Gesunde Konsolidierung

Ein Diagramm zu Gold und Silber

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In den letzten Tagen haben Gold und Silber ihre früheren Anstiege unterbrochen. Bei Silber waren diese beträchtlich, wie unsere Titelgrafik zeigt. Bei Gold fielen sie geringer aus; es scheint jedoch, dass Silber beide Metalle nach oben führt. Im europäischen Handel am heutigen Morgen lag Gold bei 1.944 US-Dollar, ein Plus von 39 US-Dollar auf Wochensicht, und Silber bei 24,60 US-Dollar, ein Plus von 40 Cent. Silber liegt 10 % über seinem Tiefstand von Mitte August und führt damit vor Gold, das nur um 3 % gestiegen ist.

Diese Entwicklung ergab sich trotz des Auslaufens der Comex-Septemberkontrakte und des Verfalls der zugehörigen Optionen. Bei Silber fällt zudem auf, dass der Comex-Umsatz im Zuge der Konsolidierung zurückgegangen ist, was bestätigt, dass die nächste Preisbewegung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach oben gerichtet sein wird. Der folgende Screenshot veranschaulicht die Lage.

Ein Diagramm mit blauen Balken

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Die herausragende Wertentwicklung von Silber Ende August lässt sich auf einen Bear Squeeze zurückführen, nachdem die Hedgefonds am 15. August netto 6.670 Kontrakte short waren. Die letzten Zahlen des Commitment of Traders Reports (22. August) zeigen, dass sie in eine Netto-Long-Position von 1.383 Kontrakten gedrängt wurden. Die Swaps (hauptsächlich Händler der Edelmetallbanken) hielten indes eine Netto-Long-Position von 5.978 beziehungsweise 5.856 Kontrakten. Der Bear Squeeze trifft die Spekulanten, während das Establishment versucht, eine moderate Long-Position zu halten.

Eine ähnliche Situation besteht beim Goldkontrakt: Die Netto-Long-Position der Kategorie Managed Money ist am 22. August auf 9.109 Kontrakte gefallen. Das ist außergewöhnlich niedrig, wie die nächste Grafik zeigt.

Ein Diagramm eines Charts

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 Bemerkenswert ist, dass die Netto-Long-Positionen seit dem Goldpreishoch im August 2020 mit dem Preis korreliert haben. Das bedeutet, dass die Gruppe der Hedgefonds am Höhepunkt stets long ist und am Tiefpunkt am wenigsten. Sie verhalten sich offenbar wie Spielsüchtige in einer Wettannahmestelle, was zeigt, dass sonstige makroökonomische Informationen für sie kein Maßstab sind.

Ihre wichtigsten makroökonomischen Orientierungsgrößen sind die US-Zinsen und der handelsgewichtete Index des Dollars. In den vergangenen Tagen haben die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen und der handelsgewichtete Index leicht nachgegeben, wie die nächsten Grafiken zu ihrer Entwicklung im vergangenen Monat zeigen.

Eine Grafik zum Aktienmarkt

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Es besteht kaum ein Zweifel, dass der Rückgang der Anleiherenditen das Finanzsystem entlastet. Er ist insgesamt gut für die Bewertung von Finanzanlagen und nimmt etwas Druck von den Bankbilanzen, deren Bewertungsverluste auf Wertpapiere nach Schätzung von Nouriel Roubini, dem Ökonomen, der die Bankenkrise von 2008 zutreffend vorhergesagt hat, 620 Mrd. US-Dollar betragen. Zu diesen Verlusten, so Roubini, müsse jedoch der Wertverlust der in den Büchern befindlichen Hypotheken hinzugerechnet werden, was einen Gesamtverlust von 1,8 Billionen US-Dollar ergebe, verglichen mit einem Eigenkapital des gesamten Bankensektors von etwa 2,3 Billionen US-Dollar.

Zweifellos gibt es weitere Probleme bei den Regionalbanken, die durch die sich entwickelnde Kreditklemme wahrscheinlich offengelegt werden, da besser kapitalisierte Banken sich weigern, Kredite über die Interbankenmärkte weiterzuleiten. Möglicherweise bedarf es nicht einmal eines weiteren Anstiegs der Zinsen oder Anleiherenditen, um den nächsten Bankenzusammenbruch auszulösen.

Wohin also entwickeln sich die Gold- und Silberpreise? Hedgefonds dürften erneut auf dem falschen Fuß erwischt werden.

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