Gold im Wochenverlauf kaum verändert, Silber leicht höher

Die Preise der Edelmetalle zeigen zum Jahresende eine zugrunde liegende Festigkeit. Das Abwärtspotenzial erscheint derzeit begrenzt, und das kommende Jahr sieht aussichtsreich aus.

Ein Liniendiagramm

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Gold bewegte sich diese Woche in einer engen Handelsspanne, während Silber etwas zulegte. Im frühen europäischen Handel notierte Gold bei 2.642 US-Dollar, per saldo 3 Dollar über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, und Silber bei 31,30 US-Dollar, ein Plus von 81 Cent im selben Zeitraum. Der Handel mit Comex-Futures war verhalten, wie die folgenden Screenshots für Gold bzw. Silber zeigen:

Screenshot eines Diagramms

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Diese sinkenden Volumina deuten darauf hin, dass der Verkaufsdruck gering ist. Zusammen mit dem deutlichen Rückgang des Open Interest bei Gold bestätigt dies, dass Gold überverkauft ist:

Ein Diagramm zu Gold und Silber

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Auch das Open Interest bei Silber ist relativ niedrig, doch der dramatische Einbruch des Open Interest fand bei Gold statt, was darauf hindeutet, dass schwache Marktteilnehmer aus dem Markt gedrängt wurden. Der Anstieg von Silber bei ruhigen Marktbedingungen weist auf einen sanften Bear Squeeze hin, und bei Gold dürften die derzeit fehlenden haussierenden Spekulanten als Käufer zurückkehren.

Zweifellos wurden Gold und Silber durch den unerwarteten Anstieg des Dollars nach der Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten belastet. Doch der Schwung hinter diesem Anstieg scheint vorerst verflogen zu sein. Als Indikator folgt der handelsgewichtete Index des Dollars:

Ein Diagramm eines Aktienmarktes

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Mit einem Golden Cross darunter sieht der Chart für den Dollar bullisch aus, doch dürfte zunächst eine Konsolidierung nötig sein, die das Niveau von 104 erneut testet. Wie es von dort weitergeht, ist unklar, da der Dollar den Ausbruch aus einer zweijährigen Konsolidierung bislang nicht geschafft hat.

Hinweise auf eine zugrunde liegende Unterstützung für Gold zeigten sich bei den Lieferanmeldungen („stands for delivery“) an der Comex, die sich in den fünf Handelstagen seit Thanksgiving auf 16.501 Kontrakte (51,32 Tonnen) beliefen. Dem steht die Aufregung über die Entdeckung gegenüber, dass China laut britischen Zollzahlen im September 60 Tonnen aus Großbritannien abgezogen hat. Doch nur wenige scheinen die Lieferungen der Bullion-Banken an der Comex an andere Empfänger zu bemerken. 

Bislang wurden in diesem Jahr an der Comex 457 Tonnen Gold zur Lieferung angemeldet sowie 6.016 Tonnen Silber, davon 1.047 Tonnen seit Thanksgiving. Das sind enorme Mengen für einen Markt, in dem das Konzept der Lieferung rein theoretisch war.

Die EU sieht sich wachsenden Problemen gegenüber, die Gold und Silber im kommenden Jahr zugutekommen könnten. Die deutsche Koalitionsregierung ist kürzlich zerbrochen, und Neuwahlen sind für den 23. Februar angesetzt. Bis dahin, und nur bei einem klaren Wahlergebnis, ist Deutschland politisch führungslos, obwohl die wachsende militärische Krise in der Ukraine die volle Unterstützung Deutschlands erfordert. Und diese Woche geriet auch die französische Regierung in eine Krise: Premierminister Michel Barnier scheiterte mit dem Versuch, seinen Haushalt durchzubringen, und musste zurücktreten.

Analysten des Anleihemarktes beobachten genau den Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Anleihen, da sie befürchten, dass dieser auf eine Finanzierungskrise der französischen Regierung hindeuten könnte, die im nächsten Jahr auf ein Haushaltsdefizit von 7 % zusteuert. Tatsache ist, dass sich die Staatsfinanzen in der gesamten G7 in Schuldenfallen befinden (mit Ausnahme Deutschlands, das andere Probleme hat), ohne dass der politische Wille zum notwendigen Handeln vorhanden wäre. Das ist schlecht für Währungen und gut für Gold, weshalb Zentralbanken G7-Währungen verkaufen, um Gold zu erwerben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Konsolidierungsphase von Gold und Silber möglicherweise noch nicht beendet ist, der Verkaufsdruck jedoch minimal zu sein scheint, während China (und andere Zentralbanken, Staatsfonds und Regierungen) den Märkten weiter physische Liquidität entziehen. Der Squeeze auf die Short-Positionen dürfte zurückkehren und Gold und Silber in den kommenden Monaten höher treiben.

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