Geplatzte Anleihen und springendes Gold

40 Billionen US-Dollar und weiter steigend. Bessent sieht sich gezwungen, US-Staatsanleihen zu kaufen, um die Renditen niedrig zu halten. Diese Schlagzeilen untergraben die Glaubwürdigkeit des Dollars, und deshalb steigt Gold derzeit kräftig.

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Es kann kaum Zweifel geben, dass Gold die Wende geschafft hat. Die Märkte sehen im Dollar mittlerweile ein Risiko, während er noch im vergangenen Monat für alle der sichere Hafen war. Dieser dramatische Stimmungswandel hat Gold im laufenden Jahr wieder ins Plus gebracht, und das überverkaufte Silber holt rasch auf. Bislang scheint es sich bei den Käufen um ein westliches Phänomen ohne chinesische Beteiligung zu handeln.

Seit Mitte Juli ist Gold um mehr als 600 US-Dollar auf heute Morgen 4.590 US-Dollar gestiegen, Silber von unter 55 auf 69,70 US-Dollar. Das entspricht Anstiegen von 16 % beziehungsweise 27 % innerhalb eines Monats. Und die technischen Analysten dürften sich positiv stimmen lassen, denn der Goldchart befindet sich nun in einer bullishen Abfolge: Kurs, 55-Tage-Durchschnitt und 12-Monats-Durchschnitt steigen alle. Der Trend ist unser Freund, wie man so sagt.

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Warum also die Trendwende?

Bemerkenswert ist, dass Gold und Silber gleichzeitig mit dem Ölpreis steigen. Die Ölpreise ziehen an, während das Programm der USA zur Dämpfung des Ölpreises ausläuft und die strategischen Reserven nahezu erschöpft sind. Die Folgen für die Inflation sind bis zum Jahresende deutlich höhere Großhandels- und Verbraucherpreise, wie der Dieselpreis zeigt, der die Energiepreise besser widerspiegelt als Öl selbst. Dieser Dieselchart stammt von Business Insider:

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Der Preis ist von 1,94 US-Dollar am 24.. Juni auf gestern 2,67 US-Dollar gestiegen, ein Plus von 38 % in weniger als zwei Monaten.

Diesel ist für die gesamte Logistik unverzichtbar, und seine Kosten fließen in die Kosten aller anderen Güter ein. Nicht nur Raffinerien am Golf wurden außer Betrieb gesetzt, sondern auch viele in Russland durch ukrainische Drohnen, weshalb Russland ein Ausfuhrverbot für Diesel verhängt hat. Diese Woche wird zudem berichtet, dass das verzweifelte Russland inzwischen selbst importieren muss. Diesel ist nicht nur deutlich teurer geworden, sondern wird es weiter werden, was eine globale Logistik- und Transportkrise sicherstellt. Dasselbe gilt für Kerosin.

Die erwarteten inflationären Auswirkungen auf die US-Wirtschaft lassen zusammen mit der Überschreitung der Marke von 40 Billionen US-Dollar bei der Bundesverschuldung die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, zum Teil getrieben durch ausländische Verkäufe, die sich offenbar beschleunigen. Das ist der nächste Chart:

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Diese Entwicklungen bereiten dem US-Finanzministerium offenkundig Sorgen, weshalb es mit dem Kauf langlaufender Anleihen eingreift, um deren Renditen zu drücken. Wir müssen damit rechnen, dass das Finanzministerium diesen Kampf verliert, denn diese Käufe erhöhen zusammen mit dem schwindenden ausländischen Interesse seinen Finanzierungsbedarf und seine Probleme.

Sanktionen als jüngster Schritt

Die Pattsituation im Krieg gegen den Iran hat zu Drohungen mit schärferen Sanktionen gegen jedes Land und jede Einrichtung geführt, die mit dem Iran Handel treiben. Diese Drohungen sind faktisch zahnlos, denn China, Russland und die „-stans“ in Zentralasien, allesamt Handelspartner des Iran, werden sie schlicht ignorieren. Zudem besteht die Gefahr, einen militärischen Krieg in einen finanziellen zu verwandeln, den Dollar noch stärker als Waffe einzusetzen und ihn dem globalen Zahlungsverkehr im Handel zu entfremden.

Sanktionen bereiten ihren Zielen gewiss Unannehmlichkeiten, doch der Iran, dessen Existenz von Amerika bedroht wird, wird nicht nachgeben. Die Krise bei der Finanzierung der US-Schulden ist erheblich dringlicher.

Diese Entwicklungen fallen in eine Zeit, in der der Goldbesitz an den westlichen Kapitalmärkten erschreckend gering ist: Physische ETFs machen etwa 0,3 % des auf 100 Billionen US-Dollar geschätzten Werts nordamerikanischer Portfolios aus. Goldminen stellen weitere 700 Mrd. US-Dollar dar, womit das gesamte Engagement im Sektor bei etwa 1 % liegt. Um diese Unterrepräsentation zu beheben, ist je 1 % zusätzlichem Portfolioanteil bei aktuellen Preisen der Kauf von Gold im Umfang von 6.750 Tonnen erforderlich. Das entspricht dem Minenangebot weltweit von zwei Jahren.

Gold und damit auch sein volatiler Vetter Silber sind angesichts dieses Stimmungswandels gegen den US-Dollar, der gerade erst begonnen hat, offensichtlich weit unterbewertet. Zudem bleibt das spekulative Interesse nahe an historischen Tiefstständen, wie das Open Interest an der Comex zeigt.

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Zusammenfassend lässt sich sagen: Die günstigen Rahmenbedingungen für Gold wandeln sich sehr schnell mit dramatischen Folgen für die Preise, die weit höher steigen dürften, und das rasch.

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