Gold: Auf den Dollar-Bärenmarkt setzen

Der US-Dollar hat nicht nur einen neuen Bärenmarkt gegenüber anderen Währungen begonnen, sondern die beste Möglichkeit, darauf zu setzen, besteht im Verkauf von Dollar zugunsten von Gold. Maßnahmen der PBOC scheinen diese Einschätzung zu bestätigen.

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Nach dem dramatischen Anstieg auf 3.500 $ am Dienstag hat Gold aufgrund von Gewinnmitnahmen nachgegeben. Heute Morgen lag Gold im europäischen Handel bei 3.300 $, netto 25 $ unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag und in diesem Jahr bisher 27 % im Plus. Silber notierte bei 33,35 $, 85 Cent über dem Stand vom letzten Freitag und in diesem Jahr bisher 15 % im Plus.

Die frühen Abschläge bei beiden Metallen am heutigen Morgen fallen mit dem Beginn des Wochenendes in China zusammen. Verständlicherweise nutzen die Short-Positionen die Gelegenheit, unsichere Long-Positionen durch das Auslösen ihrer Stop-Loss-Marken abzuschütteln. Beide Metalle sind an der Comex jedoch weit von einer Überkauftheit entfernt, und das Open Interest bei Gold liegt nicht allzu weit vom absoluten Tiefstand:

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Comex und London verlieren jedoch an Bedeutung. Tatsächlich verlagert sich die Preisbildung von den westlichen Kapitalmärkten nach Shanghai. 

Allzu oft wacht Europa auf und stellt fest, dass der asiatische Handel den Goldpreis nach oben getrieben hat. Dies war besonders ausgeprägt, bis Präsident Trump von seinen Angriffen auf Fed-Chef Jay Powell und von weiteren Zolldrohungen gegen China abrückte.

Diese Änderung im Ton spiegelte sich an allen Kapitalmärkten wider. US-Aktien hörten auf zu fallen, die Renditen von US-Staatsanleihen gaben nach, und nach dem jüngsten Einbruch stabilisierte sich der handelsgewichtete Dollar-Index:

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Nach den jüngsten Verwerfungen ist eine Pause an allen Märkten nachvollziehbar. Doch markiert eine Volte in Bezug auf Powell und die Zölle den Beginn einer realistischeren und weniger verunsichernden US-Geld- und Handelspolitik? Das erscheint unwahrscheinlich. Entscheidend ist vor allem, was die Chinesen denken.

Undurchschaubar wie immer lassen sie die Amerikaner einfach weiter die Fehler machen. China erkennt jedoch, dass sich die Probleme des Dollars weiter verschärfen und sich im Goldpreis niederschlagen werden – was sogar die eigene Währung zu untergraben droht. 

Laut der South China Morning Post (23. April) werden die SGE und andere Institutionen im Rahmen der Bemühungen, die internationale Verwendung des Yuan zu erhöhen und die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern, zusätzliche Goldlager im Ausland errichten. In einer gemeinsamen Erklärung mehrerer Regierungsbehörden hieß es: „Wir werden die Internationalisierung der physischen Lieferung für bestimmte an der Shanghai Gold Exchange gehandelte Produkte prüfen, indem wir Lieferungs- und Lagereinrichtungen im Ausland errichten.“

Warum?

Das ist ein Novum. China unternimmt Schritte, um die Ablösung des Dollars zu beschleunigen, und Gold steht dabei nun im Mittelpunkt dieser Politik. Es passt gut zu Xis jüngster Reise zu seinen ASEAN-Nachbarn, mit der er angesichts der destabilisierenden Zollpolitik der USA die Handelsbeziehungen zu ihnen absichern wollte. Aus diesen Ereignissen lassen sich einige wichtige Schlüsse ziehen:

Dies beantwortet eine weiter oben gestellte Frage: Hat sich der Dollar inzwischen stabilisiert, oder sind die Entwicklungen der letzten Woche lediglich eine Atempause im Abwärtstrend des Dollars?

Die chinesischen Behörden scheinen zu der Ansicht gelangt zu sein, dass es Zeit für ihren Plan B ist: sich und ihre Währung vor dem scheinbar unvermeidlichen Zusammenbruch des Dollars zu schützen.

Zurück zu den aktuellen Märkten: Silber beginnt nun, Gold zu übertreffen; das Verhältnis fiel diese Woche von 107 auf heute Morgen 98,8. Niest da der Kanarienvogel in der Goldmine? Ich schließe mit dem Silberchart, damit sich die Leser ihr eigenes Urteil bilden können:

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