Gold ist real; zentrale Planung ist Fiktion

Der Traum, eine Wissenschaft zu entwickeln, die es weisen Philosophenkönigen erlauben würde, die Menschheit aus Elfenbeintürmen zu regieren, ist so alt wie Platon, erhielt aber im 20. Jahrhundert erheblichen Auftrieb, als der „wissenschaftliche“ Sozialismus nach Instrumenten suchte, um die Marktwirtschaft und das Preissystem durch eine zentral geplante „ideale“ Welt zu ersetzen.

John Maynard Keynes’ formelreiches Werk General Theory of Employment, Interest and Money lieferte vielen angehenden Zentralplanern das, was wie das mathematische Werkzeug dafür aussah, und sie beeilten sich, sowohl statistische als auch mechanische Erweiterungen zu entwickeln, die der Wirtschaftstheorie praktische politische Anwendungen verschaffen sollten. Leider lassen sich die grundlegenden Mängel weder durch das Anpassen von Parametern noch durch geschicktes Rechnen beheben, wenn die Logik fehlt und die theoretischen Grundlagen ein Durcheinander aus Tautologien und Fehlschlüssen sind. Die unsichtbare Hand des Marktes lässt sich nicht zähmen.

Der Phillips-Hydraulikcomputer oder das chilenische Projekt Cybersyn könnten so leistungsfähig sein wie Skynet und wären dennoch nicht in der Lage, die Wirtschaft mithilfe der Phillips-Kurve oder einer BIP-Gleichung zu planen. Wie jedem Programmierer schon im Kindergarten beigebracht wird: Garbage In, Garbage Out. Jedes mechanische Modell eines komplexen, organischen, sich selbst entwickelnden Systems ist so nutzlos, wie es das ptolemäische System für das Verständnis eines heliozentrischen Sonnensystems war. Zentrale Planung ist Science-Fiction, schlicht und einfach. Sie stammt aus einem Roman von Isaac Asimov, und selbst in der Foundation-Reihe scheiterte sie: Hari Seldons Wissenschaft der Psychohistorik brach bereits im zweiten Band zusammen. Jene Nobelpreisträger, die durch Asimov zur Wirtschaftswissenschaft inspiriert wurden, sollten wirklich einen Schritt zurücktreten und bedenken, dass zentrale Planung selbst in der Fiktion unrealistisch ist. Außerdem sollten sie unbedingt aufhören, eine Alien-Invasion als wirtschaftliches Allheilmittel zu fordern (wir alle wissen, was der eigentliche Subtext dieses Arguments ist).

In der realen Welt datieren die meisten den Untergang des Sozialismus auf das Jahr 1989, den Fall der Berliner Mauer. Ich würde jedoch argumentieren, dass der wirkliche Untergang, der intellektuelle Moment, in dem die Unmöglichkeit zentraler Planung bewiesen wurde, im Jahr 1921 mit der Veröffentlichung von Ludwig von Mises’ Buch Die Gemeinwirtschaft: Untersuchungen über den Sozialismus lag. In diesem Buch legte Mises das Problem der Wirtschaftsrechnung dar, das Lenins Neue Ökonomische Politik (NEP) anschaulich belegte. Sie räumte das Scheitern der zentralen Planung ein, indem sie in ganzen Sektoren der russischen Wirtschaft wieder Eigentumsrechte einführte, vor allem aber in der Landwirtschaft. Ohne diese Eigentumsrechte hungerten die Russen. Sie führte sogar wieder Goldmünzen ein (den Tscherwonez und später den Goldrubel), denn selbst in einem kommunistischen Land können die Menschen Papiergeld von echtem Geld unterscheiden.

Wozu die Geschichtsstunde? Weil die zentrale Wirtschaftsplanung trotz all dieser Erfahrungen in der realen Welt, trotz aller gescheiterten Experimente und aller Tragödien nicht auf die Regale für Science-Fiction und Geschichte beschränkt ist. Hayeks „Anmaßung von Wissen“ ist an unseren Universitäten, Schulen und in den Finanzmedien quicklebendig. Unsere Zentralbanken bemühen sich weiterhin, unsere Volkswirtschaften über den Hebel der Geldmenge „fein zu steuern“, und lassen sich sogar dazu herab, einzelne Wirtschaftssektoren im Detail zu steuern, indem sie Liquidität in den Wohnungsmarkt oder den Finanzsektor lenken. Spielt es eine Rolle, dass ihre Modelle die Stagflation der 1970er Jahre, die vergessene Depression von 1920 oder die 30 Jahre deflationären Wachstums in den USA nach dem Bürgerkrieg nicht erklären konnten? Nicht wirklich, ebenso wenig wie die Fakten über die Bewegungen von Mond und Planeten für die Inquisition eine Rolle spielten, als sie Galilei der Gotteslästerung bezichtigte, weil er das kopernikanische heliozentrische Weltbild verteidigte.

Es ist unmöglich, jemanden von etwas zu überzeugen, das von ihm verlangt einzugestehen, dass seine Arbeit unnötig, überholt und unmöglich ist. Zentralbanker werden niemals zugeben, dass sie ein barbarisches Relikt sind. Sie werden weiter mit ihren Modellen und Videospielen spielen und glauben, die reale Welt sei wie SimCity oder Civilization, also feinsteuerbar, statt des teuflisch komplexen Wesens, das sie tatsächlich ist, dessen Komplexität und Größe World of Warcraft wie Tetris aussehen lässt. Übertreibe ich? Sowohl der Geldpolitiksimulator der Fed als auch das Lernspiel der Europäischen Zentralbank „Inflation Island“ verraten mehr über die Gedanken unserer geldpolitischen Zentralplaner als ihre verschachtelten politischen Verlautbarungen.

Was ist die Alternative? Ich sage meinen Mitspielern mit den unsterblichen Worten von Starcraft: We require more minerals! Echte, rohstoffbasierte, greifbare, harte Werte sind das einzige solide Geld, das der Markt historisch angenommen hat, ohne dazu gezwungen zu werden. Unser Geldsystem ist kein Spiel. Geld erfüllt eine zu wertvolle Funktion, als dass man es einigen wenigen „Managern“ überlassen dürfte, denn, wie jeder Spieler weiß, gehört Ihnen das WoW-Gold nicht wirklich, genauso wenig wie Dollar und Euro. Wenn Sie echtes Geld wollen, kein Spielgeld, müssen Sie echte Edelmetalle wählen.

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