bei einem Rücksetzer des Goldpreises einzusteigen. Sie werden sicherlich auf einen Rückgang auf 3.000 Dollar hoffen …

Eine stärkere technische Basis würde einen Anstieg auf die Marke von 4.000 Dollar stützen, die von einigen Großbanken genannt wird – JPMorgan sieht sie bis zum zweiten Quartal 2026. Es gibt jedoch einige Anzeichen dafür, dass die Anleiherenditen steigen. Besonders auffällig ist die 40-jährige japanische Staatsanleihe (JGB):

Eine Grafik mit einer Linie

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Ebenso das lange Ende des britischen Gilt-Marktes

Ein Diagramm, das ein Liniendiagramm zeigt

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Andere, wie deutsche Bundesanleihen und US-Staatsanleihen, zeigen ähnliche Muster, die von den Analysten ignoriert werden. Doch sie sind die gesäten Samen der nächsten Kreditkrise, die Aktien und voraussichtlich auch die Papierwährungen mit in den Abgrund reißen wird.

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